Tageskommentar Rohstoffe: Sojakomplex führt Rally in Chicago an


Mit strammen Zugewinnen zog der Sojakomplex die Weizen- und Maisnotierungen an der Chicagoer Börse nach oben. An der Matif reagierte nur Raps mit festeren Kursen. Weizen konnte sich in Paris trotz der festen Vorgaben aus Übersee lediglich gut behaupten. Die Rohölnotierungen blieben auf den Weg nach oben.
 
Weizen: An der Matif kommt der Weizen nicht vom Fleck. Auch die festen Vorgaben aus Chicago waren wenig hilfreich. Sie verhalfen den europäischen Weizenfutures aber noch zu einem neutralen Sitzungsende. Der feste Eurokurs belastete den europäischen Weizenmarkt. Der Euro ist gegenüber den US-Dollar inzwischen auf den höchsten Stand seit 15 Monaten gestiegen und erschwert die Weizenexporte aus der EU. Großbritannien den Einfuhrbedarf an Weizen in dieser Kampagne offiziell auf 2,2 Mio. t taxiert.
In Chicago notierte Weizen fester und wurde gut durch Mais und Sojabohnen unterstützt. Auch ein schwächerer US-Dollarkurs wirkte sich positiv auf die US-Weizennotierungen aus.
 
Mais: Die Maisfutures in Chicago legten ebenfalls zu. Wetter-Bedenken für Südamerika, der feste Sojakomplex und Anschlusskäufe der Fonds setzen den Rahmen. Die offenen Positionen beim Chicagoer Mais sind zur Wochenmitte erneut signifikant um 21.000 Kontrakte angestiegen. 
Die renommierten Analysten von Lanworth haben ihre Prognose für die argentinische Maisernte auf 25,6 Mio. t leicht gesenkt und liegen damit eher an der unteren Bandbreite der derzeitigen Schätzungen. Für die brasilianische Maisernte ist Lanworth allerdings optimistisch gestimmt und hat die Schätzung leicht auf 75,8 Mio. t angehoben.
An der Matif blieben die Maisnotierungen im roten Bereich stecken.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex führte die Rally an der Chicagoer Börse an. Sojabohnen und Sojaschrot schlossen rund 10 US-$/t fester. Ungünstigeres Wetter für die südamerikanischen Sojabohnenernten und Chart-basierte technische Käufe lösten Auftrieb aus. Die offenen Positionen der Chicagoer Sojabohnenfutures haben sich erneut kräftig ausgeweitet. In Argentinien soll es die nächsten zwei Wochen trocken bleiben und richtig heiß werden. In Nordbrasilien behindert Regen die Sojabohnenernte. Vor den brasilianischen Verladehäfen sollen sich bereits 126 Schiffe versammelt haben, die auf ihre Beladung mit Sojabohnen und Mais warten. Es deuten sich erhebliche logistische Probleme beim Abfluss der brasilianischen Sojabohnenernte an.
 
Raps: Die Rapsnotierungen in Paris brauchten kräftige Unterstützung vom Sojakomplex um sich aus ihrer Lethargie zu lösen. Der Mai legte 4,50 €/t zu und profitierte als kommender Frontmonat auch von Kontraktverschiebungen aus dem Februar. Der Preisabschlag zum Februar blieb mit 20 €/t aber noch erheblich. Der Februarkontrakt hat heute seinen letzten Handelstag an der Matif. Der Markt schaut gespannt darauf, wieviel Kontrakte physisch angedient werden.
Auch in Winnipeg zogen die Bohnen den Canola-Raps nach oben. Die Kurse stiegen über 7 Can-$/t an.
 
Rohöl: Trotz kleiner Schwächen setzte Rohöl seinen Anstieg fort. Brent Crude Öl notierte heute Morgen wieder über 115 US-$/Barrel. Die amerikanischen Notenbank FED hat angekündigt, dass sie bei ihrer lockeren Geldpolitik bleiben und weiter Anleihen kaufen wird. Bei den Finanzanlegern erhellte sich die Stimmung daraufhin schlagartig. Zuvor hatten schwache US-Konjunkturdaten und sehr bärische US-Lagerbestände für leichten Druck auf die Rohölpreise gesorgt. Die wöchentlichen Rohölbestände in USA sind in der Vorwoche um fast 6 Mio. t angestiegen. Das Bruttoinlandsprodukt der USA hat sich im vierten Quartal des Vorjahres negativ verändert. (St)
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