Tageskommentar Rohstoffe: Rapsnotierungen machen kräftigen Sprung nach oben


Die Ölsaaten dominierten das Tagesgeschehen an den Terminmärkten. An der Matif legten die Rapsnotierungen einen überraschenden Sprung nach oben vor und schlossen deutlich fester. Auch der Sojakomplex punktete erneut mit Kursgewinnen. Die Weizennotierungen in Chicago und in Paris schlossen mit überschaubaren Kursgewinnen. Mais notierte nur geringfügig fester. Die Rohölkurse bewegten sich wieder nach oben.
 
Weizen: Mit Kursgewinnen von bis zu 3,75 €/t für den Frontmonat Mai knüpfte der Matif-Weizen an die freundlichere Tendenz des Vortages an. Damit wurden die jüngsten Verluste wieder neutralisiert und die Weizennotierungen haben sich im Wochenverlauf unterm Strich gut behauptet.
In Chicago schloss Weizen nach einer späten Rallye mit überschaubaren Kursgewinnen. Im Wochensaldo bleibt ein Minus von 6,50 US-$/t. Hilfestellung gab es durch Einschätzungen über größere Wettbewerbsfähigkeit des US-Weizens an den Exportmärkten. In Chicago hielt sich zudem die Meinung, dass die guten Bedingungen für die heranwachsende US-Weizenernte eingepreist sein könnten.
Marokko hat einen Tender über 180.000 t Weizen eröffnet.
 
Mais: Mais war Mitläufer in Börsengeschehen und konnte sich mithilfe der festen Bohnenpreise bei leichten Kursgewinnen behaupten. Das US-Landwirtschaftsmagazin Farm Futures erwartet eine Maisanbaufläche in den USA von 95,1 Mio. acres. Dies wären 1,1 Mio. acres mehr, als das USDA in einem ersten Ausblick geschätzt hatte.
An der Matif schloss Mais bis 1,75 €/t fester.
 
Sojakomplex: Argentinien hat seine Sojabohnenernte erneut nach unten korrigiert. Offiziell rechnet das Land nur noch mit einer Bohnenernte von 44 Mio. t. Das USDA hatte die argentinische Ernte zuletzt noch 2,5 Mio. t höher taxiert.
Die  Sojabohnennotierungen halten nach Notizgewinnen von 6 US-$/t weiter Kurse nach Norden. Für Sojaschrot fiel der Kursanstieg nur halb so groß aus. Die Anleger setzen weiterhin auf die Bohne, denn die offenen Positionen stiegen erneut signifikant an. Die kleinere südamerikanische Ernte, neue Sojabohnenkäufe Chinas in den USA, ein  fester Kassamarkt und festes Pflanzenöl unterstützen zusätzlich. Die Stimmung bleibt bullisch, denn an der Chicagoer Börse dominiert die Einschätzung, dass die US-Sojabohnenfläche in diesem Jahr kaum ausgedehnt wird. Farm Futures erwartet dagegen ein Anstieg der Sojabohnenfläche auf 76 Mio. acres und damit eine Zunahme von 1 Mio. acres gegenüber dem Vorjahr und der USDA Schätzung. Wo der Zuwachs von über 2 Mio. acres für Mais und Bohnen herkommen soll, bleibt allerdings unklar.
 
Raps: An der Matif legte Raps ein stramme Rallye hin und schloss für den Mai mit Kursgewinnen von 9 €/t. Auch die neue Ernte zog deutlich an. Mit dem kräftigen Kursanstieg haben die Rapsfutures in Paris die schwachen Vortage mehr als neutralisiert. Der Sprung überrascht in der Höhe, auch wenn die Vorgaben von Sojabohnen und Rohöl fester waren. Neue fundamentale Erkenntnisse ließen sich keine ausmachen und die Margen der Ölmühlen sind für die alte Ernte mehr als gedrückt. Allerdings ist das Rapsangebot am physischen Markt zurzeit sehr überschaubar.
 
Auch in Winnipeg machten die Canola-Notierungen mit Kursgewinnen von um die 10 Can-$/t einen Satz nach oben. Die Canola-Anbaufläche in Kanada wird vermutlich stärker steigen, als die 6 Prozent, die Statistics Kanada vor kurzem in den Raum gestellt hat. Das kanadische Landwirtschaftsministerium geht von einer Steigerung von 8,1 Prozent aus. Das Hamburger Analystenhaus Oilworld hält sogar eine Flächenausdehnung von fast 12 Prozent für möglich.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen schlossen bis knapp 2 US-$/Barrel fester, konnten aber ihre zwischenzeitlich deutlich höheren Kurse nicht halten. Ein schwächerer US-Dollarkurs und steigende Risikoappetit der Spekulanten gilt als Ursache. Die Ölexporte aus dem Iran sollen nach den verschärften Sanktionen im Zuge des Ölembargos bereits um 14 Prozent zurückgegangen sein. Die Internationale Energieagentur IEA sieht zudem kein Anlass für Freigaben aus strategischen Reserven, zumal der Markt zurzeit reichlich versorgt ist. (St)
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