Tageskommentar Rohstoffe: Schwächephase hält bei allen Agrarfutures an


Sowohl diesseits wie jenseits des Atlantiks setzte sich die Schwächephase der Märkte fort. Der Markt hofft beim Weizen auf eine bessere Nachfrage aufgrund der niedrigeren Preise und damit auf eine Erholung für die vorderen Termine. Selbst der Sojakomplex konnte sich der schwachen Stimmung trotz der anhaltend guten Nachfrage nach Bohnen nicht entziehen. Raps in Paris sah ebenfalls leicht rote Zahlen. Nachdem das Rohöl am Mittwoch zulegen konnte, gab es noch gestern Abend unter dem Eindruck größerer US-Bestände nach.
Die Vorgaben für die Getreidemärkte aus den USA bleiben heute Morgen negativ.

Weizen: Der Schwäche nach dem USDA-Report hatte der Weizenmarkt gestern nichts entgegenzusetzen und schloss sowohl in Chicago wie in Paris erneut mit Verlusten. Notwendige Liquidationen von langfristigen Positionen gaben den Bären Rückenwind. Viele Händler glauben jetzt allerdings an die große Exportnachfrage nach dem Einbruch der Preise und erhoffen sich für die kurzfristigen Termine Unterstützung. Darüber hinaus wird aufgrund des großen Preisabstands zwischen Mais und Weizen am US- Kassamarkt mit einer größeren Nachfrage nach Futterweizen in den ersten Wochen von 2013 gerechnet. Tunesien schrieb 100000t Weizen aus. Der Abschluss wird in Frankreich oder den USA vermutet. Japan kaufte 21530 t Futterweizen aus den USA und schrieb zusätzlich einen Tender von 120000 t Futterweizen aus. Paris schloss mit maximalen Verlusten von 2,25 €/t. Der Januar war mit nur 0,50 €/t dabei.

Mais: Auch der Maismarkt folgte den schwachen Vorgaben aus dem Weizen. Südkoreas größter Futtermittelhersteller kaufte 238000 t Mais südamerikanischen und südafrikanischen Ursprungs. Die USA wurde bei diesem Geschäft ausgeschlossen. Der offizielle Ethanolbericht der Regierung konnte dem Markt auch keine Unterstützung verleihen. Die Produktion in der ersten Dezemberwoche lag bei durchschnittlichen 842000 Barrels pro Tag und damit ein gutes Prozent unter der Vorwoche und gut 12 Prozent unter dem Vorjahr. In Paris schloss der Mais mit 1,75€/t im Januar 2013.

Sojakomplex: Die Bohne versuchte sich im Laufe des Tages von der Schwäche der anderen Getreidemärkte zu befreien. Dies gelang jedoch nicht nachhaltig. Eine anhaltende Nachfrage verlieh dem Markt zwar Unterstützung und auch die Gerüchte, dass sich China weiteren Frachtraum gesichert hat, blieb nicht ohne Wirkung. Der Markt erwartet weitere unterstützende Zahlen von der National Oilseed Processors Association (NOPA). Das brasilianische Wetter bleibt günstig für den Aufwuchs der Saat. Es wird bereits über eine höhere Ernte als den bisher veranschlagten 81 Mio. t spekuliert, wenn das Wetter im Dezember keine großen Überraschungen mehr bietet. Das trockenere Wetter in Argentinien in den nächsten sieben bis zehn Tagen begünstigt die Aussaat. Die Maisaussaat bleibt hinter den Erwartungen zurück, was die Theorie des größeren Anbaus von Bohnen begünstigt.

Raps: Raps verabschiedete sich am Mittwoch mit moderaten Verlusten. Maximal musste er 2,00€/t einbüßen. Der Januar 2013 lag nur 0,50 €/t unter dem Vortag. Canola in Winnipeg schloss sich der allgemein negativen Stimmung an.

Rohöl: Bereits gestern gaben die Rohölpreise nach zunächst noch einer festeren Tendenz Gewinne ab. Die gestiegenen US-Rohöllagerbestände drückten auf den Preis. Heute Morgen wird auch wieder der US-Haushaltsstreit als Argument für eine Schwäche herangezogen. (dg)
stats