Tageskommentar Rohstoffe: Raps und Soja mit deutlicheren Kursgewinnen

Die feste Stimmung an den Terminmärkten hält unverändert an. Die deutlichsten Kursgewinne gab es für den Sojakomplex und für Raps. Die Weizenkurse bewegten sich mit den Befürchtungen über Auswinterungsschäden in Osteuropa weiter nach oben, konnten aber ihre Tagesgewinne nicht ganz halten. Mais notierte etwas fester. Die Rohölnotierungen zeigen nur wenig Bewegung und schlossen durchwachsen.

Weizen: Die Furcht vor erheblichen Auswinterungsschäden in Osteuropa und in der Schwarzmeerregion bestimmte die Nachrichtenlage für Weizen. Das offizielle Hydrometeorologische Institut der Ukraine rechnet durch die die extremen Temperaturen von -30 °C mit Auswinterungsschäden zwischen 42 bis 58 Prozent in den Wintergetreidebeständen. Nach den Einschätzungen der Meteorologen wird die Wintergetreideernte in der Ukraine auf nur noch 10 bis 14 Mio. t absinken.
An der Matif zogen die Kurse zeitweise bis zu 6 €/t an, beendeten Börsentag aber nur mit kleinen Kursgewinnen von 1,25 €/t. Die offenen Positionen beim Matif-Weizen haben sich am Vortag um mehr als 5.000 Kontrakte erhöht. In Chicago ließen sich die Spitzengewinne ebenfalls nicht ganz halten und Weizen schloss nur mit einem moderaten Plus. Shortabdeckungen und ein schwächerer US-Dollarkurs wirkten unterstützend.
 
Mais: Die Kursbewegungen bei Mais hielten sich an der Chicagoer Börse in Grenzen. Festere Aktienmärkte und neue Käufe der Fonds ließen die Kurse zwar etwas ansteigen, doch Gewinnmitnahmen begrenzen den Preisanstieg.
In Paris marschierte Mais mit dem Weizen. Bei sehr gutem Handelsvolumen von mehr als 3.800 Kontrakten ließen sich die Tagesgewinne von bis zu 5 €/t allerdings nicht halten. Bei Börsenschluss stand nur noch ein Plus 1 €/t an der Anzeigetafel.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex war der Gewinner auf dem Chicagoer Börsenparkett. Die Bohnen zogen 6 US-$/t und Sojaschrot über 3 US-$/t an. Der Wettermarkt konzentrierte sich diesmal auf Südbrasilien, denn dort ließ der Regen noch auf sich warten. Ein Kauf Chinas von 120.000 t Sojabohnen in den USA stärkte Hoffnungen auf eine größere Nachfrage nach den US-Bohnen.
 
Raps: Die Kassamärkte haben die Prämien auf die Matifnotierungen nach dem Auslaufen des Februar-Kontraktes erwartungsgemäß reduziert und um etwa 5 €/t zurückgenommen. An der Matif bewegten sich die Rapskurse sich weiter nach oben. Vor allem für die neue Ernte fielen die Kursgewinne mit einem Plus von 6,75 €/t in der Spitze deutlich aus. Sorgen über Auswinterungsschäden waren die Auslöser. Die Ukraine hatte schon vor dem Wintereinbruch 20 bis 30 Prozent der Rapsflächen durch die ungünstigen Bedingungen im Herbst als Totalausfall gemeldet. In Osteuropa ging der Raps sehr schwach und lückenhaft in den Winter. Auch in Westeuropa lassen sich Beeinträchtigungen durch die Kahlfröste erwarten, denn der Raps war von Kälteeinbruch schon sehr weit entwickelt.
In Winnipeg notierte Canola-Raps ebenfalls fester.
 
Rohöl: Rohöl schloss durchwachsen. Zunächst hatten positive Konjunkturdaten aus China für festere Rohölnotierungen gesorgt, noch zu Tagesende hielten sich die Bewegungen in Grenzen. Für WTI sieht die kurzfristige Tendenz nach überschaubaren Kursverlusten etwas schwächer aus. Brent Crude Öl verbuchte kleinere Gewinne und schloss bei 112 US-$/Barrel. (St)
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