Tageskommentar Rohstoffe: Rapsnotierungen korrigieren nach oben

An den Terminbörsen war die Stimmung freundlich, doch die ‚Musik spielte‘ in den Finanzmärkten und bei Rohöl. Die Rohölkurse zogen mit festeren Aktienmärkten stärker an. Bei den Agrarfutures legten vor allem die Rapsnotierungen an der Matif deutlicher zu. Weizen notierte freundlicher. Für Soja und Mais gab es kleinere Kursgewinne.
 
Weizen: Die Weizenkurse an der Matif profitierten von einem festeren externen Umfeld und konnten sich an der Matif um 2,25 €/t befestigen. In Chicago fielen die Kursgewinne etwas größer aus. Dort bekamen die Weizenfutures am dritten Tag hintereinander Unterstützung von Shortabdeckungen der Fondsgesellschaften. Aufgrund der erheblichen netto Short-Positionen könnten anhaltende Positionsbereinigungen der spekulativen Fonds noch für die eine oder andere Aufwärtsbewegung beim Chicagoer Weizen sorgen. Auch der etwas schwächere US-Dollarkurs gab Hilfestellung.
Laut einer Einschätzung des IGC könnte die globale Weizenanbaufläche 2012 um 1,5 Prozent steigen. Für die EU erwarten die Londoner Analysten allerdings keine großen Veränderungen bei der diesjährigen Weizenaussaat.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago mussten zu Börsenende  den größten Teil ihrer Tagesgewinne wieder abgeben, schlossen aber im grünen Bereich. Immerhin konnten sich die Kurse wieder oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts hocharbeiten. Die Einfluss der festeren Rohölnotierungen und des Dollarkurses blieben begrenzt. Belastend auf die Kurse wirkten sich vor allem die besser als erwarteten Maiserträge der laufenden Ernte aus. An der Chicagoer Börse kursierten zudem Einschätzungen, dass die US-Endbestände zum 1. September höher ausfallen könnten, als im vorangegangenen USDA-Report ausgewiesen.
In Paris gab es für Mais ein leichtes Plus von 1,50 €/t.
 
Sojakomplex: Auch der Sojakomplex konnte seine Spitzennotierungen nicht halten, schloss aber ebenfalls im grünen Bereich. Die freundlicheren externen Vorgaben und festen Rohölnotierungen wurden in einer ruhigen Sitzung vom Druck der einsetzenden Sojabohnenernte zurückgedrängt. Die Ernte kommt aufgrund von Niederschlägen allerdings erst verhalten voran.
In Brasilien ist es kurz vor der Sojabohnen-Aussaat äußerst trocken. Nach Einschätzungen des Hamburger Analystenhaus Oilworld gibt es Anzeichen für einen La-Nina-Wettereffekt und es besteht die Gefahr von niedrigen Erträgen.  
 
Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif schlossen in einer kräftigeren Aufwärtsbewegung über 5 €/t im grünen Bereich. Neben einer Gegenreaktion auf die vorangegangenen Notizverluste ließen sich die Kurse auch vom festen Rohöl inspirieren. Die jüngsten Kursbewegungen haben sich anregend auf die Aktivitäten ausgewirkt, denn das Handelsvolumen an der Matif war mit über 14.000 Kontrakten äußerst lebhaft. Die offenen Positionen haben sich in den vorangegangenen Tagen nicht nennenswert bewegt.
Auch in Winnipeg setzte Canola-Raps seiner Erholungsphase fort und schloss bis zu 3,70 Can-$/t im Plus.
                                                                      
Rohöl: Die Rohölnotierungen legten deutlich zu. WTI schloss über 4 US-$/Barrel und Brent Crude Öl über 3 US-$/Barrel im Plus. Kursgewinne an den Aktienmärkten, optimistischere Einschätzungen und Spekulationen über eine Lösung der Schuldenkrise in Euroland setzten die Impulse. (St)
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