Tageskommentar Rohstoffe: Scharfe Rallye an der Chicagoer Börse

Die Volatilität an den Terminmärkten hält an. In Chicago legten die Futures eine beachtenswerte Rallye hin. Für Weizen, Mais und den Sojakomplex gab es kräftige Notizgewinne. In Paris machte die Weizennotierungen einen Satz nach oben. Auch die Rapsnotierungen legten wieder zu. Rohöl verteuert sich weiter.
 
Weizen: An der Matif gaben die Weizenfutures eine stramme Vorstellung. Der Märztermin schloss 12 €/t höher als am Vortag. Bei lebhaftem Handel kam Technik ins Spiel, denn Mitte nächster Woche läuft der Märzkontrakt in Paris aus. Die Notizgewinne im Frontmonat zogen die weiteren Termine mit nach oben. Zusätzliche Stützung gab es durch die sehr festen Weizennotierungen in Übersee.
An der Chicagoer Börse schlossen die Weizennotierungen über 10 US-$/t im Plus. Zwischenzeitlich lagen die Notierungen sogar noch weitaus höher. Neue Exporthoffnungen und eine freundliche Stimmung an den Terminmärkten bestimmten den Kursanstieg. Die wöchentlichen US-Exportzahlen fielen mit über 1,1 Mio. t weitaus höherer als erwartet aus. Das trockene Wetter in den Hard-Red-Winterweizengebieten der US-Plains lässt Schäden der Bestände befürchten. Laut USDA-Schätzungen wird die kommende US-Erntefläche für Weizen kaum größer als im Vorjahr ausfallen, obwohl die Anbaufläche um 6 Prozent ausgedehnt wurde.  
 
Mais: Die Maiskurse an der Chicagoer Börse übersprangen nach Kursgewinnen von mehr als 10 US-$/t wieder locker die Marke von 7 US-$/Bushel und knüpfen an den Stand vor der Liquidationswelle an. Der Chart zeigt allenfalls eine kleine Delle. Trotz des hohen Preisniveaus ist die Nachfrage nach US-Mais ungebrochen, denn die Exportzahlen von 1,65 Mio. t waren die höchsten seit Ende August vergangenen Jahres und sprachen für sich.
In Paris ließ sich Mais von der freundlichen Tendenz des Weizens anstecken und zog bis zu 5,50 €/t an.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex war der Gewinner auf dem Börsenparkett und die Kurse tendierten fast in Richtung Limit up. Nach der Rallye schlossen die Bohnenkurse über 17 US-$/t und die Schrotkurse über 10 US-$/t im Plus. Zwischenzeitlich lagen die Notierungen sogar noch weitaus höher. Die Fonds waren aggressive Käufer und ließen sich auch nicht von den schwachen wöchentlichen US-Exportzahlen von 252.000 t Bohnen für die alte und neue Kampagne beeindrucken. Die massive Liquidationswelle scheint erst einmal abgeschlossen zu sein. In den ersten Tagen der Vorwoche hatten sich die offenen Positionen bei Sojabohnen 8,5 Prozent abgebaut.
 
Raps: Bei dem festen Sojakomplex und anziehenden Rohölnotierungen blieb dem Raps an der Matif nichts anderes übrig, als mitzumachen. Die Kursgewinne lagen je nach Termin zwischen 5 und 6 €/t und es lassen sich wieder Stabilisierungstendenzen erkennen.
Auch in Winnipeg animierte die Sojarallye die Canola-Kurse zu Notizgewinnen von über 9 Can-$/t für die vorderen Termine. Daneben wurden abgeschlossene Exportgeschäfte an der Börse bei kleinem physischen Angebot eingepreist.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen bewegen sich wieder nach oben. Die Brent Crude-Notierungen liegen am Montagmorgen schon wieder über 114 US-$ pro Barrel. Libyen bleibt der preistreibende Faktor. Eine Ölkrise lässt sich zurzeit allerdings kaum befürchten. Neben den USA und Saudi-Arabien haben auch der Iran und das Emirat Katar erklärt, dass ausreichend Rohöl verfügbar sei, um den Förderausfall  Libyens zu kompensieren. Die jüngsten Zahlen gehen von einem Ausfall Libyens von rund 1 Mio. Barrel/Tag aus. Dies würde knapp Zweidrittel der libyschen Ölproduktion entsprechen. Das libysche Rohöl gilt allerdings als sehr hochwertig. Analysten gehen weiterhin von volatilen Rohölmärkten aus. (St)
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