Tageskommentar Rohstoffe: Rapsnotierungen setzen strammen Anstieg fort

An den Terminmärkten war die Tendenz durchwachsen. In Chicago konnten die drei großen Agrarfutures Weizen, Mais und Soja ihre zum Teil recht deutlichen Tagesgewinne bei Börsenschluss nicht halten. Gewinnmitnahmen drückten die Schlussnotierungen auf ein überschaubares Plus. Sojabohnen schlossen nur behauptet. An der Wettersituation im Mittleren Westen hat sich geändert, es bleibt heiß und trocken mit regional extremen Temperaturen. An der Matif setzen die Weizennotierungen ihrer Aufwärtsbewegung fort. Raps legte für den Erntetermin deutlicher zu. Die Rohölnotierungen scheinen sich zu stabilisieren und schlossen am dritten Tag hintereinander im grünen Bereich.
 
Weizen: In einem etwas „nervösen“ Handelstag setzen die Weizennotierungen an der Matif ihre Aufwärtstendenz der Vortage fort. Der November notierte 3,25 €/t im Plus und profitierte auch von dem schwächeren Euro. Mit dem steigenden Preisen haben sie auch die offenen Positionen bei den Pariser Weizenfutures in vergangenen Tagen signifikant erhöht. In Chicago bestimmten Shortabdeckungen das Bild und ließen die Weizennotierungen nach einem auf und ab mit überschaubaren Kursgewinnen schließen.
Am morgigen Freitag veröffentlicht das USDA eine neue Anbauschätzung für die USA. Gegenüber den Märzzahlen könnte das amerikanische Landwirtschaftsministerium eine höhere Weizenfläche ausweisen, wird erwartet. Statistics Canada hat die kanadische Weizenfläche gegenüber seiner März-Schätzung zwar auf 9,64 Mio. t nach unten korrigiert, gegenüber dem Vorjahr wurde der Weizenanbau allerdings um 10,9 Prozent ausgeweitet.
Tunesien hat einen Weizenkauf über 250.000 t mit unbekannter Destination abgeschlossen. Jordanien hat sich mit 50.000 t Weizen am Schwarzen Meer bedient.  
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago erlebten einen äußerst wechselhaften Handelstag und wurden in einer Bandbreite von 15 US-$/t gehandelt. Nach Gewinnmitnahmen schmolzen die die Spitzengewinne zwar ab, doch bei Börsenschluss stand immer noch ein ordentliches Plus vor den Notierungen. Die Wetterbedingungen im Mittleren Westen verheißen weiterhin ‚hot and dry‘. Im zentralen Gebieten des Mittelwestens klettern die Temperaturen heute und morgen auf 38 °C. Einige Analysten befürchten für US-Mais bereits eine dramatische Situation.
Kanada hat seine Gerstenfläche um 13,8 Prozent über dem Vorjahr ausgeweitet.
An der Matif zogen die Maisnotierungen für November über 4 €/t an.
 
Sojakomplex: Der Chicagoer Sojakomplex stand erneut im Zeichen von Gewinnmitnahmen. Nach einem zwischenzeitlichen Kontrakthoch gaben die Kurse kräftig nach und die Bohnennotierungen konnten sich gerade noch behaupten. Die Sojaschrotkurse schlossen sogar schwächer. Im USDA-Flächenreport am Freitag könnten die Sojabohnenfläche in den USA etwa 1,6 Mio. t größer als im März ausgewiesen werden, so Einschätzungen im Markt. Die trockene Witterung und hohen Temperaturen im Mais- und grüner Gürtel lassen noch kein Ende des Wettermarktes absehen.
 
Raps: Die Rapsnotierungen in Paris profitierten noch von den festen Chicagoer Bohnennotierungen und zogen für August 7 €/t an. Die stabileren Rohölnotierungen dürften die feste Stimmung zusätzlich begünstigen. Die deutlicheren Kursgewinne für den Erntetermin lassen darauf schließen, dass es für die Ernte noch größeren Handlungsbedarf gibt und mit einer späten Rapsernte gerechnet wird.
In Winnipeg zogen die Canola-Notierungen für den Juli sogar elf Can-$/t an. Auch in Kanada wird mit einer verspäteten Rapsernte gerechnet, denn bei der Rapseinsaat in diesem Frühjahr kam es in Kanada zu Verzögerungen und die Aussaat erfolgte verspätet. Kanada wird seine Rapsanbaufläche gegenüber dem Vorjahr kräftig ausbauen und hat die Flächenschätzung von März noch nach oben korrigiert. So geht Statistics Kanada für dieses Jahr von einem Zuwachs beim kanadischen Canola-Anbau von 12,8 Prozent auf eine neue Rekordfläche von 8,62 Mio. ha aus. Kanada hat den vergangenen sechs Jahren die Canolaflächen stetig ausgeweitet.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen scheinen sich zu stabilisieren und schlossen zum dritten Mal hintereinander im grünen Bereich. Freundliche Aktienmärkte hoben die Stimmung. Brent Crude Öl profitierte wie schon am Vortag vom Streik der Arbeiter auf den norwegischen Ölplattformen. Bei WTI-Öl schlug sich Konjunkturoptimismus für die USA in leichten Kursgewinnen nieder. (St)
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