Tageskommentar Rohstoffe: Schwächere Stimmung an den Agrarbörsen


Die Stimmung an den Warenterminbörsen in Chicago und Paris war gedrückt. Die Getreidefutures schlossen hüben wie drüben mit kleineren Notizverlusten. Im Sojakomplex fielen die Kursrückgänge etwas stärker aus. Die Rapsnotierungen an der Matif gaben erneut nach. Rohöl blieb ohne Impulse.
 
Weizen: An der Matif standen die Weizenkurse unter Druck. Der November gab 2,25 €/t nach und die Weizenrallye hat an Fahrt verloren. In Frankreich scheint die Weizenernte nicht so schlecht auszufallen, wie ursprünglich befürchtet wurde. In Chicago animierten die etwas schwächeren europäischen Weizenpreise die Fonds zu Gewinnmitnahmen. Die Kursverluste hielten sich in Grenzen. Die schlechteren Weizenernten in Europa und Russland könnten erst einmal eingepreist sein. Analysten gehen davon aus, dass das USDA in seinem kommenden Monatsreport die globale Weizenproduktion um 10 bis 15 Mio. t zurücknehmen könnte.
 
Mais: Die guten Wetterbedingungen für die heranwachsende US-Maisernte ließen die Maiskurse in Chicago erneut schwächer schließen. Auch die Dezember-Notierung fiel unter den 100-Tagesdurchschnitt. Die Bonitierung der Maisbestände hat eine kleine Verschiebung von 'gut' in 'exzellent' ergeben. Die wöchentlichen Exportanmeldungen von über 1 Mio. t beeindruckten an der Börse niemanden. In China haben sich die Aufwuchsbedingungen für die Maisernte verbessern.
An der Matif gingen die Maisnotierungen mit den Weizennotierungen zurück.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex war das schwächste Glied in Chicago. Die Augustnotierung ging um 6.70 US-$/t zurück. Sojaschrot notierte 6 bis 7 US-$/t schwächer. Die Wetteraussichten für die Bohnen sind vorteilhaft. Die Bonitierung der US-Bestände hat sich etwas in die Klasse ‚exzellent‘ verschoben. Die US-Exportanmeldungen mit 179.000 t fielen für diese Woche dürftig aus. Aber aus der alten Ernte lässt sich auch nicht allzu viel erwarten. China hat 226.000 t Bohnen für die kommende Saison gekauft.
 
Raps: Die Stimmung am Rapsmarkt scheint erst einmal raus zu sein. Die Kurse schlossen für den August 3,25 €/t und für November 3,50 €/t schwächer. Die externen Einflüsse hielten sich in Grenzen, denn schon vor der Eröffnung Chicagos standen die Rapspreise in Paris unter Druck.
In Winnipeg führten Gewinnmitnahmen vor dem Monatsende zu Kursverlusten von 8,40 Can-$/t für den November. Auch die Händler waren auf der Verkäuferseite, denn in den frühen Gebieten steht die Ernte vor der Tür. In dieser Woche könnten die ersten frühen Canola-Flächen ins Schwad gelegt werden.
 
Rohöl: Mit einer Nullnummer schlossen die Rohölnotierungen an der Nymex eine durchwachsen Sitzung ab. Ein schwächerer US-Dollarkurs und etwas freundlichere Aktienmärkte stabilisierten die Rohölnotierungen nach einer unterschwellig etwas schwächeren Tendenz. (St)
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