Tageskommentar Rohstoffe: Schwache Vorzeichen beim Raps


Die Terminmärkte starteten mit einer schwachen Tendenz in die neue Woche. Vor allem Raps musste deutlichere Verluste einstecken, als der Sojakomplex seine vorbörslichen Gewinne wieder abgab. Auch die Weizen- und Maiskurse in Chicago und an der Matif gerieten unter Druck und gaben nach. Rohöl schloss durchwachsen. Die vorbörslichen Tendenz deutet heute Morgen zunächst auf eine gedrückte Stimmung an den Terminmärkten hin.
 
Weizen: An der Matif gaben die Weizennotierungen für die vorderen Termine mehr als 2 €/t nach. Die zunächst freundlicheren Vorgaben gerieten mit schwachen Chicagoer Weizennotierungen unter Druck. Auch der feste Eurokurs belastete den Matif-Weizen, zumal die europäischen Weizenexporte mit einem festeren Euro an Wettbewerbskraft verlieren. In Chicago folgte Weizen den schwächeren Maisnotierungen. In den Winterweizen-Anbaugebieten der USA sind zudem Regenfälle für die kommende Woche angekündigt. Der Winterweizen den USA litt zuletzt unter zu geringen Niederschlägen. Auch die enttäuschenden wöchentlichen US-Exportanmeldungen von 446.000 t drücken auf die Stimmung an der Chicagoer Börse.  
 
Die Ukraine hat laut Agenturberichten von Reuters in diesem Wirtschaftsjahr bisher 5,65 Mio. t Weizen exportiert und damit mehr, als zuletzt mit den Exporteuren vereinbart wurden. Das Agrarministerium des Landes sieht inzwischen die Versorgungsbilanz mit Getreide im Inland gefährdet. Die Getreidebestände der Ukraine lagen zum Anfang dieses Monats mit ein 20,4 Mio. t 27 Prozent unter denen des Vorjahres.
 
Mais: Bei Mais sorgten schwache Nachfragesignale für rückläufige Notierungen in Chicago. Die wöchentlichen US-Exportzahlen fielen mit knapp 382.000 t wie schon in der Vorwoche erneut enttäuschend aus. Südamerikanischer Mais wird am internationalen Markt billiger als US-Mais offeriert. An der Matif gaben die Maiskurse etwas nach und zeigen angesichts der stetigen Drittlandsimporte wenig Dynamik.
 
In Südamerika sind die Wetterbedingungen für die heranwachsende Maisernte zurzeit gut. Die Börse in Rosario hat die argentinische Maisanbaufläche zudem um 120.000 ha auf 4,12 Mio. t der nach oben korrigiert. Sie prognostiziert eine Maisernte von 24 Mio. t und damit drei Mio. t mehr als im Vorjahr. Dazu USDA geht allerdings in seiner jüngsten Prognose mit 27,5 Mio. t allerdings noch von einer deutlich größeren Maisernte in Argentinien aus.
  
Sojakomplex: Die festen vorbörslichen Sojanotierungen lösten sich beim Start der Parkettbörse auf. Lediglich der Frontmonat Januar konnte sich behaupten, die übrigen Termine schlossen mit einem leichten Minus. Auch Sojaschrot notierte auf allen Terminen etwas schwächer. Die beeindruckenden wöchentlichen US-Exportanmeldungen von 1 Mio. t Sojabohnen konnten die schwache Tagesstimmung nicht drehen.
 
Die kommende südamerikanische Sojabohnenernte wirft hin und wieder ihren Schatten voraus. Für Brasilien haben Analysten aufgrund guter Wachstumsbedingungen die Schätzung für die kommende Ernte auf 82,2 Mio. t angehoben. Das USDA geht in seinem Dezember-Report noch von knapp 81 Mio. t aus. In Argentinien sind die Prognosen für die kommende Sojabohnenernte dagegen konträr: so erwartet die Börse in Rosario eine Bohnenernte von 53 Mio. t, während das USDA seine Schätzung noch 2 Mio. t höher ansetzt.
 
Raps: Mit den erodierenden Sojabohnenkursen in Chicago drehten sich die Rapsnotierungen an der Matif ins Minus. Der bis dahin ruhige Handel wurde erst mit Öffnung der Chicagoer Börse lebhafter. Die Rapsnotierungen gaben mit einem Minus von mehr als 5 €/t für die beiden vorderen Terminen deutlich nach. Die Stimmung beim Raps scheint zu Jahresende angeschlagen, auch wenn die schwächeren Kurse vermutlich aus Gewinnmitnahmen resultieren.  
In Winnipeg war die Tendenz für Canola-Raps ebenfalls schwächer und die Kurse fielen um die 6 Can-$/t zurück. Sie gaben ihre Vortagsgewinne größtenteils wieder ab.
 
Rohöl: Rohöl schloss durchwachsen. Die WTI-Notierungen notierten etwas fester. Spekulationen über eine Annäherung beim Streit um der US-Haushaltsklippe wirkten unterstützend. Sollte bis Ende des Jahres keine rechtlicher Rahmen über das Haushaltsdefizit in den USA zustande kommen, drohen milliardenschwere Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in den USA. Brent-Code Öl konnte davon nicht profitieren und notierte etwas schwächer. Heute Morgen bewegen sich beide Ölsorten wieder gemeinsam im Plus. Nach Beobachtungen der Commerzbank blieb die Ölförderung in Norwegen im November 15 Prozent hinter den Zielvorgaben zurück. Schrumpfende Fördermengen aus alten Ölfeldern Norwegens bilden nach Einschätzung der Bank aber eine wichtige Unterstützung der Brent Crude-Öl Preise. (St)
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