Tageskommentar Rohstoffe: Rapspreise für die neue Ernte ziehen nach


Die Stimmung beim Sojakomplex ist gedrückt und die Kurse gaben am Wochenanfang noch einmal etwas nach. Die Weizennotierungen in Chicago konnten sich noch nicht nennenswert erholen. Auch für Mais gehen Analysten von einer bärischen Tendenz aus. Die Rapskurse an der Matif halten ihre freundliche Tendenz, denn die Preise für die neue Ernte zogen nach. Rohöl notierte in New York auf dem höchsten Stand seit 18 Monaten.
 
Weizen: Die Weizennotierungen in Chicago schlossen am Montag mit einem leichten Minus und die Stimmung bleibt gedrückt. Zwischendurch markierte der Chicagoer Weizen ein neues Kontrakttief und die leichte Erholungsphase vor den Feiertagen ließ sich nicht fortsetzen. Fundamental fehlt es an stützenden Argumenten. Doch der Weizen in Chicago gilt als überverkauft und die großen Short-Positionen der spekulativen Fonds bleiben für die eine oder andere Rallye gut. Die US-Exportanmeldungen fielen mit 548.000 t besser als erwartet aus und die Exportaktivitäten liegen über den Prognosen des USDA.
An der Matif konnte sich der Weizen vor den Feiertagen im Frontmonat behaupten. Für den August gab es ein ungewöhnliches Minus von 8,50 €/t. Dahinter stand allerdings kein repräsentatives Volumen.
 
Mais: Die Maispreise in Chicago bleiben gedrückt und liegen auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2009. Mithilfe kleinerer Shortabdeckungen schlossen die Notierungen zum Wochenanfang mit einem leichten Plus. Die gestiegenen Rohölnotierungen wirkten allenfalls stützend. Analysten sehen die Tendenz für Mais aufgrund der großen Quartalsbestände und der ausgedehnten Maisflächen aber bärisch. Die Spekulanten haben allerdings ihre Short-Positionen ausgebaut.
An der Matif gingen die Maisnotierungen mit leichten Kursgewinnen in die Osterpause.
 
Sojakomplex: Die Stimmung am Sojakomplex ist gedrückt, denn die hohen US-Bestände und die Anbauausdehnung in den USA ließen die Fonds auf die Verkäuferseite wechseln. Für Sojabohnen gab es zum Wochenanfang moderate Notizverluste, Sojaschrot notierte rund 5 US-$/t schwächer. In Argentinien haben die Hafenarbeiter ihren Streik kurz vor der Haupternte beendet. Sie sollen 27 Prozent mehr Lohn herausgeschlagen haben. Argentinien ist der weltweit größte Exporteur von Sojaschrot und Sojaöl. Die wöchentlichen Anmeldungen für die US-Sojabohnenexporte von 463.000 t haben sich gegenüber den vorangegangenen Wochen deutlich reduziert. Sie geben einen Hinweis darauf, dass sich die internationalen Bohnenkäufe nach Südamerika verlagern.
 
Raps: Für Raps sieht die Tendenz freundlich aus, denn vor den Feiertagen zogen auch die Kurse für die neue Ernte nach. Der August schloss mit Kursgewinnen von 3,50 €/t, während der Mai neutral aus dem Handel ging. Die Technik für die alte Ernte scheint sich etwas abschwächen. Steigende Rohölnotierungen dürften die Rapspreise unterschwellig stützen, auch wenn der Sojakomplex zwischenzeitlich wenig hergeben sollte.  
In Winnipeg haben sich die Canola-Notierungen in den vergangenen beiden Börsentagen kaum bewegt. Kleinere Kursschwankungen resultierten aus einem festeren Dollarkurs oder den Sojabohnennotierungen. Die Kanadier wollen ihren Rapsanbau in dieser Saison erneut aussehen, aber in den westlichen Anbauprovinzen werden Probleme durch die sehr trockenen Böden befürchtet.
 
Rohöl: Die Rohölpreise legten vor oder nach Ostern noch einmal zu und zu stiegen auf deutlich über 86 US-$/Barrel und auf den höchsten Stand seit 18 Monaten. Damit haben die Kurse kurzfristig die starke Widerstandslinie von 85 US-$/Barrel durchbrochen. Optimistischere Konjunkturaussichten aufgrund verbesserter US-Arbeitsmarktdaten werden als Auslöser für den Preisanstieg genannt. (St)
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