Tageskommentar Rohstoffe: Raps setzt Kontrapunkt in etwas schwächeren Märkten

Eine kleinere als erwartete Schätzung für die kanadische Canola-Ernte in Kanada ließ den Raps mit Kursgewinnen schließen. Die übrigen Märkte legten einen Konsolidierungstag ein und schlossen mit geringfügigen Notizverlusten bei Weizen und Mais. Die Sojaschrotnotierungen gaben dagegen etwas stärker nach. Heute Morgen scheinen sich die Terminmärkte schon wieder nach oben bewegen zu wollen. Rohöl setzte seinen  Kursanstieg fort.
 
Weizen: Gewinnmitnahmen drückten in Chicago die Weizennotierungen für die vorderen Termine leicht ins Minus. Auch an der Matif notierte Weizen etwas schwächer und gönnte sich eine Atempause.
 
Der Deutsche Bauernverband hat die deutsche Weizenernte auf 21,9 Mio. t taxiert, und legt sich damit unter die gängigen Prognosen - möglicherweise aus politischen Gründen. In Frankreich steht die Weizenernte kurz vor dem Abschluss und es zeichnet sich ein höherer Anteil an Futterweizen als üblich ab. Agenturberichten zufolge reichen die guten Weizenqualitäten jedoch aus, um die Nachfrage im Export und im Inland zu bedienen. Für Großbritannien rechnet der Markt aufgrund der massiven Erntebehinderungen mit einer bevorstehenden Herabstufung bei der Weizenernte. Bisher sollen dort erst 30 Prozent des Weizens vom Feld sein.
 
Mais: Im weiteren Verlauf der Erntebereisung im Maisgürtel der USA hat sich das extrem schlechte Bild des ersten Tages für Mais nicht mehr bestätigt. Im US-Bundesstaat Indiana, der sehr stark von der Trockenheit betroffen war, liegen die Durchschnittserträge sogar noch etwas über der jüngsten USDA-Schätzung. Nach einer Reuters Umfrage erwarten Analysten im Schnitt einen US-Maisertrag 121,5 Bushel/acre und eine US-Maisernte von 254 Mio. t. Sollten ihre Prognosen zutreffen, müsste die US-Maisernte aber um weitere 20 Mio. t nach unten korrigiert werden.
In Chicago und in Paris notierte Mais etwas schwächer.  
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex gönnte sich einen Austag. Sojabohnen notierten leicht schwächer, für Sojaschrot gaben die Kurse im Spread gegen festes Sojaöl etwas stärker nach.
Auch bei Sojabohnen haben die Einschätzungen auf der Crop-Tour im Mittleren Westen das düstere Bild vom Vortag etwas aufgehellt. Im Südwesten Iowas könnten sogar ähnliche Erträge wie im Vorjahr geerntet werden, berichten Agenturen. Nach einer Reuters Umfrage gehen die Analysten inzwischen einer US-Sojabohnenernte von 74 Mio. t und damit von einer Stabilisierung der Erträge aus.
Die Schätzungen und Hochrechnungen sind derzeit noch mit großen Unsicherheiten behaftet. Vermutlich werden erst die neuen USDA-Zahlen im kommenden Monat ein etwas klareres Bild über die Soja- und Maiserträge bringen. Die Wetteraussichten lassen für die Späterntegebiete noch ein gewisses Erholungs-Potenzial für die Bohnen erwarten.
 
Raps: Raps startete einen Alleingang. Nach schwächerer Eröffnung drehten die Notierungen an der Matif zeitgleich mit Bekanntwerden der offiziellen Schätzung für die Canola-Ernte Kanadas ins Plus. Kanada erwartet mit 15,4 Mio. t zwar eine neue Rekordernte, doch die Schätzung lag 1 Mio. t unter den Erwartungen des Marktes. Die Börsen in Paris und Winnipeg reagierten mit steigenden Kursen. Bei Börsenschluss lagen die Rapsnotierungen für die beiden vorderen Termine an der Matif 3,50 €/t über dem Vortag.
 
Rohöl: Die Rohölkurse bleiben im Aufwind. Am Vortag mussten die um 5,4 Mio. Barrel gefallenen wöchentlichen US-Rohölbestände als Argument herhalten. Ein aufziehendes Sturmtief über dem Golf von Mexiko stimulierte die Kurse noch zusätzlich. Im Laufe dieses Monats sind die Rohölnotierungen um 10 Prozent gestiegen. Als wichtigster Einflussfaktor gilt weiter die unsichere Lage im Mittleren Osten. (St) 
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