Tageskommentar Rohstoffe: Rapsmarkt fehlen belebende Impulse

Die Rapsnotierungen an der Matif konnten sich nach einer schwachen Sitzung in positives Terrain retten. Bei Weizen ließ die Aussicht auf Regenfälle in Russland die Notierungen an den Terminmärkten etwas zurückgehen. Auch Mais notierte schwächer. Der Sojakomplex schloss sich der generell schwächeren Tendenz der Commodities mit Notizverlusten an. Rohöl gab weiter nach.
 
Weizen: Die Weizennotierungen in Paris schlossen für den Frontmonat November leicht im Minus, die Anschlusstermine gaben 2,50 €/t nach. In Chicago gab es mit 6,50 US-$/t ein deutlicheres Minus. Aussichten auf Regenfälle in den europäischen Teilen Russlands und angrenzenden Ländern drückten nach Gewinnmitnahmen auf die Notierungen.
Jordanien hat 100.000 t Weizen in Deutschland gekauft. Bei den zuletzt sehr schwach geernteten Weizenqualitäten in Deutschland dürfte das Exportpotenzial für deutschen Weizen in dieser Saison begrenzt bleiben.
 
Mais: Schwaches Rohöl und rückläufige Aktienkurse drückten die Maisnotierungen an der Chicagoer Börse ins Minus. Es gab zwar keine bärischen Meldungen, aber bullische Argumente fehlen völlig. Die gedrückten Konjunkturaussichten in den USA schlagen bei den Maisnotierungen stärker zu Buche, denn mehr als ein Drittel der US-Maisernte wird für die eigene Ethanol-Produktion benötigt. Auch die leicht angehobene Bestandes-Bonitierung drückte auf die Kurse, denn vor der Ernte fällt die Bewertung der Bestände in der Regel eher ab, Als dass sie ansteigt. Immerhin präsentierten sich 70 Prozent der US-Maisbestände mit ‚gut bis sehr gut‘. In der kommenden Woche könnte die Ernte in frühen Gebieten des mittleren Westens starten.
Paris notierte den Mais für November 2,50 €/t schwächer.
 
Sojakomplex: Auch der Sojakomplex zollte dem schwachen Umfeld und einer Verkaufswelle bei allen Commodities Tribut. Die Kursverluste fielen moderat aus. In den vergangenen 10 Tagen hat die Novemberbohne aber fast 15 US-$/t verloren. Sojaschrot notierte am Vortag über 5 US-$/t im Minus. Die Bestandes-Bonitierung der US-Bohnen in den Kategorien ‚gut/sehr gut‘ wurde zum Wochenanfang um 2 Prozent zurückgenommen, doch als bullisches Argumente reichte dies nicht aus. Mögliche Ertragsverluste durch die Wurzel- und Stängelfäule in einigen Staaten des Mittleren Westens relativieren die Aussichten auf Spitzenerträge.
 
Raps: Die Rapsfutures in Paris erlebten einen denkwürdigen Handelstag. Zwischenzeitlich gingen die Notierungen bei starkem Verkaufsdruck bis zu 8 €/t zurück. Bei sehr lebhaften Umsätzen von über 12.000 Kontrakten schafften sie zum Börsenschluss noch die Kehrtwende und schlossen leicht im Plus. Der Einfluss von schwächeren Rohölnotierungen und gedrückten Sojaölkursen war zwar erkennbar, dürfte aber kaum der alleinige Grund für die volatile Sitzung gewesen sein. Es sieht fast aus, als seien im größeren Stile Gewinne mitgenommen worden, denn die Zahl der offenen Positionen hatten sich in den vergangenen Tagen deutlich erhöht, ginge aber am Dienstag um mehr als 3.000 Kontrakte zurück. Fundamental fehlt es Raps an belebenden Impulsen, denn die engen Bilanzen sind bekannt und dürften eingepreist sein.
Gute Exportnachfrage und kleinere spekulative Käufe verhalfen den Canola-Notierungen in Winnipeg zu Notizgewinnen bis zu 5,20 Can-$/t. Auch die etwas verspätete Ernte im Westen Kanadas trug zur freundlicheren Stimmung bei.
 
Rohöl: Schwache Daten vom US-Immobilienmarkt, gedrückte Aktienkurse und ein festerer US Dollarkurs hielten die Rohölnotierungen in der Abwärtsbewegung. Die Kurse fielen unter 72 US-$/Barrel. (St)
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