Tageskommentar Rohstoffe: Sojakomplex gibt Gewinne wieder ab

Die Maisnotierungen an der Chicagoer Börse bleiben im Aufwind und zogen erneut an. Die Weizenkurse konnten sich in Übersee allenfalls behaupten, an der Matif gab es leichte Notizgewinne. Der Sojakomplex gab seine vorangegangen Kursgewinne wieder ab. Raps notierte ebenfalls schwächer. Die Rohölkurse gaben etwas deutlicher nach.
 
Weizen: Die Weizenmärkte zeigten wenig Bewegung. In Chicago notierte Weizen mithilfe der festeren Maisnotierungen knapp behauptet. Im südlichen Weizengürtel soll es etwas Regen geben, doch die meisten Hard-Red-Winterweizenbestände in den USA leiden weiter unter hohen Temperaturen und Trockenstress. Die Einschätzung des USDA, dass mehr Soft-Red-Winterweizen anstelle von Mais verfüttert werden könnte, wirkte sich preisstützend aus. 
In Paris gab es für Weizen ein kleines Plus für die alte und für die neue Ernte. Auch in Westeuropa brauchen die Weizenbestände Regen, auch wenn die Wasserversorgung bei weitem noch nicht dramatisch ist.
 
Mais: Die Maisnotierungen schrauben sich an der Chicagoer Börse stetig nach oben. Die knappen US-Endbestände lassen Mais wieder stärker zum Anlageobjekt der Fonds werden und die Zahl der offenen Positionen steigt an. Das Wetter für die Maisaussaat im Mittleren Westen ist durchwachsen und man rechnet für große Teile des Maisgürtels für den ganzen April mit nassem und kaltem Wetter. Vereinzelt hat die Maisaussaat allerdings bereits begonnen. Nach Ansicht von Börsenhändlern werden die Maiskurse in den kommenden Wochen in erster Linie vom Stand der Maisaussaat beeinflusst werden. Die US-Exportverladungen für Mais bleiben umfangreich, denn in dieser Woche wurden 985.000 t Mais für den Export angemeldet.
An der Matif gab es für den Frontmonat Juni ein Plus von 2 €/t.
 
Sojakomplex: Die voranschreitende Sojabohnenernte in Südamerika und das gute Erntewetter in Argentinien und Südbrasilien drückten auf den Sojakomplex. Sojabohnen und Sojaschrot gaben ihre Gewinne der Freitagsrallye nach deutlicheren Verlusten wieder ab. Gewinnmitnahmen und schwächere Rohölnotierungen belasten die Kurse. Die Rekordernte in Brasilien und Paraguay sowie eine durchschnittliche Ernte in Argentinien beschneiden den Anspruch der knappen US-Endbestände als alleiniger Parameter für den Sojamarkt. An der Chicagoer Börse grassiert weiter die Furcht, dass China Sojabohnenkäufe stornieren könnte. Seitens Chinas soll es entsprechende Andeutungen gegeben haben, zumal die Crush-Margen unbefriedigend, der Absatz von Sojaschrot schwach und die Kapazitäten der chinesischen Ölmühlen nicht einmal zur Hälfte ausgelastet sein sollen.
 
Raps: An der Matif erlebte der Raps Höhen und Tiefen. Zunächst profitierte Raps noch von den vorangegangenen Kursgewinnen der Sojabohnen. Doch zum Schluss drückten ein schwächerer aktueller Sojakomplex und rückläufige Rohölnotierungen die Rapsnotierungen für die alte Ernte fast 4 €/t ins Minus.
In Winnipeg war das Bild ähnlich. Die alte Ernte schloss mit Kursverlusten von knapp 7 Can-$/t und die Gewinne vom Freitag lösten sich wieder in Luft auf. Ein schwacher Sojakomplex, die festere kanadischer Währung und Liquidationen gelten als Ursache.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen leiteten eine kurzfristige Korrektur ein und die Kurse gaben nach dem strammen Anstieg der Vortage etwas deutlicher nach. Heute Morgen scheint sich die Korrektur fortzusetzen. Meldungen über einen möglichen Waffenstillstand in Libyen und die etwas zurückgenommene Prognose des globalen Wirtschaftswachstums seitens des Internationalen Währungsfonds (IWF) drücken auf die Kurse. Der IWF hat seine Wachstumsprognose für die USA und Japan etwas nach unten korrigiert. Er rechnet weiterhin mit hohen Durchschnittspreisen von rund 107 bis 108 US-$/Barrel Rohöl für die Jahre 2011 und 2012. Der Preis bezieht sich auf die gemittelten Werte der wichtigsten Ölsorten. Im Januar hatte der IWF seine Preisprognose noch rund 30 US-$/Barrel niedriger angesetzt. (St)
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