Tageskommentar Rohstoffe: Raps kommt im Frontmonat etwas unter Druck


Die internationalen Getreidemärkte geben bis auf ihre Schwächetendenz wenig her. An der Chicagoer Börse schlossen Weizen und Mais im Minus, an der Matif war die Kursentwicklung ähnlich. Der Sojakomplex konnte sich kurzfristig etwas erholen. Die Rapsnotierungen standen dagegen von vorne her unter Verkaufsdruck. Die Rohölpreise bröckeln weiter ab.
 
Weizen: Den Chicagoer Weizennotierungen fehlen fundamentale Impulse. Die alten Argumente von reichlichen Weizenüberschüsse bleiben immer die gleichen. Die Kurse gaben bei einem festeren US-Dollarkurs leicht nach. Die rückläufigen Weizenpreise bringen den USA derzeit keine Vorteile auf den Exportmärkten, denn der höhere Dollarkurs läuft dagegen. Dennoch scheinen auch niedrige Weizenpreise für die Anleger interessant zu sein, denn in diesem Jahr haben die offenen Positionen bis auf einen einzigen Tag stetig zugenommen.  
Argentinien wird seine Aussaafläche für Weizen voraussichtlich deutlich reduzieren. An der Getreidebörse in Rosario hält man aufgrund der Exportpolitik der argentinischen Regierung sogar eine Einschränkung von 50 Prozent für möglich. Die Auswirkungen auf die globalen Weizenmärkte dürften sich in Grenzen halten.
An der Matif konzentrieren sich die Umsätze weiterhin auf den vorderen Termin. Durch den Einfluss aus Übersee kam es zu leichten Notizverlusten in Paris.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago ließen ebenfalls Federn. Die Kurse stehen seit zwei Wochen unter Druck. Die Rekordernte und eine höhere Maisfläche im kommenden Jahr bieten wenig Potenzial für steigende Notierungen. Die Befürchtungen über Auswirkungen der Bankenpläne Obamas sollen die Maisfutures am stärksten belastet haben. Mais ist der bedeutendste Agrarfuture an der Chicagoer Börse und bringt doppelt so viel Liquidität wie Weizen und Sojabohnen zusammen. In Südamerika wächst zudem eine gute Maisernte heran. Auch die Aussichten für Argentinien dürften sich verbessern, zumal die Meteorologen für Februar reichliche Niederschläge erwarten.
An der Matif überwogen die Verkäufer und es gab mit einem Minus von 2,25 €/t Mais einen deutlichen Dämpfer für die Märznotierung.
 
Sojakomplex: Nach schwacher Eröffnung konnte sich der Sojakomplex etwas erholen und schloss im grünen Bereich. Mit rund 5 US-$/t fielen die Kursgewinne für Sojaschrot fast doppelt so hoch aus wie für die Bohnen. Ein festerer US-Dollarkurs und schwächere Rohölnotierungen blieben ohne Einfluss. Möglicherweise waren die Notizverluste der Vortage etwas überzogen, so Einschätzungen an der Chicagoer Börse. Der Unterton bleibt jedoch durch die südamerikanische Ernte weiter bärisch.
 
Raps: Die Rapspreise an der Matif standen unter Verkaufsdruck, der Februartermin notierte zwischenzeitlich sogar 4,50 €/t im Minus. Die Schwäche ging vom Frontmonat aus. Bis zum Auslaufen des Februar-Kontraktes bleiben nur noch drei Handelstage Zeit für Glattstellungen, wenn unerwünschte Andienungen von physischer Ware vermieden werden soll. Technische Kursschwankungen vor dem Auslaufen eines Frontmonats sind an den Warenterminbörsen nicht ungewöhnlich. Short-Abdeckungen bewirken in der Regel einen kurzfristigen Preisanstieg, die Auflösung von Long-Positionen das Gegenteil. Die Differenz von gut 4 €/t von Februar zum Mai hält sich im üblichen Rahmen.
Die schwachen Rapspreise an der Matif sollen sogar die Canola-Notierungen in Winnipeg beeindruckt haben. Doch dort konnte Raps noch oberhalb der Null-Linie schließen. Für mehr reichten die etwas festeren Sojanotierungen allerdings nicht aus.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen bröckelten weiter ab und fielen auf den tiefsten Stand seit fünf Wochen. Der festere US-Dollar wirkte belastend. Auch die straffere Geldpolitik Chinas drückt auf die Stimmung. Bei einem Dämpfer der überhitzten chinesischen Konjunktur werde sich der Ölverbrauch Chinas reduzieren, befürchten die Ölhändler. (St)
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