Die Sojabohnen- und Schrotnotierungen an der Chicagoer Börse lassen sich von der großen südamerikanischen Sojabohnenernte kaum beeindrucken und zogen noch einmal etwas an. Die Rapskurse haben sich an der Matif bei etwas rückläufigen Rohölnotierungen ermäßigt. Für Weizen fehlen weiter die Impulse. In Chicago startete Weizen nach Shortabdeckungen eine kleine Rallye. An der Matif ließen sich die alterntigen Weizennotierungen gut behaupten. Mais tendiert etwas fester.
 
Weizen: Die Weizenkurse in Chicago verbuchten mithilfe von Shortabdeckungen moderate Zugewinne, in einem ansonsten impulslosem Markt. Die Netto-Short-Position der spekulativen Fonds an der Chicagoer Börse liegen noch immer auf einem sehr hohen Niveau. Kurzfristige Glattstellungen halten die Weizenpreise auf einem abgesenkten Niveau stabil. Bei einem Kurs von 175 US-$/t für Mai  konnte der Chicago-Weizen jedoch den 20-Tage Durchschnitt wieder übersteigen.
Saudi-Arabien hat einen Tender von 550.000 t für Juni/Oktober gekauft. Herkünfte wurden keine genannt. Die Türkei will 110.000 t Weizen auf dem Weltmarkt los werden. Dabei soll es sich um Weizen unterschiedlicher Qualität, überwiegend aber um Mahlweizen handeln. Kasachstan sitzt nach eigenen Aussagen auf Getreidebeständen von 12,9 Mio. t, und damit 4,5 Mio. t mehr als im Vorjahr.
An der Matif gab es wenig Bewegung beim Weizen. Der  Frontmonat Mai schloss bei etwas lebhafteren Volumen mit einem kleinen Plus.
 
Mais: Nach einer späten Befestigung drehten sich die Maiskurse an der Chicagoer Börse noch ins Plus. Shortabdeckungen brachten die Notierungen nach oben. Sie konnten die psychologische Hürde von 350 Cent/Bushel oder 138 US-$/t überwinden. Die Aussichten für Mais bleiben unterschwellig gedrückt, denn die Wetterbedingungen für die Maisaussaat in den USA sind ausgezeichnet.
China hat bei seinen Maisverkäufen für den Binnenmarkt nicht gekleckert. In der ersten Tranche wurden 1 Mio. t Mais offeriert, von denen bereits 80 Prozent verkauft worden. Die Verkäufe sollen dem Preisanstieg auf den Binnenmarkt bremsen und die Importhoffnungen dämpfen. Die Maispreise in China liegen mehr als doppelt so hoch wie die Kurse an der Chicagoer Börse.
An der Matif notierte Mais etwas freundlicher.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex in Chicago schert sich derzeit wenig um die große südamerikanische Ernte. Die Bohnenkurse zogen 3 US-$/t und die Sojaschrotkurse 4 US-$/t in den Frontmonaten an. Sie kletterten damit auf den höchsten Stand seit zwei Wochen. Die Schrotnotierungen in Chicago sind allein in vergangenen drei Tagen um fast 14 US-$/t angezogen. Die engen Sojabohnenbestände in den USA gelten weiterhin als stützender Faktor, die große südamerikanische Ernte begrenzt das Aufwärtspotenzial. Zusätzliche Hilfestellung gab es von den festeren Kassamarktnotierungen durch zurückhaltende Verkäufe der US-Farmer und die logistische Schwierigkeiten der brasilianischen Sojaverladungen.
 
Raps: Der Schwung beim Raps ist raus. Die Notierungen an der Matif gaben erneut nach. Die Kursverluste von bis zu 1,50 €/t hielten sich allerdings Grenzen. Das Handelsvolumen war erneut verhalten und mit fehlenden Käufern fehlte auch die Unterstützung. Auf dem hohen Niveau wird Raps wieder etwas anfälliger für äußere Einflüsse und ließ sich während der Sitzung von schwächeren Rohölnotierungen und zwischenzeitlich niedrigeren Sojabohnenkursen beeinflussen. Die weitere Preisentwicklung wird von der neuen Rapsernte bestimmt, auch wenn sich kurzfristige technische Korrekturen für den auslaufenden Frontmonat Mai nicht ausschließen lassen.
Canola-Raps in Winnipeg schloss nach angeblichen Exportaussichten mit Notizgewinnen von 2 Can-$/t für den Frontmonat.

Rohöl: Die Rohölnotierungen bewegten sich zwischenzeitlich deutlich im Minus, letztendlich fielen die Notizverluste überschaubar aus. Die Kurse gaben zwar fünfmal hintereinander nach, doch in der Summe fielen die Rohölkurse Jahr in New York an der New Yorker Börse in den vergangenen Tagen gerade einmal um 2 US-$/Barrel. Die Internationale Energieagentur (IEA) geht in ihrem jüngsten Bericht von Produktionssteigerung der Nicht-Opec-Länder von 600.000 Barrel je Tag aus. Das wäre rund ein Drittel mehr, als die Analysten noch vor einem Monat erwartet hatten. (S
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