Tageskommentar Rohstoffe: Rapskurse ziehen wieder nach oben


Die Rapsnotierungen an der Matif befinden sich wieder auf den Weg nach oben. Bei sehr ruhigem Handel setzte sich am Wochenanfang die Erholungsphase mit Kursgewinnen fort. Die Weizennotierungen starteten dagegen mit kleineren Notizverlusten in die neue Woche. In Chicago fanden am Montag keine Notierungen statt. Zum Wochenschluss notierte der Chicago Weizen jedoch deutlich fester. Auch Mais und Sojabohnen schlossen zuvor mit Kursgewinnen. Die Rohölnotierungen scheinen sich nach leichten Kursgewinnen zu stabilisieren. Die vorbörslichen Vorgaben aus Chicago sehen heute Morgen für Ölsaaten freundlich aus, für Weizen könnte es etwas Druck geben.
 
Weizen: An der Matif gaben die Weizennotierungen am Vortag etwas nach. Das Volumen war allerdings dünn. Vor dem Pfingstwochenende hatten die Weizenkurse in Paris jedoch bis zu 3,75 €/t angezogen. In Europa und auch in Deutschland lässt das trockene und warme Wetter wieder Wettermarkt-Fantasien aufkommen, falls es in den kommenden Tagen nicht regnen sollte. Die bullische Stimmung macht sich auch im gestiegenen Engagement an der Matif deutlich, denn seit Mitte Mai sind die offenen Positionen der Weizenfutures um nahezu 40.000 Kontrakte angestiegen. Toepfer International geht von einer deutschen Weizenernte von 21,4 Mio. t aus liegt damit 1,3 Mio. t unter der Schätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes.
 
In Chicago schlossen die Weizenkurse über 6 US-$/t im Plus. Der jüngste Report des IGC und die Aussicht auf einen stärkeren Abbau der globalen Weizenbestände soll Spekulation über bessere Exportchancen für den US-Weizen und neue Käufe ausgelöst haben. In den USA ist es im westlichen Weizengürtel weiterhin heiß und trocken. In Kansas hat die Winterweizenernte eingesetzt. Entgegen den Befürchtungen drückten erste Erträge auf eine gute bis überdurchschnittliche Weizenernte hin.
 
Im Süden Russlands und in Teilen der Schwarzmeerregion bleibt das trockene Wetter ein Thema. Dort waren zwar Regenfälle vorhergesagt, doch davon wird eine deutlich bessere Wasserverfügbarkeit kaum erwartet. Für West-Australien, der wichtigsten Ackerbauregion des Kontinents, deutet sich nach fehlenden Niederschlägen ein Trockenheitsszenario ab. Die Weizenaussaat wurde teilweise gestoppt.
 
Mais: Die Maiskurse in Chicago zogen mit Ausnahme des Frontmonats etwas an. Freundlichere externe Märkte und Wettermarkttendenzen bei trockeneren und warmen Aussichten für den mittleren Westen setzen den Rahmen. Die offenen Positionen beim Chicagoer Maisfutures haben sich seit Mitte Mai verstärkt abgebaut.
An der Matif konnten sich die vorderen Maisnotierungen knapp behaupten.
 
In Argentinien hat die Börse in Buenos Aires die Schätzung für die Maisernte auf 19,3 Mio. t zurückgenommen. Das USDA hatte die argentinische Ernte vor kurzem noch 2,2 Mio. t höher eingestuft. Agenturberichten zufolge soll sich Argentinien derzeit sich um Maislieferungen nach China bemühen. Bisher waren die Maisexporte nach China durch gentechnisch veränderte Sorten problematisch. Auch die Ukraine will im kommenden Jahr verstärkt mit China ins Maisgeschäft kommen und peilt ein Exportvolumen von 3 Mio. t an. Aufgrund der sehr großen kommenden ukrainischer Maisernte von 21,5 bis 24 Mio. t hat die Ukraine reichlich Mais für den Export übrig und könnte der zweitgrößte globale Maisexporteur werden. Bisher wird diese Position noch von Argentinien gehalten.
 
Sojakomplex: Sojabohnen schlossen mit Kursgewinnen und setzen die Tendenz zum Wochenstart fort. Die Kassapreise in den USA sind aufgrund der guten Exportnachfrage fest. Ansonsten gab es nichts Neues. Allenfalls die Wettermärkte in mittleren Westen könnten ein Thema werden, doch die Vorhersagen sind etwas widersprüchlich.
 
Raps: Die Rapskurse bewegen sich wieder nach oben und sind auf dem besten Weg zur Erholung. Nach den Kursgewinnen von 5 €/t am Freitag legte die Matif zum Wochenstart mit einem Plus bis zu 4,75 €/t noch einmal etwas drauf. Das Umsatzvolumen am Pfingstmontag war mit nur 480 Kontrakten allerdings kaum der Rede wert. Die festeren vorbörslichen Sojanotierungen in Chicago bieten heute jedoch die Chance, dass die Rapsnotierungen an der Matif ihre freundliche Tendenz fortsetzen könnten. Toepfer International hat in seinem neuen Marktbericht die EU-Rapsernte auf 18,1 Mio. t geschätzt liegt damit in Linie mit Oilworld. Für Deutschland erwartet Toepfer eine Rapsernte von 4,6 Mio. t und damit rund 300.000 t mehr als der Deutsche Raiffeisenverband.
In Winnipeg zogen die Canola-Notierungen ebenfalls an.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen scheinen sich zu stabilisieren. Die Kursgewinne fielen zwar nur bescheiden aus, doch der Abwärtstrend wurde zumindest kurzfristig gestoppt. Die Finanzprobleme Spaniens und die europäische Schuldenkrise belasten allerdings weiter, während die ergebnislosen Verhandlungen mit dem Iran über das Atomprogramm den Gegenpart bilden. Die Commerzbank geht in einer Studie davon aus, dass sich die US-Rekord-Lagerbestände an Rohöl mit der Inbetriebnahme der umgekehrten Fließrichtung der Seaway-Pipeline von Cushing zum Golf von Mexiko nach und nach reduzieren werden. Dadurch könnte sich die Preisdifferenz zwischen WTI und Brent Crude Öl bis zum Jahresende auf 5 US-$/t verringern und im kommenden Jahr völlig abbauen, erwarten die Rohstoffanalysten der Bank. (St)
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