Tageskommentar Rohstoffe: Schwacher Weizen zieht übrige Futures mit in die Verlustzone


Nach dem USDA-Report zog der sehr schwache Weizen in Chicago die anderen Futures mit in den negativen Bereich. Mais und Soja mussten trotz bullischer Faktoren für ihren Markt auch Gewinne abgeben. In Paris zeigte sich für Weizen, Mais und Raps ein ähnliches Bild. Die Verluste für den Weizen fielen auch hier am deutlichsten aus. Rohöl hält im Moment eine feste Tendenz.
Heute Morgen setzt die elektronische Börse in Chicago ihren negativen Weg weiter fort.

Weizen: Der bärische USDA-Bericht hat den Weizen gestern deutlich zweistellig weiter in die Verlustzone geschickt. Die Exporterwartungen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums liegen 50 Mio. Bushels unter den bisherigen Schätzungen. Die Weltendbestände für das Wirtschaftsjahr 2012/13 werden auf knapp 177 Mio. t im Vergleich zu 174 Mio. t im vergangenen Monat angehoben. Die australische Produktion sprang um 1 Mio. t auf 22 Mio. t und die argentinische Erzeugung blieb mit 11,5 Mio. t unverändert bewertet, auch wenn die Meinung im Markt für die Produktion in dem südamerikanischen Land eher bei 10,5 Mio. t liegt. Händler rechnen damit, dass Ägypten nach dem Preisverlust wieder an den Markt kommen könnte. Jordanien kaufte über Nacht 50.000 t optionaler Herkunft und aus Indien kam die Absichtserklärung, weitere 2,5 Mio. t Weizen zu kaufen. Dennoch behielten die Bären gestern die Oberhand. In Paris quittierte der Weizen die noch nicht komplett eingepreisten aktuellen Entwicklungen mit einem Minus von 4,75 €/t im Januar 2013.

Mais: Trotz leicht bullischer USDA- Aussichten für den Mais schloss der Future den Tag leicht schwächer. Der deutlich schwächere Weizen zog den Mais mit in den negativen Bereich. Die US- Endbestände wurden mit 647 Mio. Bushels unverändert zum Vormonat eingeschätzt. Die Exportverladungen haben allerdings bisher lediglich 217 Mio. Bushels im Vergleich zu 438 Mio. Bushels im Vorjahr erreicht. Die Weltendbestände für das Wirtschaftsjahr 2012/13 wurden nur leicht auf 117,6 Mio. t gegenüber den errechneten knapp 118 Mio. t im November korrigiert. Die argentinische Maisproduktion wurde zwar um 500000 t auf 27,5 Mio. t herabgestuft. Der chinesischen Produktion sprachen die amerikanischen Statistiker dagegen einen deutlichen Sprung von 8,0 Mio. t auf 208 Mio. t zu. Allerdings sehen sie hier auch den Verbrauch um 8,0 Mio. t auf 209 Mio. t steigen. Auch in Paris fielen die Verluste für den Mais eher moderat aus. Ein maximales Minus von 2,00 €/t fielen für den November 2013 an. Der Januar 2013 verlor 1,75€.

Sojakomplex: Die Januarbohne schloss den gestrigen Tag mit moderaten Verlusten ab. Der eher unterstützende USDA-Report konnte den sehr schwachen Weizen aber nicht völlig ignorieren. Die US-Endbestände wurden auf 130 Mio. Bushels gegenüber 140 Mio. Bushels im November festgelegt. Die heimische Nachfrage stieg um 10 Mio. Bushels, die Exportnachfrage blieb unverändert zum Vormonat. Die Weltendbestände für das laufende Wirtschaftsjahr sieht das Ministerium bei knapp 60 Mio. t gegenüber einem nur leicht höheren Bestand vor einem Monat. Die brasilianische und argentinische Produktion sowie die Versorgungslage in China schätzen die Statistiker unverändert zum November ein. Ein weiterer Verkauf von 115000 t Bohnen nach China wurde direkt nach der Veröffentlichung des Berichts bekannt gegeben.

Raps: Raps in Paris verlor gestern ebenfalls nur moderate 2,75€/t im Februar 2013. Canola in Winnipeg folgte den allgemeinen Vorgaben und sah zum Tagesschluss ebenfalls rote Zahlen.

Rohöl: Feste Aktienmärkte lieferten dem Rohöl gestern Unterstützung. Auch die Aussicht auf eine mögliche Lösung im US-Haushaltsstreit wirkte sich positiv aus. Auch heute Morgen bleibt die Stimmung vor dem Treffen der Ölminister der OPEC Staaten stetig. (dg)
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