Tageskommentar Rohstoffe: Rohöl steigt auf höchsten Preis seit neun Monaten

Die europäischen Terminmärkte waren aufgrund des Feiertags in den USA auf sich gestellt. Das Volumen war deutlich niedriger als an anderen Handelstagen. Die Weizen- und Maisnotierungen an der Matif konnten erneut etwas zulegen. Auch Raps verbuchte Kursgewinne. Die Rohölkurse stiegen nach dem Stopp der iranischen Öllieferungen an Großbritannien und Frankreich sowie der Einigung über das neue Hilfspaket für Griechenland auf den höchsten Stand seit neun Monaten an.
 
Weizen: An der Matif notierte der Maikontrakt 1,75 €/t fester. Für den November fielen die Notizgewinne sogar noch etwas höher aus. Befürchtungen über mögliche Auswinterungsschäden sollen die Notierungen für die neue Ernte beeinflusst haben. Die meisten Analysten gehen aber bisher aber nicht von großen Schäden bei den europäischen Weizenbeständen aus. Das französische Analystenhaus Strategie Grains hat kürzlich eine Schätzung veröffentlicht, nach der sich durch den Kälteeinbruch in der EU nur Ertragsausfälle von 600.000 t Weizen erwarten lassen. Dies wäre weniger als ein Prozent der der kommenden Weizenernte. Auswinterungsschäden erwartet man derzeit eher bei Gerste.
 
Mais: Die Maisnotierungen an der Matif schlossen nach Kursgewinnen von 1,50 €/t zum fünften Mal hintereinander im grünen Bereich. Die Notizgewinne sind zwar nicht spektakulär, doch immerhin haben sich die Notierungen in dieser Zeit um 5 €/t bei festigt.
Die holländische Rabobank erwartet für die Ukraine nach den erheblichen Auswinterungen eine Rekordmaisanbaufläche von 3,6 Mio. ha.
 
Raps: Bei Raps hat sich die freundliche Stimmung mit Kursgewinnen bis zu 2,25 €/t fortgesetzt. Der Sojakomplex unterstützt den Rapsmarkt weiterhin, auch wenn Chicago keine Notierungen stattfanden. Externe Unterstützung kam daher am Vortag vor allem durch festere Rohölnotierungen.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen stiegen am Vortag auf den höchsten Stand seit neun Monaten. Beim WTI-Rohöl setzte sich die stramme Tendenz fort, Brent Crude Öl konnte die Höchstnotierungen aber nicht halten. Die Auswirkungen des Importstopps der iranischen Öllieferungen an Großbritannien und Frankreich lassen noch nicht beurteilen. Nach Agenturberichten sollen auf Frankreich aber nur etwa 2 Prozent und auf Großbritannien weniger als 1 Prozent die iranischen Öllieferungen entfallen. Der Iran hat allerdings gedroht, die Öllieferungen an weitere europäische Länder einzustellen. Bisher hat die EU etwa 18 Prozent der iranischen Ölproduktion importiert. Auch die Einigung über das neue Hilfspaket für Griechenland in Höhe von 130 Mrd. € sollen die spekulativen Anleger zu Käufen animiert haben. Nach einem Bericht der Commerzbank haben die Finanzanleger bei WTI-Rohöl inzwischen die höchsten netto Long-Positionen seit Mai vergangenen Jahres aufgebaut. (St)
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