Tageskommentar Rohstoffe: Schwächere Vorgaben aus Chicago


An der Chicagoer Börse standen die Kurse etwas unter Druck. Weizen notierte deutlich schwächer und auch Mais konnte die Notierungen nicht halten. Der Sojakomplex gab etwas nach und einen Teil der Vortagsgewinne wieder ab, bleibt aber weiterhin äußerst fest. In Paris fand am Maifeiertag kein Handel statt. Zum Wochenstart gab es allerdings leichte Kursgewinne für Weizen, während bei Raps der ausgelaufene Frontmonat Mai mit größeren Notizverlusten schloss. Die Rohölnotierungen zogen wieder an.

Weizen: In Chicago gaben die Weizenkurse am Vortag deutlicher nach. Schwache Mais- und Sojabohnennotierungen drückten auf die Notierungen. Am Wochenanfang hatten Shortabdeckungen noch für einen positiven Unterton gesorgt. Das kalte Wetter in weiten Teilen der Plains wird von milden Temperaturen mit Niederschlägen abgelöst. Die US-Weizenbestände präsentieren sich in einer sehr guten Verfassung und weitaus besser, als im Schnitt der vergangenen Jahre.
An der Matif gab es am Dienstag keine Notierungen. Zum Wochenanfang hatten die Kurse allerdings mit einem Plus von bis zu 2,75 €/t für die alte Ernte geschlossen. Die offenen Positionen bauen sich mit dem in der kommenden Woche auslaufenden Frontmonat Mai weiter stark ab.
Saudi-Arabien hat 110.000 t Weizen in den USA gekauft. Marokko wird in diesem Jahr aufgrund seiner sehr schlechten Ernte Weizeneinfuhren von 5,6 Mio. t und damit in Rekordhöhe benötigen, erwartet das USDA.
 
Mais: Die Turbulenzen am Chicagoer Terminmarkt haben sich nach den großen Maisexport-Zahlen wieder beruhigt. Zum Wochenstart notierte der Mais fester, doch am Vortag zeigten sich wieder etwas schwächere Tendenzen. Vor allem die zügigen Fortschritte bei der US-Maisaussaat drückte auf die Notierungen. Zum Wochenstart waren bereits 53 Prozent der der geplanten Maisflächen ausgesät. Dies ist deutlich mehr als im Vorjahr und im Schnitt der vergangenen Jahre. Die massiven long-Liquidationen für die Maisfutures halten in Chicago an.
An der Matif zeigten sich die Maisnotierungen zum Wochenanfang neutral bis gut behauptet.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex schloss am Dienstag für die beiden vorderen Termine zwar etwas schwächer, behielt aber seine festere Tendenz für die neue Ernte bei. Am Montag stand in Chicago erstmals seit fünf Monaten auch ein Schlusskurs von 15 US-$/Bushel an der Börsentafel. Die Sojaschrotnotierungen zogen ebenfalls kräftig an. Für den kommenden Winter zeichnen sich hohe Sojaschrotpreise ab, denn für Oktober stiegen die Schrotnotierungen in Chicago in den beiden vorangegangenen Handelstagen um weit über 17 US-$/t an.
 
Ein Ende der Rallye scheint noch nicht in Sicht zu sein. Das amerikanische Analystenhaus Informa hat seine Schätzung für die argentinische Sojabohnenernte auf nur noch 40 Mio. t zurückgenommen und legt die bisher niedrigste Prognose für Argentinien vor. Die Rabo-Bank hält angesichts der schrumpfenden südamerikanischen Sojabohnenernte Rekordnotierungen in Chicago und ähnliche Preise wie im Ausnahmejahr 2008 für möglich. Im Juli 2008 hatte die Chicagoer Börse für Sojabohnen ein Allzeithoch von 16,63 US-$/Bushel notiert.
 
Raps: An der Matif hat am Wochenanfang der Frontmonat bei Raps gewechselt. Neuer Frontmonat ist nun der August. An seinen letzten Handelstag musste der Mai kräftige Notizverluste bis zu 14 €/t einstecken, da einige anscheinend bis zum Schluss gezockt und ihre Glattstellungen lange hinausgeschoben haben. Die Termine zur neuen Ernte gerieten zwischenzeitlich ebenfalls unter Druck, aber bei weitem nicht so massiv wie der Mai. Die neue Ernte schloss für die beiden vorderen Termine nur 1,25 €/t schwächer. Fundamental bleibt die kommende Rapsernte durch die knappe Bilanz gut unterstützt, denn die Schätzungen für europäische Ernte bewegen sich nur noch zwischen 18 und 18,2 Mio. t.
In Winnipeg zeigte sich gestern eine ähnliche Entwicklung wie im Pariser, denn der Frontmonat Mai notierte 11,0 Can-$/t schwächer.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen zogen an, vor allem für WTI-Öl. Auslöser waren positive Daten aus der US-Wirtschaft. Brent Crude Öl schloss sich den festeren Vorgaben an, notierte aber nur ein leichtes Plus. Die Brent-Ölnotierungen stehen etwas stärker unter den europäischen Einfluss. Dort bereitet die Entwicklung in Spanien Sorgen, denn Spanien steuert zum zweiten Mal seit 2009 auf eine Rezession zu. Die Ölpreise halten sich weiter auf hohem Niveau, obwohl es in der Iran-Krise Anzeichen für eine Entspannung gibt und der Rohölmarkt überversorgt ist. (St)
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