Tageskommentar Rohstoffe: Rapskurse geben nach Gewinnmitnahmen nach

An den Terminmärkten blieben neue Impulse aus. Die Rapsnotierungen an der Matif gaben nach Gewinnmitnahmen stärker nach. Auch der Sojakomplex notierte schwächer. Für Weizen konnten sich die Notierungen an der Matif nur für die neue Ernte behaupten. In Chicago notierten die Weizenfutures und Mais etwas fester. Rohöl erholte sich etwas von den Vortagsverlusten.
 
Weizen: An der Matif bewegten sich die Weizenkurse zeitweilig im Plus, doch bei Börsenschluss hielt sich nur der Frontmonat Mai knapp im grünen Bereich. Die neue Ernte notierte etwas schwächer. In Chicago schlossen die Weizenkurse mit einem kleinen Plus. Die Börsenhändler befürchten mögliche Gefahren für die US-Weizenbestände durch den Kaltwetter-Einbruch im Weizengürtel.
An den internationalen Märkten hält die gute Nachfrage nach Weizen an. Libyen hat 50.000 t Weizen in Russland gekauft. Marokko hat einen Tender über 180.000 eröffnet und Jordanien bis auf der Suche nach 100.000 t Weizen.  
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago wurden von den festeren externen Märkten gestützt und konnten sich bei leichten Kursgewinnen gut behaupten. Die übrigen Commodities zeigten nach der Verkaufswelle des Vortags wieder eine etwas freundlichere Tendenz. Auch eine Gegenreaktion auf den Vortag und eine höhere US-Ethanol Produktion wirken sich positiv auf die Tageskurse aus.  
An der Matif war die Stimmung für Mais gedrückt. Bei sehr dünnen Handelsvolumen gaben die Kurse bis zu 1,50 €/t nach.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex zeigt vorsichtige Anzeichen einer technischen Konsolidierung, denn die Kurse gaben am dritten Tag hintereinander nach. Der Markt gilt als stark überverkauft. Nach überschaubaren long- Liquidation hielten sich die Kursverluste allerdings im Rahmen. Die spekulativen Fonds hielten in der vergangenen Berichtswoche bei Sojabohnen netto long-Positionen von knapp 245.000 Kontrakte und in Rekordhöhe. Die offenen Positionen bei Bohnen sind mit fast 786.000 Kontrakten auf ein Rekordniveau angestiegen. Im Markt mehren sich die Stimmen, die bald mit einer Korrektur beim Sojakomplex rechnen.
 
Raps: Gewinnmitnahmen und die etwas schwächeren Vorgaben vom Sojakomplex drücken die Rapskurse in den roten Bereich. Für die neue Ernte gaben die Kurse sogar bis zu 6,75 €/t nach. Die alte Ernte fiel wieder unter 500 €/t. Tendenziell ändert sich am festen Markt allerdings nichts. Eine mögliche technische Korrektur beim Sojakomplex dürfte aber auch den Raps kurzfristig in Mitleidenschaft ziehen. Auf dem hohen Niveau bestehe zudem die Gefahr von weiteren Gewinnmitnahmen. Die Aktivitäten an der Matif waren wie schon Vortag äußerst lebhaft.
In Winnipeg notierte Canola-Raps ebenfalls schwächer.
Für Australien gehen Analysten von einer Anbauausdehnung für Raps von 30 Prozent in diesem Jahr aus. Damit könnte Australien in der kommenden Saison die sich schon jetzt abzeichnende knappe Rapsbilanz der EU möglicherweise etwas aufbessern.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen zogen wieder an. Vorreiter war WTI-Rohöl mit einem Plus von knapp 1,70 US-Barrel. Auslöser waren die mehr als 8 Mio. Barrel und überraschend stark gefallenen Lagerbestände an Benzin und Destillaten in den USA. Die US-Rohölbestände legten dagegen um 2,8 Mio. t zu. Brent Crude Öl zog nur moderat mit. Die US-Energiebehörde EIA hat die Prognose für die globale Ölnachfrage für das laufende Jahr um 150.000 Barrel je Tag nach unten korrigiert. Die Behörde rechnet mit einem stärkeren Anstieg der Ölproduktion außerhalb der Opec-Länder, in erster Linie in Nordamerika. (St)
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