Tageskommentar Rohstoffe: Sojabohnen legen überraschende Rally hin


Mit kräftigen Kursgewinnen hat der Sojakomplex zum Wochenstart eine überraschende Rallye hingelegt. Erste Anzeichen von Wettermärkten für Südamerika  waren auszumachen. Die Rapskurse in Paris profitierten von dem festen Sojakomplex mit deutlicheren Kursgewinnen. Weizen und Mais knüpfen in Chicago an die feste Vortagstendenz an und legten auch an der Matif zu. Rohöl notierte etwas fester, hält sich aber mehr oder weniger in einer Seitwärtsbewegung. Die Vorgaben der elektronischen Börse in Chicago lassen heute Morgen erst einmal keine Anzeichen für einen weiteren Auftrieb der Ölsaaten erkennen.
 
Weizen: Die Weizenkurse an der Matif profitierten von den festeren Vorgaben aus Übersee mit Kursgewinnen von knapp 5 €/t. Der März notierte knapp unter 250 €/t und machte Boden gut. Ein festerer Euro-Kurs bremste die Aufwärtsbewegung.
In Chicago wird der USDA-Report bullisch interpretiert. Niedrigere US-Endbestände und die kleiner als erwartete Winterweizen-Anbaufläche den USA sowie Spekulationen über mögliche Auswinterungen lösten weitere Notizgewinne an den US-Weizenbörsen aus. Hinzu kamen aufkeimende Exporthoffnungen. 

Händler rechnen damit, dass die Weizenexporte aus den USA in den ersten Monaten des neuen Jahres an Fahrt gewinnen werden. Die wöchentlichen US-Exportanmeldungen für diese Woche fielen mit 288.000 t allerdings eher bescheiden aus. Ob der US-Weizen bereits wettbewerbsfähig ist, könnte der angekündigte neue Weizentender Algeriens für optionelle Herkünfte zeigen. Beim Iran-Tender über 50.000 t war Australien mit knapp 385 US-$/t cif der billigste Anbieter. Der australische Weizen gut 24 US-€/t günstiger als die Offerten aus Deutschland.
 
Mais: Der USDA-Report zeigte Nachwirkungen, und die stetige Aufwärtstendenz beim Chicagoer Mais hielt an. Seit sechs Tagen bewegen sich die Maiskurse in Chicago im Plus und haben in diesen Tagen gut 17 US-$/t zugelegt. Erneut dürftig fielen die wöchentlichen US-Exportanmeldungen von 185.000 t Mais aus. Die schwachen Exporte passen zu den Einschätzungen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums, dass Exportprognose für die USA in dieser Kampagne um 5,1 Mio. t gekappt hat.  
Die Matif schloss sich den festen Vorgaben der Chicagoer Börse und den freundlichen Weizennotierungen an. Die Kurse zogen bis zu 5,25 €/t an.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex legte eine regelrechte Rally hin. Die Sojabohnenkurse zogen über 16 US-$/t und die Sojaschrotkurse mehr als 14 US-$/t an. Die Händler an der Chicagoer Börse ließen einen ersten Testballon starten, denn in den kommenden zehn Tagen stehen die Wettervorhersagen für Südbrasilien und Argentinien auf trocken, während es in Nordbrasilien regnen soll. In Nordbrasilien hat die Sojabohnenernte bereits begonnen. Die feste Tagesstimmung wurde durch einen neuen Sojabohnenkauf Chinas über 120.000 t zusätzlich stimuliert. Am vergangenen Freitag hatte China bereits die gleiche Menge Bohnen in USA gekauft. Die regen Exportverladungen von Sojabohnen halten an. Die wöchentlichen US-Exportanmeldungen lagen erneut höher als 1 Mio. t.
 
Raps: Die Rapsnotierungen nahmen die festen Vorgaben der Sojabohnen dankend an und schlossen bis zu 7,50 €/t im Plus. Der Kursanstieg dürfte auch eine Folge und Gegenreaktion auf die schwachen Vortage gewesen sein. Die Notizgewinne kamen bei lebhaftem Handel zustande. Auch in Winnipeg stand Canola-Raps ganz im Zeichen der Bohne und legte um die 12 Can-$/t für die vorderen Termine zu.
 
Rohöl: Die überschaubaren Schwankungen an den Rohölmärkten halten an. Die Kurse bewegen sich in einer Bandbreite seitwärts. Am Vortag kam ein schwächerer US-Dollarkurs den Rohölnotierungen entgegen. Brent Crude-Öl legte 1,24 US-$/Barrel zu. WTI-Rohöl profitierte von der Inbetriebnahme der erweiterten Seaway-Pipeline. Mit ihr können seit Freitag täglich 400.000 Barrel Rohöl vom US-Andienungsort Cushing zur Golfküste transportiert werden. Dadurch werde sich auf Sicht die Preisdifferenz von Brent Crude Öl zum WTI-Rohöl reduzieren, erwarten Analysten der Commerzbank. (St)
 
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