Tageskommentar Rohstoffe: Rapsnotierungen bewegen sich nach oben


Die gedrückte Tendenz bei Weizen hält an. Sowohl an der Matif als auch in Chicago gaben die Weizennotierungen leicht nach. Mais notierte ebenfalls schwächer. Beim Sojakomplex blieb die Aufwärtsbewegung intakt und die Kurse legten erneut zu. Raps schloss mit etwas deutlicheren Kursgewinnen. Rohöl gab dagegen nach.
 
Weizen: Die Stimmung für Weizen blieb in Chicago gedrückt. US-Weizen konnte zwar einen Ägypten Tender über 60.000 t gewinnen, doch dies brachte die Notierungen Chicago nur kurzzeitig nach oben. Der amerikanische Weizen soll mit 306,80 US-$/t fob US-Golf ungewöhnlich billig gewesen sein und sogar andere US-Offerten um 10 bis 15 US-$/t unterboten haben. Dies konnte Chicagoer Händler anscheinend wenig überzeugen. Da zudem  für trockene Teile des US-Weizengürtels Regen vorhergesagt wird, fielen die Chicagoer Kurse wieder in den hellroten Bereich. An der Matif gaben die Notierungen ebenfalls leicht nach.
 
Mais: Die Chicagoer Maisnotierungen schlossen nach durchwachsender Sitzung etwas schwächer. Die wöchentlichen US-Exportanmeldungen fielen mit 147.000 t äußerst mager aus und die Verladungen bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Es einzige bemerkenswerte ist weiterhin der Anstieg der offenen Positionen bei den Chicagoer Maisfutures. In den vergangen 14 Tagen hat sich der Kontraktbestand bei Mais in Chicago um 100.000 offene Positionen erhöht und das Spekulationskapital ist kräftig angestiegen.  
In Paris notierte Mais etwas schwächer.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex bleibt in Aufwärtsbewegung. Nach neuerlichen Kursgewinn schnuppert die Sojabohnen wieder an der 15 US-$/Bushel-Marke. In Argentinien hat es am Wochenende weniger geregnet als gedacht. Die meisten Wettermodelle prognostizieren für die kommenden acht Tage warmes und trockenes Wetter und wenig Aussicht auf Niederschläge. Gestützt wurden die Bohnennotierungen durch die beeindrucken großen  wöchentlichen US-Exportanmeldungen von 1,47 Mio. t. Die Sojabohnen-Verladungen aus den USA laufen derzeit auf Hochtouren.
Derzeit erreichen fast jeden Tag neue Schätzungen über die kommenden  Sojabohnenernten in Brasilien und Argentinien die Märkte. Die Streubreite ist je nach bullischen oder bärischen Einschätzungen erheblich. So schwanken die Ernteprognosen für Brasilien zwischen 81 und 85 Mio. t und für Argentinien zwischen 51 bis knapp 55 Mio. t.
 
Raps: Die Rapsnotierungen in Paris profitierten vom festen Sojakomplex und hatten Nachholbedarf im Zuge des gewechselten Frontmonats. Der Mai legte um 5,25 €/t auf 469,25 €/t zu. Damit hat sich die große Preisdifferenz am Terminmarkt etwas verringert, die nach dem Auslaufen des Februarkontraktes übrig geblieben war. 

Im Markt war ein Kursanstieg für den Mai erwartet worden. Es sieht allerdings so aus, als dies würde der Preisanstieg zulasten der Prämien gehen. An den physischen Märkten sind die Rapspreise den steigenden Matifnotierungen zum Wochenanfang nicht gefolgt. Aus dem abgelaufen Februarkontrakt werden mit 51.100 t keine ungewöhnlich großen Mengen physisch angedient.  
In Übersee stiegen die Kurse für Canola-Raps  mehr als 8 Can-$/t in Winnipeg an.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen ruderten zurück. Ein festerer US-Dollarkurs, gedrückte Aktienmärkte, Erwartungen an eine neue Gesprächsrunde um den Atomstreit mit dem Iran sowie die politischen Unsicherheiten in Spanien und Italien lösten eine Kurskorrektur aus. Die WTI-Kurse fielen mit einem Minus von 1,60 US-$/Barrel deutlicher ab, aber auch die Brent Crude Notierungen gaben 1,16 US-$/Barrel nach. Der Preisanstieg der Vorwochen basierte auf den verstärkten spekulativen Engagement der Anleger, denn die Long-Positionen an der New Yorker Nymex stiegen auf den höchsten Stand seit elf Monaten. (St)
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