Tageskommentar Rohstoffe: Sojakomplex gibt nach USDA-Report deutlich nach


Die guten Aussichten für die südamerikanischen Sojabohnenernten im USA-Report mündeten in deutlichen Notizverlusten für Sojabohnen und Sojaschrot. Die schwache Tendenz beim Sojakomplex hält heute Morgen erst einmal an. Für Weizen und für Mais gab es hüben wie drüben kaum Kursveränderungen. An der Matif notierte Weizen etwas freundlicher. Die Rapsnotierung für die alte Ernte gab nur leicht nach. Heute Morgen dürfte Raps allerdings unter dem schwachen Sojakomplex leiden. Brent-Rohöl setzte seinen Kursanstieg fort.
 
Weizen: Der Weizen-Report des USDA fiel neutral aus. In Chicago zeigten die Notierungen demzufolge auch keine nennenswerten Veränderungen. An der Matif konnte sich die etwas freundlichere Tagestendenz für Weizen bis Börsenschluss halten. Der März notierte geringfügig fester, gab aber seine Spitzengewinne weitgehend ab.
 
Die USDA-Schätzung für die argentinische Weizenernte blieb mit 11 Mio. t und verändert. Dies könnte zu optimistisch sein, denn die offizielle Schätzung Argentiniens und die Prognosen anderer Analysten liegen 1 Mio. t und mehr darunter. Für Australien beließ es das USDA bei seiner Ernteschätzung von 22 Mio. t.
 
Mais: Nach einer wechselhaften Sitzung schlossen die Maisnotierungen an der Chicagoer Börse mit einem leichten Minus. Nach Veröffentlichung der USDA-Zahlen setzen größere Liquidationen ein. Dabei brachte die Schätzung keine großen Überraschungen. Die brasilianische Maisernte wurde um 1,5 Mio. t auf 72,5 Mio. t nach oben korrigiert, die Prognose für Argentinien um 1 Mio. t auf 27 Mio. t zurückgenommen. Auch die etwas höheren Maisbestände in den USA zum Ende der Kampagne entsprachen mehr oder weniger den Erwartungen. Die globale Maisbilanz hat sich mit laut USDA mit Endbeständen von 118 Mio. t leicht verbessert, bleibt aber mit einem Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch von 13,6 Prozent eng.
 
An der Matif konnten sich die Maisnotierungen bei einem leichten Plus und mit Hilfestellung vom Weizen gut behaupten. Die Maiseinfuhren der EU könnten in dieser Kampagne auf 10 Mio. t steigen, schätzt das USDA. Die Prognose wurde um 2 Mio. t oben korrigiert.
 
Sojakomplex: Mit scharfen Kursverlusten reagierte der Sojakomplex auf die USDA-Zahlen. Die Bohnenkurse brachen knapp 13 US-$/t und die Schrotnotierungen fast 17 US-€/t ein. Unmittelbar nach Veröffentlichung der Zahlen setzte starker Verkaufsdruck ein. Die Bohne rauschte unter die 100- und 200-Tagesdurchschnitte und setzte negative charttechnische Signale. Dabei war die Schätzung eher neutral bis milde bärisch. Die Fonds scheinen allerdings bullische Zahlen erwartet zu haben.
  
Brasilien wird laut USDA mit 83,5 Mio. t 1 Mio. t mehr und Argentinien mit 53 Mio. t 1 Mio. t weniger Bohnen ernten, als zuletzt geschätzt. Durch die großen südamerikanischen Ernten wird die weltweite Sojabohnenernte in dieser Kampagne zwar fast 31 Mio. t größer als im Vorjahr ausfallen, doch der Einfluss auf die Bilanz relativiert sich erheblich. Aufgrund eines höheren Verbrauchs und niedrigerer Eingangsbestände werden die globalen Endbestände bei Sojabohnen nur um knapp 5 Mio. t gegenüber der vergangenen Kampagne zunehmen. Der Markt braucht die großen südamerikanischen Bohnenernten. 
 
Raps: Raps hielt sich lange erstaunlich gut und notierte fast die gesamte Sitzung unter grünen Vorzeichen. Erst als der Sojakomplex deutlich nachgab, drehte sich der Mai ins Minus schloss noch 1,25 €/t schwächer. Die Termine der neuen Ernte gaben ihre Spitzengewinne zwar ab, schlossen aber fester. Die Handelsaktivitäten in Paris waren allerdings etwas mager. Heute Morgen lassen sich durch die gedrückte Tendenz am Sojamarkt und die Nachwirkungen vom vergangenen Freitag erst einmal rote Vorzeichen beim Matif-Raps erwarten.
In Winnipeg war der Einfluss der Sojabohnen unmittelbarer und Canola-Raps gab für März mehr als 10 Can-$/t nach.
 
Rohöl: Die Brent Crude Öl setzte den Aufwärtstrend fort. Nach kräftigeren Notizgewinnen schloss der März in Sichtweite von 119 US-$/Barrel. Zeitweise lagen die Kurse sogar  darüber. WTI-Öl an der New Yorker Nymex notierte dagegen etwas schwächer. Derzeit baut Brent Crude Öl seinen Spread gegen WTI weiter aus. Die Preisdifferenz liegt bereits bei mehr als 23 US-$/Barrel. 

Brent gilt als die dynamischere Ölsorte und reagierte am Freitag mit spekulativen Gewinnen auf gute Korrekturdaten aus China. Die Ölimporte Chinas sind auf Rekordniveau angestiegen. Saudi-Arabien ist weiterhin dabei, seine Ölförderung zu drosseln. Die US-Investmentbank Goldman Sachs sieht den Anstieg der Brent-Ölnotierungen sogar fundamental und nicht nur in Risikoprämien begründet. (St)
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