Tageskommentar Rohstoffe: Raps und Soja stehen weiter unter Druck


Die Weizenkurse an der Matif konnten sich trotz freundlichem Start nicht halten und gaben mit schwächeren Chicagoer Vorgaben etwas nach. Mais notierte an der Chicagoer Börse deutlich schwächer. Die negativen Impulse kamen erneut vom Sojakomplex, der am zweiten Tag hintereinander kräftige Notizverluste verbuchen musste. Raps schloss sich den schwachen Ölsaaten an und zeigt keinerlei Aufwärtsdynamik. Rohöl notierte erneut fester. Heute Morgen lassen die vorbörslichen Vorgaben in Chicago noch keine Änderung der schwachen Tendenz erkennen.   
 
Weizen: Die Weizennotierungen an der Matif konnten sich lange im grünen Bereich halten, gaben aber mit der Öffnung der Chicagoer Börse nach. In Chicago wog der Einfluss der schwachen Mais- und Sojafutures stärker als die Weizenexporte nach Ägypten. Ägypten hat in den USA neben 180.000 t Soft-Red Winterweizen Agenturmeldungen zufolge auch noch 110.000 t Hard-Red-Winterweizen in den USA gekauft. Indonesien hat angekündigt, dass es in Kürze 121.000 t Weizen in den USA oder Kanada kaufen will. Der US-Weizen hat inzwischen an Wettbewerbskraft gewonnen und dies könnte sich stabilisierend auf die Weizenmärkte auswirken. In Australien bringt die Weizenernte an der Ostküste nur unterdurchschnittliche Proteinwerte.
 
Mais: Schwache Daten aus der US-Ethanol Wirtschaft und eine verhaltene Exportnachfrage nach Mais setzen die Notierungen in Chicago stärker unter Druck. Die wöchentlichen Ethanol-Produktionszahlen der USA sind rückläufig und es bauen sich Bestände auf. Verstärkt wurde der schwache Tenor durch eine Prognose des US-Analystenhaus Informa. Es hat seine Schätzung für die kommende Maisanbaufläche überraschend angehoben und erwartet im kommenden Frühjahr eine US-Maisanbaufläche von 99 Mio. acres. Die wäre ein Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Argentinien kann zudem wieder Mais nach China liefern, denn die Funde von gentechnisch verändertem Mais in argentinischen Importen haben sich anscheinend nur auf eine kleine Einzelpartie beschränkt.
An der Matif gaben die Maisnotierungen mit schwachem Weizen und den Chicagoer Vorgaben bis zu 2,75 €/t nach.
 
Sojakomplex: Die Stornierungen der chinesischer Bohnenkäufe vom Vortag spukten noch immer in den Köpfen der Händler und assoziierten einen möglichen Nachfragerückgang. Die Stimmung war schwach und die Sojabohnennotierungen gaben am zweiten Tag hintereinander fast 11 US-$/t nach. Die Sojaschrotpreise fielen mehr als 10 US-$/t in den Keller. Die US-Farmer akzeptieren den Preiseinbruch an den Börsen allerdings nicht und verkaufen zurzeit keine einzige Bohne, werden US-Handelskreise zitiert. Die Fonds sind bei den günstigen Wetteraussichten für die brasilianische Sojabohnenernte nervös und lösen weitere Long-Positionen auf.
 
Inzwischen gehen fast alle Analysten von einer größeren brasilianischen Sojabohnenernte als die vom USDA geschätzten 81 Mio. t aus. In den kommenden Wochen soll es in den brasilianischen Sojabohnenanbaugebieten einen wachstumsfreudigen Mix aus Regen und Sonne geben. Bei sehr guten Bedingungen könnte die brasilianische Sojabohnenernte in den sehr frühen Gebieten schon Anfang Januar einsetzen, wird vermutet.
 
Raps: Der Rapsmarkt präsentiert sich in ausgesprochen schwacher Verfassung. Die Kurse an der Matif gerieten schon unter Druck, als die Sojabohnennotierungen noch hellrot waren. Bis Börsenschluss gab Raps mehr als 6 €/t nach. Der Einbruch kam bei sehr lebhaften Handelsvolumen an der Matif zustande. Ab Februar 2014 stand sogar ein Minus von über 9 €/t an den Schlusskursen - bei allerdings nicht repräsentativen Kleinstumsätzen für diese späten Termine. In den vergangenen Tagen wurden positive Vorgaben völlig ignoriert, negative Einflüssen dagegen verstärkt umgesetzt. Der Frontmonat Februar droht inzwischen sogar unter die Marke von 450 €/t abzurutschen.
Auch in Winnipeg bleibt das Bild für Canola-Raps schwach und die Kurse gaben wie schon an den beiden Vortagen erneut nach.
 
Rohöl: Rohöl verbuchte für die beiden führen Ölsorten Kursgewinne von über 1,50 US-$/Barrel. Niedrigere Bestände an Rohöl, Benzin und Destillaten in den USA sowie Lösungsansätze bei der US-Fiskalklippe schlugen positiv auf die Kurse durch. Hinzu kam ein stimulierender Einfluss der Aktienmärkte, an denen sich die Jahresschlussrallye fortsetzt. (St)
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