Tageskommentar Rohstoffe: Rapskurse stoppen Abwärtsbewegung

An der Matif kam es zu einer Gegenreaktion auf die vorangegangen Verluste. Raps, Weizen und Mais schlossen mit deutlicheren Kursgewinnen. An der Chicagoer Börse zogen die sehr festen Maisnotierungen die Weizen- und Sojafutures mit nach oben. Rohöl notierte etwas fester. Heute steht der neue USDA-Report im Fokus des Marktes.
 
Weizen: Die Weizenkurse in Paris schlossen 8,50 €/t für die Monate November und Januar fester. Die Preisschwäche der Vortage aufgrund der Regenfälle dürfte zudem eher psychologisch bedingt gewesen sein. Obwohl sich der Zustand der westeuropäischen Weizenbestände nach den Regenfällen entspannt hat, lassen sich kaum signifikante Ertragszuwächse durch die jüngsten Niederschläge erwarten.
Beim Weizentender Algeriens über 600.000 bis 650.000 t soll Frankreich der Gewinner gewesen sein. Nach Agenturmeldungen wurde das Geschäft zu einem Kurs von 366 US-$/t cif-Algerien abgeschlossen. Frankreich setzt trotz der gedrückten Ernteaussichten auch im kommenden Jahr auf umfangreiche Weizenexporte und will 20 Mio. t Weizen ausführen, davon 14 Mio. t in Drittländer. Für die diesjährige Weizenernte rechnet Frankreich allerdings mit 15 Prozent niedrigeren Erträgen.
An der Chicagoer Börse bewegten sich die Weizennotierungen mit dem festeren Mais und den Vorgaben aus Europa nach oben. Der Frontmonat Juli zog gut 5 US-$/t an. Vom heutigen USDA-Report erwarten Analysten eine Korrektur der US- und globalen Weizenernte nach unten.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago zogen kräftig an, notierten für Juli zwischenzeitlich im Limit up und schlossen nur knapp darunter. Aggressive Käufe der spekulativen Fonds gelten als Ursache. Durch die Überschwemmungen am Missouri rechnet man mit einer kleineren Maisaussaatfläche, als zuletzt erwartet. Die Verspätung bei der Aussaat lassen zudem eine spätere Ernte erwarten. Dabei würde aufgrund der engen US-Maisbestände eine frühe Ernte benötigt. Etwas höhere Produktionszahlen für Ethanol bei abnehmenden Ethanol-Beständen stimulierten den Markt zusätzlich. Der heutige USDA-Report wird nach Einschätzungen des Marktes eine Korrektur der US-Maisendbestände nach unten für diese und die kommende Saison bringen.
An der Matif profitierte Mais vom Weizen sowie den festen US-Vorgaben. Der August notierte 4 €/t und die neue Ernte über 7 €/t fester.
 
Sojakomplex: Auch der Sojakomplex nahm die Vorgaben vom Mais an und schloss mit überschaubaren Kursgewinnen. Wie schon Vortag zogen die Schrotnotierungen im Frontmonat Juli  stärker als die Bohnen an. Die festeren Schrotpreise resultieren aus einem kleineren Crush in den USA und kurzfristig engeren Versorgung mit Schrot. Die Überschwemmungen am Missouri geben dem Sojakomplex zusätzliche Stützung. Nach Einschätzung der Analysten wird der heutige USDA-Report die US-Sojabohnenbestände aufgrund der zuletzt schleppende Exporte etwas höher als im Vormonat ausweisen.
Brasilien fährt die mit Abstand beste Sojabohnenernte aller Zeiten ein. Die brasilianische Ernteschätzung wurde gegenüber dem Vormonat um 1,4 Mio. t auf nunmehr 75 Mio. t Sojabohnen angehoben.
 
Raps: Die Rapsnotierungen konnten sich aus ihrer Abwärtsbewegung lösen. Die Korrektur war nach Ansicht des Marktes überfällig und die Kurse an der Matif stiegen bis zu 11 €/t bei sehr lebhaftem Volumen von über 10.000 Kontrakten an. Zum einen kursierten Zahlen über eine weitere Rückstufung der französischen Rapsernte im Markt, zum anderen dürfte der Matif-Raps auch von der zurückgenommen Prognose für die kanadischen Rapsernte profitiert haben.
Offizielle Schätzungen in Kanada haben die Erwartungen an die kommende Canola-Ernte aufgrund der Aussaat-Verzögerungen um 600.000 t auf 12,7 Mio. t zurückgenommen. Für die kommende Saison rechnet Kanada mit einem Endbestand von 650.000 t Canola-Raps. Damit würden sich die Bestände trotz einer größeren kanadischen Rapsernte etwas abbauen.

Rohöl: Die Opec-Mitglieder haben sich bei ihrem Treffen in Wien nicht einigen können und ließen die Förderquoten unverändert. Daraufhin drehten die Rohölnotierungen aus dem Minus in ein leichtes Plus. Die Opec will in den kommenden drei Monaten den Markt beobachten, um dann erneut über Förderquoten zu entscheiden. (St)
stats