Tageskommentar Rohstoffe: Rapskurse springen wieder nach oben

Mit einem kräftigen Kursanstieg haben die Rapsnotierungen an der Matif auf die gedrückten Ernteaussichten für Raps reagiert und ihre kurze Schwächephase überbrückt. Der Sojakomplex schloss mit kleineren Kursgewinnen. Die europäischen Weizennotierungen legten ebenfalls zu. In Chicago waren sie dagegen nur knapp gehalten. Mais notierte uneinheitlich. Brent Crude Rohöl schloss nach dem deutlicheren Vortagsverlust behauptet.  
 
Weizen: An der Matif legten die Weizennotierungen bis 2,50 €/t zu. Der Regen hat zwar etwas Entspannung für die trockenen Böden gebracht, doch in Nordost-Frankreich und auch in weiten Teilen Deutschlands ist es weiterhin zu trocken. Die offenen Positionen haben sich gegenüber dem Vortag sprunghaft um 20.000 Kontrakte erhöht, vermutlich im Zeichen von Options-Geschäften. In Deutschland werden die Kassapreise weiterhin von der stetigen Nachfrage der Mischfutterindustrie und der Veredlungswirtschaft gut unterstützt.
  
In Chicago schlossen die Weizenkurse deutlich unter ihren Tageshochs. Nach spekulativen Verkäufen der Fonds zum Börsenschluss konnten sie sich nur für die vorderen Termine knapp behaupten. Die wöchentliche Bonitierung der heranwachsenden US-Winterweizenernte hat sich gegenüber der Vorwoche erneut verbessert. Rund 64 Prozent der Weizenflächen werden als gut bis exzellent bewertet. Die Sommerweizen-Aussaat  in den USA ist bereits zu 37 Prozent abgeschlossen und liegt deutlich über dem Schnitt der vergangenen Jahre.
 
Die Getreideexporte Kasachstans leiden unter fehlenden Eisenbahnwaggons für den Transport zu den Exporthäfen am Schwarzen Meer. Dadurch rechnet das Land nun nur noch mit Getreideexporten von 11 bis 12 Mio. t und hat seine frühere Prognose von 15 Mio. t nach unten korrigiert. Es deutet sich an, dass Kasachstan aus der Rekordernte 2011 einen ungewöhnlich großen Weizenüberschuss von 8 bis 10 Mio. t mit in die neue Ernte nehmen wird. Damit könnte Lagerraum wie im Vorjahr knapp sein.
 
Mais: Die Maiskurse in Chicago schlossen mit unterschiedlichen Vorzeichen. Trotz der knappen US-Bilanz notiert die alte Ernte etwas schwächer, die neue Ernte legte trotz der großen Anbauausdehnung zu. Die US-Maisaussaat kommt zügig voran und rund 17 Prozent waren zu Wochenanfang bereits im Boden. Die Exportverladungen fielen in der Vorwoche mit knapp 1,1 Mio. t größer als erwartet aus.
In Paris schloss Mais etwas schwächer.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex bewegte sich wieder grünen Bereich und legte sowohl für Sojabohnen als auch für Sojaschrot moderate Kursgewinne vor. Freundlichere externe Märkte, eine bessere Stimmung und anhaltendes Kaufinteresse für die Sojabohnenfutures setzen den Rahmen. Die offenen Positionen bei Sojabohnen stiegen erneut signifikant an. Unterschwellig gab es Unterstützung durch die gute Exportnachfrage und Vermutungen, dass die südamerikanische Bohnenernte noch kleiner ausfallen könnte, als zuletzt geschätzt. Nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Wochen rechnet man damit, dass die US-Anbaufläche für Sojabohnen 1 bis 2 Mio. acres größer ausfallen könnte, als sie in der USDA-Flächenschätzung von März prognostiziert wurde.
 
Raps: Die Rapskurse an der Matif machten ein Sprung oben und schlossen bis zu 8 €/t der fester. Damit haben sie die Verluste der beiden Vortage auf einen Streich wettgemacht. Die Aussichten auf eine noch kleinere europäische Rapsernte als im Vorjahr und eine etwas verspätete Reaktion auf die jüngste Schätzung von Oilworld könnten der Auslöser gewesen sein. Oilworld geht nur von einer europäischen Rapsernte von 18,5 Mio. t aus. Andere Einschätzungen halten sogar eine noch kleinere Rapsernte für möglich. Die Notierung für Mai hat sich zum Börsenschluss wieder auf knapp 500 €/t hochgearbeitet.
In Winnipeg zogen die Canola-Notierungen für die neue Ernte stärker an als für die alte Ernte.
 
Rohöl: Bei WTI-Rohöl hat sich der Auftrieb mit einem Plus von knapp 1,30 US-$/Barrel fortgesetzt. Wie schon am Vortag wirkte die vorzeitige Öffnung der Seaway-Pipeline erneut unterstützend. Im Markt erwartet man dadurch auf Sicht eine Angleichung der WTI-und Brent Crude Notierungen, da sich mithilfe der Pipeline die erheblichen Lagerbestände am US-Andienungsort Cushings abbauen könnten. Brent Crude Öl notierte nur gut behauptet und wurde etwas gestützt durch eine besser verlaufene Aktion für spanische Staatsanleihen. (St)
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