Tageskommentar Rohstoffe: Rapskurse profitieren von Soja und Rohöl

Festere Aktienmärkte, gestiegene Rohölnotierungen und eine bessere Stimmung bei nahezu allen Commodities beeinflussten auch die Agrarfutures in Chicago und in Paris positiv. Die Weizennotierungen in Chicago schlossen mit einem leichten Plus, konnten sich an der Matif aber nur behaupten. Dagegen legte Mais etwas zu. Die größeren Gewinne gab es für den Ölsaatenbereich. Sowohl der Sojakomplex als auch Raps hoben sich mit etwas größeren Kursgewinnen ab. Eine Trendwende lässt sich jedoch nicht erkennen. Rohöl hält sich auf hohem Niveau und zog weiter an.
 
Weizen: Die freundlicheren externen Einflüsse in Verbindung mit einem etwas schwächeren US-Dollarkurs bescherten den Weizenfutures in Chicago nach schwachen Vortagen wieder hellgrünen Vorzeichen. Der Markt gilt als etwas überverkauft. Die offenen Positionen haben sich im Zuge des in Kürze auslaufenden Frontmonats Dezember abgebaut.
An der Matif ließen sich die Kursgewinne von bis zu 4,50 €/t bei Börsenschluss nicht halten. Der Januar schloss mit einem leichten Minus, die übrigen Termine notierten neutral. Die Spitzengewinne in Paris reduzierten sich, als sich auch in Chicago die Höchstkurse nicht halten ließen.  
An Exportmärkten dürfte sich der Wettbewerb verschärfen. Argentinien hatte in der Vorwoche angekündigt, 2,5 bis 3,5 Mio. t Weizen zusätzlich zu exportieren. Der argentinische Weizen ist der billigste Weltmarkt und liegt etwa 15 US-$/t unter dem aus der Schwarzmeerregion. Höhere Frachtkosten zu den Importländern im Nahen Osten machen den Preisvorteil aber zunichte. Im kommenden Jahr könnte der argentinische Weizen für Portugal und Spanien, aber auch für die Beneluxländer und sogar Deutschland als Futterweizen interessant werden. Man rechnet damit, dass das EU-Importkontingent von 1,2 Mio. t für Weizen mittlerer und minderer Qualität in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres nach Aussetzung der Importabgaben in voller Höhe in Anspruch genommen wird.
 
Mais: Die Chicagoer Maisfutures schwammen in den freundlicheren externen Märkten mit und schlossen mit moderaten Kursgewinnen. Die offenen Positionen haben sich vor dem in Kürze auslaufenden Dezember-Kontrakt signifikant um 65.000 Kontrakte abgebaut. Eine größere Umschichtung auf spätere Positionen blieb aus.
An der Matif setzt sich die Erholungsphase für den europäischen Mais fort. Der Januar notierte gut 2 €/t fester. Damit sind die Maisnotierungen in Paris wieder über die Weizenkurse gestiegen. In Rumänien zeichnet sich eine noch größere Rekord-Maisernte ab, als zuletzt geschätzt. Inzwischen spricht man über eine rumänische Ernte von 11,5 Mio. t. Dies wären 2,5 Mio. t mehr Mais als im Vorjahr.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex legte mit einem Plus von über 5 US-$/t für Sojabohnen und knapp 7 US-$/t bei Sojaschrot die deutlichsten Tagesgewinne an der Chicagoer Börse vor. Neben dem festeren Umfeld der übrigen Commodities machten Erwartungen an größere Sojabohnenkäufe Chinas im kommenden Jahr die Runde. Die US-Exportanmeldungen von 1,1 Mio. t Sojabohnen für diese Woche könnten diese Einschätzungen gestützt haben.
 
Raps: Die festeren Vorgaben vom Sojakomplex und höhere Rohölnotierungen brachten die Rapskurse an der Matif in die Offensive. Mit Kursgewinnen von 5 €/t wurden die positiven Vorgaben intensiver als zuletzt umgesetzt. Möglicherweise hat das Halten der Stützungslinie von 410 €/für Februar einen stärkeren Stimmungswechsel eingeleitet. Analysten befürchten jedoch Kursverluste für die europäischen Rapsfutures, falls dieses Stützungsniveaus nach unten durchbrochen werden sollte.
Canola Raps schloss in Winnipeg mit kleineren Kursgewinnen und befand sich in einer leichten Erholungsphase.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen halten sich trotz aller Unsicherheiten an den Finanzmärkten auf hohem Niveau. Die Notierungen zogen bis zu 2,60 US-$/t an. Als Auslöser wurden Rekordumsätze beim US-Einzelhandel nach dem verlängerten Wochenende in den USA genannt. Nach Ansicht von Analysten entbehrt das Argument allerdings jeglicher fundamentale Grundlage. (St)
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