Tageskommentar Rohstoffe: Rapsnotierungen brechen zeitweise ein


Schwache Rohölnotierungen und Gewinnmitnahmen haben die Rapsnotierungen an der Matif zum Wochenschluss erheblich belastet und zu kräftigen Kurskorrekturen geführt. Der Sojakomplex hielt sich trotz schwachem Beginn im grünen Bereich. Weizen zeigte sich durchwachsen. Notizgewinne für die alte Weizenernte an der Matif standen Kursverluste auf allen Terminen in Chicago gegenüber. Die Maiskurse zeigten ein unterschiedliches Bild.
 
Weizen: An der Matif schloss der Mai-Termin mit technischen Kursgewinnen. Der Weizenkontrakt für die alte Ernte läuft am Donnerstag dieser Woche aus. Die neue Ernte notierte bis zu 3 €/t schwächer und stand erneut unter dem Einfluss besser Aussichten für die europäische Weizenernte.
In Chicago gaben die Weizenkurse auf allen Terminen nach. Für die alte Ernte fielen die Notizverluste zwar überschaubar aus, markierten aber ein neues Kontrakttief. Ein festerer US-Dollarkurs und schwache Finanzmärkte drücken auf die Notierungen.
Algerien hat 120.000 t Weizen gekauft. Indien sondiert Exportmöglichkeiten für 10 Mio. t Weizen aus Lagerbeständen. Für die neue Rekordweizenernte werden die verfügbaren Lagerkapazitäten von 63 Mio. t nicht ausreichen, den kurzfristig erwartet der Subkontinent einen Bestandsaufbau auf 75 Mio. t Weizen.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago schlossen für die alte Ernte nach schwachem Beginn fester. Die Fonds waren wieder auf der Verkäuferseite und der starke Liquidationdruck hat erst einmal nachgelassen. Auch ein kleines Angebot am Kassamarkt und fehlende Andienungen für den Frontmonat gaben den Kursen Hilfestellung.  
Das amerikanische Analystenhaus Informa rechnet mit einer besseren Maisernte in Brasilien. Es taxiert die brasilianische Maisernte auf 66 Mio. t und damit 1,5 Mio. t höher als die jüngste Einstufung des US-Landwirtschaftsattaches. Im Vorjahr hatte Brasilien 57,4 Mio. t Mais geerntet.
In Paris bewegten sich die Maisnotierungen im roten Bereich und schlossen 1,75 €/t schwächer.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex zeigte zum Börsenschluss noch etwas Stärke und legte moderat zu. Zeitweise waren die Notierungen für Sojabohnen nach Liquidation von long-Positionen deutlicher ins Minus gefallen. Trotz der kleineren Korrekturen beim Kontraktengagement bewegen sich in Chicago die netto-long-Positionen bei Bohnen und bei Schrot um Rekordniveaus. Das amerikanische Analystenhaus Informa geht davon aus, dass die Sojabohnenanbaufläche in den USA mit 75,8 Mio. t etwa 1,9 Mio. t größer ausfallen könnte, als die Flächenschätzung des USDA vom Ende März. Informa geht davon aus, dass viele US-Farmer auf den früh geernteten Weizenflächen noch Sojabohnen nachbauen wollen.
Die Getreidebörse in Buenos Aires hat die argentinische Sojabohnenernte auf 41 Mio. t nach unten korrigiert. Danach würde Argentinien 17 Prozent weniger Sojabohnen als im Vorjahr ernten.
 
Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif mussten einen kräftigen Dämpfer einstecken und fielen zeitweise bis zu 12 €/t ins Minus. Schwache Rohölpreise, Gewinnmitnahmen und der zwischenzeitlich rückläufige Sojakomplex drücken auf die Kurse. Obwohl sich Verluste noch etwas abmilderten, stand bei Börsenschluss ein Minus von 7,50 €/t an den vorderen Terminen. Aufgrund der knappen Rapsbilanz dürfte der Einbruch nur von kurzer Dauer sein. Die Rabo-Bank geht davon aus, dass die europäische Rapsernte in diesem Jahr nur noch 17,5 Mio. t erreichen könnte. Sie sieht vor allem in Bulgarien und Rumänien sehr schwache Rapsernte. Dort sollen 80 Prozent der Rapsanbauflächen geschädigt sein. Im Vorfeld hatte auch Strategie Grains nur noch von einer Rapsernte von 17,6 Mio. t gesprochen.
 
In Winnipeg hielten sich die Verluste für die Canola-Notierungen in überschaubarem Rahmen. Die kanadische Rapsernte könnte nach Hochrechnungen der Rabo-Bank bei Fortschreibung der Trenderträge ein Rekordvolumen von 16 Mio. t erreichen.
 
Rohöl: Die Rohölkurse ließen kräftig Federn. Die WTI-Notierungen fielen 4 US-$/Barrel und Brent Crude Öl 2,90 US-$/t nach unten. Schwache Zahlen vom US-Arbeitsmarkt, enttäuschende Konjunkturdaten aus der Eurozone und die großen US-Lagerbestände brachten die Kurse ins Rutschen. Die WTI Kurse fielen erstmals seit drei Monaten unter die Marke von 100 US-$/Barrel. (St)
stats