Tageskommentar Rohstoffe: Scharfe Kurskorrektur beim Sojakomplex

Die Notierungen für Sojabohnen und Sojaschrot sind nach long-Liquidationen regelrecht eingebrochen. Die Verluste bei Raps hielten sich noch in Grenzen. Für heute deutet sich stärkerer Druck auf die Rapspreise an. Die Weizenkurse in Chicago schlossen etwas schwächer. An der Matif gab es leichtes Plus für Weizen. Mais notierte etwas schwächer. Rohöl setzte seine schwächere Tendenz fort.  
 
Weizen: In Chicago gerieten die Weizennotierungen zeitweise unter übergreifenden Druck von Mais und Sojabohnen. Shortabdeckungen verhinderten jedoch größere Verluste zum Börsenschluss. Die Stimmung war getrübt, denn die Wetteraussichten für die heranwachsende US-Weizenernte sind weiterhin ausgezeichnet.
An der Matif muss sich der Markt nach Auslaufen des Mai-Kontraktes erst einmal neu orientieren. Das Handelsvolumen war mit gerade einmal 6.800 Kontrakten für den Weizen ausgesprochen dünn. Die Notierungen für die neue Ernte schlossen bei leichten Kursgewinnen gut behauptet.
 
Mais: Die Chicagoer Maisnotierungen gaben für den auslaufenden Frontmonat Mai deutlicher nach. Die übrigen Notierungen schlossen nur mit einem leichten Minus. Die Fonds waren auf der Verkäuferseite und Druck von Soja und vom vorangegangenen USDA-Report war spürbar. Viele Analysten sehen die bullische Maischätzung des USDA als übertrieben an und rechnen mit Korrekturen in den kommenden Reports.
An der Matif notierte Mais etwas schwächer.
 
Sojakomplex: Nach heftigen long-Liquidationen durch die Fonds rauschte der Sojakomplex in den Keller. Die Notierungen für Sojabohnen und Sojaschrot gaben 18 US-$/t nach. Bemerkenswert dabei ist, dass sich die Zahl der offenen Positionen ‚nur‘ um 7.251 Kontrakte abgebaut hat. Schwache Konjunkturdaten aus China und die guten Wetteraussichten für die US-Sojabohnen verschärften den technischen Druck zusätzlich. An der Chicagoer Börse kursieren Einschätzungen, dass die Anbaufläche für US-Sojabohnen 1,5 bis 2 Mio. acres größer ausfallen könnte, als vom USDA geschätzt. Man rechnet damit, dass auf sehr früh geernteten Weizenflächen noch eine späte Sojabohnenaussaat erfolgt und sich die US-Sojabilanz verbessern könnte.
 
Raps: Die Rapskurse gerieten mit den Einbruch der Sojabohnen unter Druck, konnten sich aber mit Kursverlusten von bis zu 4 €/t noch vergleichsweise gut aus der Affäre ziehen. Die schwachen Vorgaben des vorbörslichen Sojakomplexes in Chicago heute Morgen und Nachwirkungen vom Freitag könnten die Rapsnotierungen bei Börseneröffnung stärker unter Druck setzen. Der Markt ist trotz der engen Bilanz anfällig für Korrekturen und deutlich volatiler geworden.
In Winnipeg brachen die Canola-Kurse mehr als 15 Can-$/t mit den schwachen Sojanotierungen ein.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen bleiben unter Druck. WTI-Rohöl fiel knapp 1 US-$/Barrel ins Minus, für Brent Crude Öl gaben die Kurse nur halb so stark nach. Der feste US-Dollarkurs, erneut aufkommende Diskussionen um die europäische Schuldenkrise und das Chaos in Griechenland belasteten. Verstärkt wurde das Szenario noch durch schwache Konjunkturdaten aus China. Am 17. Mai soll in den USA die Seaway-Pipeline Rohöl aus dem Andienungsort Cushing zum Golf von Mexiko pumpen. Dies könnte kurzfristig zu einem Abbau der US-Lagerbestände führen und die WTI-Notierungen stabilisieren, erwarten Analysten. (St)
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