Tageskommentar Rohstoffe: Rapspreise korrigieren nach unten


An der Matif standen die Weizen- und Rapsnotierungen unter Druck. Beide Futures schlossen schwächer. Für Raps gab es sogar deutlichere Notizverluste. In Chicago ließen sich die Weizennotierungen ebenfalls nicht ganz halten, Mais schloss neutral. Der Sojakomplex konnte seine stetige Aufwärtsbewegung fortsetzen. Die Rohölnotierungen zogen erneut kräftig an.
 
Weizen: Die Weizenkurse an der Matif gaben für die alte Ernte 2,25 €/t nach. Die Korrektur hat sich fortgesetzt und in einer Woche hat der Maikontrakt in Paris 8 €/t verloren. In Chicago schlossen die Weizennotierungen mit kleinen Kursverlusten auf Termin und einem schwächeren Unterton.
Das USDA prognostizierte auf der Outlook-Konferenz eine 6,6 Prozent größere US-Weizenanbaufläche. Es rechnet für die neue Saison mit einer größeren US-Weizenernte und mit einem Anstieg der Weizenbestände in den USA. Für die globale Weizenernte erwartet es aufgrund der schwachen Bestände in der Ukraine zwar kein Rekordergebnis, sieht aber in Europa, Russland und Kanada ein Potenzial für große Ernten.
Algerien hat 300.000 t Weizen gekauft. Der Iran will 1 Mio. t Weizen von Pakistan im Zuge eines Bartergeschäfts von Pakistan kaufen  - vermutlich gegen Lieferung von Rohöl.
 
Mais: Auch bei Mais drückte die Aussicht auf eine mögliche US-Rekordmaisernte auf die Kurse. Die Notierungen konnten sich in Chicago allerdings gut behaupten, denn die Händler rechnen aufgrund einer kleineren südamerikanischen Maisernte mit guten Vermarktungsaussichten für den US-Mais. Nach der Prognose des USDA könnten die US-Maisendbestände 2012/13 allerdings auf 41 Mio. t steigen und sich gegenüber der laufenden Kampagne verdoppeln. Tendenziell sind die Zahlen für den kommenden US-Maisanbau bärisch, doch ein schwächerer US-Dollarkurs und eine festere Grundstimmung milderten den Druck ab.
In Paris standen die Maiskurse im Schatten von Weizen und schlossen etwas schwächer.
 
Sojakomplex: Der Markt bleibt fest und die Kurse für Sojabohnen bewegen sich weiter nach oben. Der Anstieg ist stetig und vollzieht sich in kleinen Schritten. In den vergangenen neun Tagen schlossen die Sojabohnen achtmal im Plus. Die sehr guten wöchentlichen US-Exportzahlen von 1,16 Mio. t Sojabohnen passen in das Bild, das China in der Vorwoche zwischen fünf und zehn Schiffsladungen US-Sojabohnen gekauft haben soll. Die gute Nachfrage Chinas bleibt die treibende Kraft am Sojamarkt. Aufgrund der kleineren südamerikanischen Sojabohnenernte gegen die Händler in Chicago zudem von einer verstärkten Nachfrage nach US-Sojabohnen aus. Das USDA rechnet zudem für die kommende Saison mit einem Rückgang der US-Sojabohnenbestände auf 5,6 Mio. t. Dies wären 1,9 Mio. t weniger, als es für die laufende Kampagne erwartet.
 
Raps: Mit einem Minus von 5,75 €/t erlebte der Maikontrakt in Paris eine scharfe Korrektur. Auch die übrigen Kurse fielen deutlicher in den roten Bereich. Die schwächeren Kurse passen nicht das Umfeld eines anziehenden Sojamarktes und kräftig gestiegenen Rohölnotierungen. Vermutlich dürften bei einem sehr guten Handelsvolumen  von fast 11.500 Kontrakten Gewinnmitnahmen die Preiskorrektur ausgelöst haben. Die fundamentalen Daten beim Raps sind weiterhin fest, weitere Gewinnmitnahmen lassen sich allerdings auf dem hohen Niveau aber nicht ausschließen.
In Winnipeg notierte Canola-Raps dagegen fester.
 
Rohöl: Der stramme Anstieg der Rohölpreise hat sich fortgesetzt. WTI-Rohöl schloss fast 2 US-Dollar je Barrel fester, für Brent Crude Öl fiel der Preisanstieg nicht wesentlich kleiner aus. Die WTI-Kurse bewegen sich bei 110 $, obwohl in den USA die Rohölversorgung reichlich ist und sich der WTI-Ausstoß auf dem höchsten Stand seit neun Jahren befindet. Der Iran gilt als der große Preistreiber, zumal er keinerlei Einlenken im Atomstreit erkennen lässt. Nach Ansicht von Händlern werden bereits Kriegsprämien in die Rohölnotierungen eingepreist. Ein schwächerer US-Dollarkurs und positive Konjunkturdaten aus den USA dienten als zusätzliche Argumente für den neuerlichen Preisanstieg. (St)
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