Tageskommentar Rohstoffe: Rapsnotierungen in Korrekturphase


Für Weizen gab es in Chicago und in Paris überschaubarer Notizverluste vor dem heutigen USDA-Report. Der neue Report bringt bei Mais und Sojabohnen für die USA eine erste Ernteschätzung aufgrund der tatsächlichen Felddaten. Mais konnte sich in Chicago ins Plus retten. Der Sojakomplex schloss mit Ausnahme der Frontmonate moderat im Minus. Raps setzt die Korrekturphase fort und die Kurse gaben mit schwächeren Rohölnotierungen nach.
 
Weizen: Die Weizennotierungen an der Matif standen zeitweise unter stärkerem Druck und konnten sich erst mit der Eröffnung der Chicagoer Börse etwas erholen. Die Kursverluste in Paris fielen mit einem leichten Minus überschaubar aus. Auch in Chicago gab es nur moderate Kursverluste für die Termine der laufenden Kampagne.
Vom heutigen USDA-Report erwarten Analysten eine deutlichere Rückstufung der globalen Weizenbilanz und eine Anhebung der US-Weizenernte.
An Exportmärkten sind die Aktivitäten rege. Ägypten hat 220.000 t Weizen in den USA gekauft, Möglicherweise waren es sogar 120.000 t mehr, die Nachrichtenlage war nicht ganz klar. Algerien und Libanon sind auf der Suche nach jeweils 50.000 t Weizen. Die Türkei hat Mehlverkäufe nach Indonesien storniert, da sie nicht an die benötigten Weizenmengen aus der Schwarzmeerregion herankommt.
 
Mais: Mit leichten Notizgewinnen schüttelte Mais in Chicago den Einfluss des volatilen Weizenmarktes, schwächerer Rohölnotierungen und des festeren Dollars ab. Der heutige USDA-Report wird erstmals eine Ernteschätzung aufgrund der aktuellen Feldbestände bringen. Bisher war die Prognose für die US-Maisernte nur aus statistischen Werten abgeleitet worden. Die Analysten erwarten eine leichte Anhebung der Ernteschätzungen auf 337 Mio. t.
Der Matif-Mais notierte etwas schwächer.
 
Sojakomplex: Auch für die US-Sojabohnenernte wird es erstmals eine etwas verlässlichere und auf realen Daten basierende Schätzung geben. Gewinnmitnahmen vor dem neuen Report drückten wie schon am Vortag auf die Notierungen und ließen den Sojakomplex mit leichten Notizverlusten schließen. Lediglich die Frontmonate hielten sich im grünen Bereich.  
 
Raps: Die Korrekturphase für Raps hält an der Matif an. Die Kurse gaben erneut nach, der November schloss 2 €/t im Minus. Schwache Rohölnotierungen, gedrückte Vorgaben vom Sojamarkt drücken auf die Kurse. Es fehlt an neuen fundamentalen Daten, so dass der Markt nach einer weiteren Konsolidierungen in einer Seitwärtsbewegung einschwenken könnte.
In Winnipeg drückte die Aussicht auf eine größere kanadische Rapsernte auf die Notierungen und ließ den November 4,60 Can-$/t im Minus schließen. Inzwischen spricht man in Kanada sogar schon wieder von einer Canola-Ernte von 11 Mio. t.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen befinden sich im Rückwärtsgang. Die Kurse gaben über 2 US-$/Barrel nach und liegen heute Morgen unter 78 US-$/Barrel. Schwache Aktienmärkte bei einem gestiegenen US-Dollarkurs und Signale eines gebremsten chinesischen Wirtschaftswachstums drückten auf die Kurse. Die wöchentlichen Rohölbestände in den USA waren zwar rückläufig, unterm Strich gab es bei den flüssigen Energieträgern jedoch einen Zuwachs. (St)
 
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