Tageskommentar Rohstoffe: Rohölpreise ziehen weiter an


Die Rohölnotierungen zogen weiter an, obwohl der Stopp der iranischen Rohöllieferungen in die EU dementiert wurde. Die Kurse sind auf den Weg zu neuen Hochs. Im Agrarbereich fehlten dagegen Impulse. Weizen notierte nach den schwächeren Vortagen allerdings wieder etwas freundlicher. Die Maisnotierungen an der Chicagoer Börse zogen an. Der Sojakomplex legte bei leichten Verlusten eine Pause in seiner Aufwärtsbewegung ein. Die freundliche Tendenz für Raps hielt an.
 
Weizen: An der Matif setzten sich die sprunghaften Kursbewegungen für den Frontmonat März fort. Diesmal gab es ein Plus von 3,50 €/t. Für die übrigen Termine fielen die Kursgewinne niedriger aus. Möglicherweise haben  börsentechnische Einflüsse den jüngsten Anstieg bewirkt. So hat sich die Zahl der offenen Positionen für den Frontmonat März schlagartig um 21.000 Kontrakte erhöht, vermutlich durch die Einstellung von Optionen. Die wöchentlichen Exportlizenzen für die EU fielen mit nur 47.000 t äußerst dürftig aus und dürften einen Minusrekord in dieser Kampagne darstellen. Immerhin war Deutschland mit einer kleinen Menge von 11.000 t daran beteiligt.
Die Chicagoer Weizennotierungen ließen sich von dem zweiten Weizengeschäft der USA nach Ägypten innerhalb von wenigen Tage zu kleinen Kursgewinnen inspirieren. Bei dem ägyptischen Weizenkauf über 180.000 t fehlten erstaunlicherweise Offerten aus Russland. Auch die festeren Maisnotierungen und ein schwacher US-Dollarkurs stützen die Chicagoer Weizennotierungen.
Der Iran soll 500.000 t Weizen gekauft haben. Man spricht davon, dass sich der Tender aus Lieferungen von Australien, Brasilien, Kanada und einer Teilmenge aus Deutschland zusammensetzen soll. Im Februar hat der Iran damit 1,1 Mio. t Weizen gekauft.
 
Mais: Die Maiskurse in Chicago konnten nach schwachen Vortagen wieder etwas zulegen.  Die zuletzt rückläufige Preise sollen sich positiv auf die Nachfrage ausgewirkt haben, so Einschätzungen an der Chicagoer Börse. Ein etwas schwächerer US-Dollarkurs und feste Rohölnotierungen, aber auch technische Einflüsse und Glattstellungen dürften in die Notierungen eingeflossen sein. Zusätzliche positive Preissignale kamen von der verhaltenen Abgabebereitschaft der US-Farmer und den strammen US-Exportzahlen von mehr als ein 1 Mio. t.
An der Matif notierte Mais in diesem Umfeld gut behauptet.
  
Sojakomplex: Der Sojakomplex unterbrach seine Aufwärtsbewegung und notierte für Bohnen und Schrot nach einer wechselhaften Sitzung etwas schwächer. Gewinnmitnahmen sorgten für überschaubaren Preisdruck. In den kommenden Tagen soll es auch in Südbrasilien regnen und möglicherweise sind die jüngsten Wettermärkte inzwischen eingepreist worden. Die wöchentlichen US-Exportzahlen für Sojabohnen fielen mit knapp 437.000 t unterdurchschnittlich aus.
 
Raps: Der Rapsmarkt bleibt fest, doch die ‚Selbstläufer‘-Stimmung scheint d an Kraft zu verlieren. Mit zwischenzeitig schwächeren Sojabohnennotierungen und Rohölkursen gab auch Raps an der Matif nach. Doch mit festeren externen Märkten und kurzfristig festeren Bohnenkursen schlug die Stimmung um: Die beiden vorderen Termine konnten mit einem leichten Plus schließen. Auf dem hohen Niveau dürften die Rapsfutures anfälliger für Korrekturen und Gewinnmitnahmen werden.
Canola-Raps schloss sich in Winnipeg den leicht schwächeren Sojabohnennotierungen an.
 
Rohöl: Trotz der Dementis über einen Stopp der iranischen Öllieferungen in die EU zogen die Rohölpreise weiter an. Die Commerzbank hat ausgerechnet, dass ein Lieferstopp in die EU den Iran täglich 70 Mio. US-$ kosten würde und wertet die jüngsten Meldungen als neuerliches Säbelrasseln. Dennoch weitet sich die Risikoprämie für den Persischen Golf weiter aus. Brent Crudeöl notierte bereits wieder über 120 US-$/Barrel und auf den höchsten Stand seit neun Monaten. Auch WTI-Rohöl ist auf den Weg zu neuen Preisspitzen. Die WTI-Kurse profitierten von besseren Konjunkturdaten und Arbeitsmarktzahlen aus den USA. Auch die Absicht der Europäischen Zentralbank neue Bedingungen für griechische Staatsanleihen zu akzeptieren, sollen sich positiv auf die Ölnotierungen und das spekulative Anlegerverhalten ausgewirkt haben. (St)
stats