Tageskommentar Rohstoffe: Schwacher Börsentag in Chicago

Die Chicagoer Börse litt einen weiteren Tag unter den Nachwehen des USDA-Reports. Betroffen war in erster Linie der Sojakomplex, der erneut deutlich nach unten korrigierte. Aber auch Weizennotierungen musste in Chicago nach Gewinnmitnahmen Federn lassen. Mais notierte ebenfalls schwächer. An der Matif konnten sich die Weizennotierungen dagegen einigermaßen halten. Raps zollte dagegen den schwachen Sojakomplex Tribut und gab nach. Rohöl schloss durchwachsen. Das amerikanische Landschaftsministerium erwartet in einem ersten Ausblick eine deutliche Erholung der US-Maisbilanz mit der kommenden Ernte.
 
Weizen: Trotz schwacher Vorgaben aus Chicago konnten sich die Matif-Notierungen einigermaßen halten. Der März schloss sogar noch mit positivem Vorzeichen. Für die neue Ernte gab es kleinere Notizverluste. Die offenen Positionen der Weizenfutures in Paris bauen sich weiter ab - seit Monatsanfang allein um 18.000 Kontrakte. Frankreich hat seine Winterweizenfläche leicht nach oben korrigiert und in dieser Kampagne 3,1 Prozent mehr Weizen als im Vorjahr ausgesät. Die Analysten von Informa senken ihre Prognose für die kommende europäische Weizenernte um 1,1 Mio. t auf 138 Mio. t. Sie begründen die Korrektur mit einer kleineren Aussaatfläche in Großbritannien aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse im Herbst.
 
In Chicago gaben die Weizenkurse nach Gewinnmitnahmen über 5 US-$/t nach. Die schwachen Soja- und Mais-Futures drückten zusätzlich auf die Stimmung. Das USDA hat einen ersten Trend (Baseline-Projektion) für die kommende Weizenproduktion veröffentlicht. Danach wird die Weizenanbaufläche der USA um 3,2 Prozent ansteigen. Aufgrund der Trockenheit in den US-Plains lässt sich aber nur eine Weizenernte von 59,6 Mio. t und damit 1,8 Mio. t weniger als im Vorjahr erwarten.  
 
Russland will seine Importzölle für Getreide bis Anfang April abbauen. Europäische Handelshäuser vermuten noch einen Importbedarf Russlands von 2,5 Mio. t Weizen bis zum Anschluss an die neue Ernte. Bisher soll Russland nur 300.000 t Weizen aus Kasachstan eingeführt haben. Die Äußerungen aus Russland wurden an den Terminmärkten eher beiläufig zur Kenntnis genommen.
 
Mais: In Chicago gab Mais erneut nach. Die Futures befinden sich seit Anfang Februar in einem Abwärtstrend. Die Märznotierung bewegt sich bereits wieder bei 7 US-$/Bushel (275 US-$/t). In der Baseline-Projektion erwartet das USDA eine deutliche Entspannung der US-Maisbilanz mit der kommenden Ernte. Trotz einer Anbaureduzierung von 1,2 Prozent könnten die USA eine gewaltige Rekordernte von 367 Mio. t einfahren, falls das Wetter mitspielen sollte. Die US-Endbestände könnten sieht einer großen Ernte mit 52 Mio. t wieder ein sehr komfortables Niveau erreichen.
An der Matif blieben die Maisnotierungen unter Druck gaben 1,50 €/t nach.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex litt am stärksten unter den Nachwehen des USDA-Reports. Die Fonds waren mit größeren Verkäufen auf Tour. Bohnen und Schrot notierten deutlich schwächer. In den beiden vergangenen Handelstagen verlor die Sojabohne 20 US-$/t und Sojaschrot 27 US-€/t. Nur  Sojaöl konnte sich einigermaßen halten. In den ersten Trendberechnungen geht das USDA von einer 1,2 Prozent kleineren Anbaufläche für Sojabohnen in den USA aus. Nach der Projektion könnte die kommende US-Bohnenernte auf rund 91 Mio. t und um 10,6 Prozent ansteigen. Die US-Endbestände sollen mit 5 Mio. t allerdings weiterhin eng bleiben.
 
Raps: Dem starken Druck des Sojakomplexes konnten die Rapsnotierungen an der Matif nicht standhalten. Die Kurse gaben bis zu 4,75 €/t nach. Auch in Winnipeg setzte es für die Canola-Futures Notizverluste von über 7 Can-$/t.
 
Rohöl: Rohöl schloss durchwachsen. Nachdem die Brent Crude-Ölnotierungen in der Vorwoche die Marke von 120 US-$/Barrel nicht knacken konnten, setzte eine technische Gegenreaktion ein. Die Brent-Ölnotierungen gaben nach. Im Gegenzug stürzten sich die Anleger auf WTI-Öl und trieben die Notierungen 1,30 US-Dollar nach oben. (St)
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