Tageskommentar Rohstoffe: Schwache Stimmung am Terminmarkt


An der Matif schlug sich die schwache Stimmung an den Terminmärkten in deutlichen Kursverlusten für Raps nieder. Aber auch Weizen und Mais mussten Federn lassen. In Chicago hielten sich die Notizverluste in überschaubarem Rahmen. Neue fundamentale Daten fehlten, doch der Streit um die US-Fiskalklippe drückte auf die Kurse. Auch Rohöl gab diesem Zuge wieder etwas nach.
 
Für eine gesetzliche Lösung des Schuldenlimits beim US-Haushalt bleibt den regierenden Demokraten und Republikaner nur noch wenig Zeit. Eine Einigung ohne Finanz- oder haushaltspolitische Tricks wird immer unwahrscheinlicher. Sollten die USA ihre Haushaltsklemme nicht meistern, droht ein massiver Konjunktureinbruch mit negativen Folgen für viele Commodities und auch für die Agrarfutures.
 
Weizen: Mit schwachen Vorgaben eröffnete die Matif die Sitzungen zwischen den Jahren. Die Weizenkurse in Paris gaben bis zu 6,50 €/t nach. Finanztechnische Positionsbereinigungen und Glattstellungen dürften vermutlich die Auslöser gewesen sein, denn es lassen sich keine neuen fundamentalen Erkenntnisse ausmachen. Die offenen Positionen bei Weizen haben sich zuletzt an der Matif bereits reduziert.
In Chicago gaben die Weizenkurse leicht nach, und haben sich möglicherweise auch an den schwächeren Signalen in Paris orientiert. Aber vor allem die Unsicherheiten über die US-Fiskalklippe belasteten die Stimmung bei Weizen, Mais und beim Sojakomplex.
 
In der Schwarzmeerregion hat es in der Ukraine in den vergangenen Tagen kräftig geschneit. Die Wintergetreidebestände sind nun von einer Schneedecke geschützt. Zuvor hatte es allerdings Kahlfröste mit extremen Minustemperaturen gegeben. Sie könnten die Wintergetreidebestände möglicherweise geschädigt haben. Im südlichen Russland ist die Kältewelle zwar vorbei, doch 10 bis 20 Prozent der russischen Wintergetreideflächen sollen ohne schützende Schneedecke sein.
 
Mais: Wie bei den übrigen Futures war der Chicagoer Börsenhandel auch bei Mais nach den Weihnachtstagen ruhig. Die Kurse gaben leicht nach. Gedrückte Ethanol-Margen, schwache Nachfragedaten und ein insgesamt schwächerer Unterton der Commodities setzen den Rahmen. An der Matif notierte Mais bis zu 4 €/t schwächer.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex war noch der aktivste der großen drei Chicagoer Agrarfutures. Die Bohnennotierungen gaben nach freundlichem Start aber moderat nach. Auch Sojaschrot notierte etwas schwächer. Die Liquidationen hielten noch an und die offenen Positionen für Sojabohnen haben sich weiter abgebaut. Dabei wird die Bohne fundamental von der guten Nachfrage und einem knappen Angebot bis zur südamerikanischen Haupternte gestützt.
 
In Brasilien hat auf den sehr frühen Standorten im Mato Grosso Agenturberichten zufolge die Sojabohnenernte begonnen. Die ersten Erträge sind noch etwas niedrig und liegen zwischen 2,5 und 3 t/ha. Für den weiteren Ernteverlauf erwartet man einen Ertragsanstieg auf 3,5 t/ha. In den südlichen und in den zentralen Anbaugebieten Brasiliens befinden sich die Sojabohnen in der Phase der Schotenfüllung. Dort haben Regenfälle die Ertragsaussichten verbessert.
 
Raps: Raps bietet zurzeit ein regelrecht schwaches Bild. Die Notierungen gaben für die alte Ernte bis zu 8,25 €/t nach. Der Februar fiel wieder unter 250 €/t. Für die Ernte gab es sogar noch etwas höhere Notizverluste. Das Handelsvolumen war dünn, die Stimmung im Keller, denn auch die leicht gedrückten Sojabohnenkurse ließen sich als Erklärung für die Notizverluste nicht ernsthaft ins Feld führen. Möglicherweise stecken finanztechnische Gründe und Positionsbereinigungen vor dem Jahresschluss dahinter. In Winnipeg notierte Canola-Raps wenig verändert.
 
Rohöl: Die Unsicherheit über die Lösung des Haushaltsdefizits der USA schlug sich bei Rohöl in etwas rückläufigen Notierungen nieder. Der Optimismus der Anleger war wieder verschwunden. (St) 
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