Tageskommentar Rohstoffe: Schwächerer Unterton an den Terminmärkten


Die sprunghafte Volatilität an den Terminmärkten hat sich zwar etwas gelegt, doch die meisten Notierungen pendelten weiter zwischen Plus und Minus. Der Unterton war etwas schwächer. An der Matif konnte Weizen vordere technische Kursgewinne verbuchen, zumal ein Ende des Januartermins absehbar ist. In Chicago schlossen Mais und Weizen mit kleineren Notizverlusten. Der Sojakomplex konnte sich im Tagesverlauf von seinem zwischenzeitlichen Schwächeanfall halbwegs erholen. Raps schloss knapp behauptet. Rohöl gab wieder etwas nach.
 
Weizen: An der Matif profitierte der Januarkontrakt an den letzten Handelstagen vor seinem Auslaufen von Glattstellungen mit einem technischen Gewinn von 2,25 €/t. Dadurch hat sich die Preisdifferenz zum März auf 7 €/t erhöht. Der März bewegt sich mit einem Schlusskurs von 246,50 €/t weiterhin unterhalb der 250-Euromarke. An den physischen Märkten werden die Notierungen schon seit Tagen vom Märztermin abgeleitet.
In Chicago bewegten sich die Weizennotierungen größtenteils im grünen Bereich, gaben aber ihre Gewinne bis Börsenende wieder ab. In den südlichen Plains der USA fehlt den Winterweizenbestände weiterhin Bodenfeuchtigkeit.
 
Für eine unterschwellig schwächere Stimmung sorgten Statements aus Ägypten, dass die staatliche Einkaufsagentur GASC seine Weizenversorgung bis Mitte Juni bereits in den Büchern hat. Die GASC werde nach einer guten Weizenernte in diesem Wirtschaftsjahr nur einen Importbedarf von 3,8  Mio. t Weizen haben, erklärte die staatliche Organisation. Dies wären 1 Mio. t weniger, als zuletzt erwartet. Im Vorjahr hatte die GASC offiziell 5,3 Mio. t Weizen importiert.
 
Mais: Die Nachrichtenlage für Mais bleibt unverändert dünn. In Chicago standen die Maiskurse unter technischem Verkaufsdruck der Fonds und schlossen etwas schwächer. Externe Einflüsse wie ein festerer US-Dollarkurs, schwächere Aktienmärkte und Rohölnotierungen sorgten für zusätzlichen Druck. In Südamerika zeichnen sich zudem bisher keine Probleme für die heranwachsende Maisernte ab. Nur Argentinien wird seine Maisaussaat nicht wie geplant in den Boden bekommen.  
An der Matif gaben die Kurse leicht nach. Am kommenden Montag ist der letzte Handelstag für den Januartermin in Paris.
 
Sojakomplex: Eine neue Abfuhr der chinesischen Importeure sorgte zunächst für schwache Sojanotierungen. China hat einen weiteren Kauf über 315.000 t Sojabohnen in den USA storniert. Bis Börsenschluss konnte sich der Sojakomplex noch einigermaßen erholen und schloss nur mit überschaubaren Verlusten.

Mit dem Einsetzen der Sojabohnenernte in Brasilien könnte sich die Nachfrage Chinas verstärkt auf Südamerika richten, wird vermutet. Die Aussichten in Brasilien sind weiterhin gut und das lokale USDA-Büro hat die Ernteprognose auf 83 Mio. t angehoben. Es liegt damit auf ähnlichem Niveau wie die offizielle brasilianische Schätzung. Es gibt allerdings auch warnende Stimmen, die im Nordosten bis zum Mato Grosso eine ausgeprägte Trockenheit ausgemacht haben und die Ernteerwartungen dämpfen. Das Mato Grosso gilt als die Kernregion des brasilianischen Sojabohnenanbaus, denn dort stehen 30 Prozent der Bohnenflächen des Landes. In Argentinien haben sich die Wetterbedingungen verbessert und die Bohnenaussaat wird wieder aufgenommen.   
 
Raps: Bei Raps fielen die Kursschwankungen gegenüber den Vortagen moderater aus. Zeitweise sah sogar so aus, als könnte sich Raps etwas von den Vorgaben des Sojakomplexes lösen. Bei Börsenschluss gab es nur noch ein geringfügiges Minus für die beiden alterntigen Termine. Die Handelsaktivitäten waren in Paris äußerst lebhaft. In Winnipeg notierte Canola-Raps etwas schwächer.
 
Rohöl: Ein festerer US-Dollarkurs, gedrückte Aktienmärkte und schwächere Zahlen vom US-Arbeitsmarkt setzen die Rohölnotierungen unter leichten Druck. Sowohl WTI- als auch Brent Crude-Öl gaben leicht nach. In der kommenden Woche soll die erweiterte Seaway-Pipeline in den USA ihre volle Auslastung erreichen und 400.000 Barrel Rohöl am Tag vom dem Andienungsort Cushing im Mittleren Westen zu den Raffinerien am Golf transportieren können. Dann werde sich der Preisabstand zwischen WTI-Rohöl und Brent Crude Öl von derzeit 19 US-Dollar verringern, erwarten Analysten. (St) 
stats