Tageskommentar Rohstoffe: Raps legt an der Matif kräftig zu


Die Stimmung an den Terminmärkten war auf breiter Basis fester. Die Festschreibung der Nahe-Null-Zinspolitik der amerikanischen Notenbank FED wirkte sich anregend auf viele Commodities aus. Die Weizenfutures legten hüben wie drüben zu. Auch der Sojakomplex verbuchte Kursgewinne. Mais schloss in Chicago dagegen neutral. An der Matif standen die Rapsnotierungen erneut im Zeichen von deutlichen technischen Kursgewinnen für den in Kürze auslaufenden Februar-Termin. Die Rohölnotierungen zogen etwas an.

Weizen: Die Weizennotierungen in Chicago bewegen sich seit sechs Tagen im Aufwärtstrend und legten am Vortag 4,50 US-$/t zu. Die Chicagoer Weizenpreise haben inzwischen den gleitenden 100-Tagesdurchschnitt überschritten - das erste Mal seit August vergangenen Jahres. Die US-Exportzahlen verbesserten sich mit knapp 619.000 t gegenüber den Vorwochen deutlich. Der Markt befindet sich in einer positiven Stimmung. Fundamental bleibt allerdings alles beim Alten. Auch mögliche kommende Exportbeschränkungen Russlands ändern an der sehr guten globalen Weizenversorgung nichts.
In Paris setzte sich die feste Stimmung ebenfalls fort. Der Weizen notierte bis zu 1,50 €/t fester. Seit dem kurzen Einbruch nach dem USDA-Januarreport bewegten sich die Weizennotierungen an der Matif mit Ausnahme eines Handelstages stetig nach oben. Sie haben seitdem 15 €/t zugelegt. Die EU hat für die laufende Woche Exportlizenzen über 218.000 t Weichweizen erteilt. Die Exporte summieren sich in dieser Kampagne auf 7,9 Mio. t.

Mais: Bei Mais ließen sich die Tagesgewinne in Chicago nicht halten. Die sehr guten wöchentlichen US-Exportzahlen von mehr als 1 Mio. t zeigten nur kurzfristig Wirkung. Eine größere Abgabebereitschaft der US-Farmer, überkaufte Futures und die stabileren Aussichten für die südamerikanische Maisernten drückten die Kurse in den neutralen Bereich.
In Paris marschiert Mais mit der freundlichen Tendenz mit und schloss bis zu 2,25 €/t fester. In der laufenden Woche wurden wieder mehr Importlizenzen nachgefragt und die EU-Kommission hat neue Einfuhrlizenzen über 116.000 t erteilt. Im Import-/Exportsaldo der EU bilanziert sich ein Importüberschuss von rund 1 Mio. t.

Sojakomplex: Der Sojakomplex dürfte mit Kursgewinnen für Bohnen und Schrot sowohl von der Niedrigstzinspolitik der FED als auch von Charttechnik profitiert haben. Der Chart signalisiert einen Aufwärtstrend, denn die Sojabohnennotierungen stiegen erstmals seit Mitte September wieder über den 100 Tagesdurchschnitt -  wenn auch nur zu Beginn der Sitzung. Dies rückte den südamerikanischen Wettermarkt in den Hintergrund. Die Wettermeldungen lassen für die argentinischen und südbrasilianischen Sojabohnenernten in den kommenden Tagen Regen erwarten und die Konditionen dürften sich weiter verbessern.

Raps: Raps legte eine eindrucksvolle Vorstellung hin. Die Februar-Notierung stieg fast 9 €/t an. Auch wenn der stramme Kursanstieg für den auslaufenden Februartermin technische Hintergründe haben dürfte, zog er doch die übrigen Notierungen erneut mit. Der Mai legte in diesem Zuge fast 5 €/t zu. Dennoch bleibt zwischen dem Frontmonat und dem Mai ein Spread von rund 20 €/t. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Preisabstand in den drei restlichen Handelstagen für den Februar entwickeln wird. Nichtsdestotrotz scheint sich bei Raps die enge Bilanz nachhaltiger in den Notierungen zu etablieren. Der Sojakomplex und Rohöl unterstützen den Auftrieb am Vortag noch zusätzlich.
Auch in Winnipeg war die Stimmung für Canola-Raps mit deutlicheren Kursgewinnen für die neue Ernte positiv.


Rohöl: Rohöl notierte unter dem Einfluss der Billigzinspolitik der FED etwas fester. Die Unsicherheit über die Lage am Persischen Golf beeinflusste die Brent Crude Notierungen etwas stärker als WTI- Rohöl. Der Iran will einen Gesetzesentwurf verabschieden, um seine Ölexporte in die EU möglichst schnell zu stoppen. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds kann das europäische Ölembargo gegen den Iran die Ölpreise und 20 bis 30 Prozent ansteigen lassen. Allerdings kann ein Teil der iranischen Ölimporte von Libyen und eine höhere Produktion in Saudi-Arabien abgefedert werden. (St)
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