Tageskommentar Rohstoffe: Raps und Soja legen kräftig zu

Der Auftrieb an den Ölsaatenmärkten hat sich fortgesetzt. Raps schloss mit deutlichen Kursgewinnen und auch Sojabohnen legten weiter zu. Die festeren Ölsaaten stabilisierten auch die Maiskurse, während sich die Weizennotierungen in Chicago nicht ganz halten ließen. An der Matif notierte Weizen neutral. Rohöl legte wieder etwas zu.
 
Weizen: An der Matif schloss Weizen für den Maikontrakt mit einer Nullnummer. Für die neue Ernte gab es leichte Kursgewinne. In Chicago notierten die Weizenfutures geringfügig schwächer, denn die Bedingungen für den Winterweizen und die Sommerweizenaussaat sind in den USA günstig.
 
Die Trockenheit auf der iberischen Halbinsel und in Teilen Westeuropas lassen Befürchtungen über kleinere Weizenernten aufkommen. Besonders betroffen ist Spanien, und dort der Anbau von Hartweizen. Auch in Marokko leidet der Weizen nach dem trockensten Winter seit 50 Jahren an Wassermangel. Die marokkanische Weizenernte könnte in diesem Jahr sogar unter 3 Mio. t fallen. Dies würde den Importbedarf Marokkos um 2 Mio. t auf 5 Mio. t erhöhen. Die Ukraine hat ihre Prognose für die kommende Weizenernte offiziell um 2 Mio. t auf 14 Mio. t nach unten korrigiert. Dort haben ein extrem trockene Herbst und Auswinterungsschäden den Weizenbeständen zugesetzt. Im Vorjahr hatte die Ukraine noch 22 Mio. t Weizen geerntet.
 
Mais: Die Maisfutures in Chicago konnten sich leicht befestigen und profitierten in erster Linie von den gestiegenen Sojabohnenkursen. Die Bestätigung über einen angeblichen Kauf von 600.000 t US-Mais durch China blieb bisher noch aus. Der Verkauf von 240.000 t Mais an eine unbekannte Destination hielt die Anleger bei Laune. Das Interesse an den Maisfutures ist ungebrochen, denn die offenen Positionen bewegten sich am Vortag wieder einmal signifikant nach oben. Sie sind in Chicago inzwischen auf ein Gesamtvolumen von mehr als 1,3 Mio. Kontrakte angestiegen.
An der Matif hielt die freundliche Stimmung für Mais mit Kursgewinnen von 1,75 €/t an. Die Kurse haben in den vergangenen drei Handelstagen knapp 5 €/t zugelegt.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex kümmerte sich wenig um Prognosen einer Investmentbank, die ein Ende der Rallye erwartet. Die Sojabohnennotierungen zogen deutlich an und auch Sojaschrot konnte sich für den Frontmonat knapp 6 US-$/t befestigen. Die Erwartungen an größere Exportnachfrage nach Bohnen treiben die Märkte. Die USA hoffen zudem, kurzfristig von den Ladeverzögerungen durch den Streik der argentinischen Hafenarbeiter profitieren zu können. Die Fonds zeigten lebhafte Kaufaktivitäten. Die offenen Positionen haben am Vortag erneut einen kräftigen Sprung nach oben gemacht und sind für Sojabohnen inzwischen auf mehr als 600.000 Kontrakte angestiegen.
 
Raps: In Paris setzte Raps die Vorgaben der Sojabohnen postwendend um. Die Kurse stiegen kräftig an, für die neue Ernte sogar fast 6 €/t. Die alte Ernte überschritt die nächste Zehnerhürde von 470 €/t, der August übersprang die Marke von 450 €/t. Die engen Rapsbilanzen für die alte und neue Ernte ließen grüßen. Im Gegensatz zu den Vortagen kam wieder ein sehr lebhafter Handel in Paris zustande.
Auch in Winnipeg legten die Canola-Notierungen zu.
 
Rohöl: Besseren Konjunkturdaten aus den USA und freundlicher Aktienmärkte ließen die Rohölnotierungen wieder fester schließen. Der gestiegene US-Dollarkurs wurde ausgeblendet. (St)
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