Tageskommentar Rohstoffe: Sojabohnenangebot reduziert sich weiter


Die argentinische Sojabohnenernte wird das Vorjahresergebnis deutlich unterschreiten. Der Sojakomplex bleibt ausgesprochen fest und setzte in Chicago seine Aufwärtstendenz mit weiteren kleinen Kursgewinnen fort. Die Weizenkurse gaben dagegen sowohl in Chicago als auch in Paris nach. Mais notierte etwas fester. Raps legte leicht zu. Die Rohölkurse bewegten sich weiter nach oben und markierten auf Euro-Basis neue Höchststände.  
 
Weizen: Die Weizennotierungen an der Matif hielten sich lange Plus, gaben aber bei etwas schwächeren Vorgaben aus Übersee nach. Nach den Kursverlusten von 2,25 €/t für die beiden vorderen Termine fiel der März wieder unter 210 €/t. Die EU hat für die laufende Woche Exportlizenzen von 298.000 t erteilt. Daran war Deutschland mit 33.000 t beteiligt. Auf der Importseite wurden neue Einfuhrlizenzen über 72.000 t gezogen, davon entfielen 66.000 t auf das US-Weizenkontingent. Der US-Weizen ist für Europa interessant geworden. An der Chicagoer Börse sprach man davon, dass Spanien 88.000 t US-Weizen gekauft haben soll und sich diese Zahl in Kürze auf 200.000 t erhöhen könnte.
Die Weizenpreise in Chicago gaben nach. Die Stimmung war etwas schwächer, denn auf der US-Outlook-Konferenz wurde eine Zunahme der Weizenanbaufläche für die USA von 6,6 Prozent prognostiziert. Dies ist wesentlich mehr, als das USDA vor kurzem in seiner ersten Trendeinschätzung in Aussicht gestellt hatte.
 
Der IGC hat in seinem neuen Monatsbericht die komfortable globale Weizenversorgung in der laufenden Kampagne bestätigt.
 
Mais: Bei Mais brachte die Aussaatprognose des USDA auf der Outlook-Konferenz keine Überraschung. Der Anstieg um 2,3 Prozent auf 94 Mio. acres (38 Mio. ha) wurde bestätigt. Der Markt hatte überwiegend mit einer größeren Ausdehnung gerechnet. Die Maisnotierungen in Chicago konnten sich bei einem schwächeren US-Dollarkurs gut behaupten. Auch der Verkauf von 120.000 t US-Mais nach China stütze die Chicagoer Notierungen.  Der neue IGC Bericht liegt bei Mais nahezu völlig in Linie mit dem USDA-Februarreport.
 
An der Matif fielen die Maisnotierungen mit den schwächeren Weizenkursen um 1,75 €/t für den Frontmonat März. Auch bei Mais baut sich im Zuge des in Kürze auslaufenden Frontmonats März das Kontraktvolumen ab. Die offenen Positionen bei den Maisfutures nahmen innerhalb von einer Woche um 18 Prozent oder rund 3.800 Kontrakte ab. Die Mais Zufuhren in die EU hielten sich in Grenzen und für diese Woche wurden nur 24.000 t neue Importlizenzen erteilt.
 
Sojakomplex: Bei Sojabohnen deutet sich eine engere globale Bilanz an, als zuletzt erwartet. Die Getreidebörse in Rosario hat die Schätzung für die argentinische Sojabohnenernte auf 44,5 Mio. t reduziert und liegt damit noch  unter den pessimistischsten Schätzungen anderer Analysten. Im Vorjahr hatte Argentinien noch 49 Mio. t Sojabohnen geerntet. Der Sojamarkt bleibt durch die kleineren Ernten in Südamerika fundamental gut unterstützt und die Kurse bewegten sich nach kleinen Kursgewinnen in dieser Woche stetig nach oben.
 
Raps: Trotz kleineren Kursgewinnen bewegen sich die Rapspreise an der Matif in einer Seitwärtsbewegung. Die stabile Tendenz hält seit ein paar Tagen an. Für einen Ausbruch nach oben werden neue fundamentale Erkenntnisse über den Zustand der Europäischen Rapsflächen oder externe Einflüsse vom Sojakomplex benötigt. Allerdings sind nach dem rasanten Kursanstieg in den vergangenen beiden Monaten auch kurzfristige Rückschläge und Gewinnmitnahmen möglich.
In Winnipeg zeigten sich die Canola-Notierungen erneut von ihrer freundlichen Seite.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen befinden sich weiterhin in einer kräftigen Aufwärtsbewegung, deren Ende noch nicht absehbar ist. Ein schwächerer US-Dollarkurs und der bessere Info-Index für Deutschland wurden am Vortag als Ursache für die Preisanstieg der WTI-Notierungen um mehr als 1,50 US-$/Barrel angeführt. Als größter Preistreiber gilt allerdings weiter der Iran. Aber auch spekulative Käufe und die Erholungstendenzen der Weltwirtschaft fließen mit in die Ölpreise ein. Seit Anfang des Jahres haben die Rohölpreise 15 Prozent zugelegt und in Euro umgerechnet liegen sie mit fast 94 €/t sogar noch über der Rekordniveau von Juli 2008. Die Ölproduzenten, Händler und Raffinerien hätten kein Interesse an sinkenden Preisen, da die Kosten der Endverbraucher schneller steigen, als ihre eigenen Kosten, schreibt die FAZ. Die kräftig gestiegenen Rohölpreise dürften zudem im Iran die Lieferausfälle aufgrund des Embargos größtenteils kompensieren. (St)
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