Tageskommentar Rohstoffe: Sojakomplex lebt von guter Nachfrage


Obwohl die fundamentalen Daten für Weizen und Mais eher eine bullische Tendenz vertragen würden, verhindern fehlende Exporte aus den USA einen Preisanstieg. Der Sojakomplex dagegen lebt von der guten Nachfrage nach Bohnen aus China. Raps musste zum Wochenende nochmals Gewinne abgeben. Rohöl sah am Freitag und auch heute Morgen positive Vorzeichen. Gute Nachrichten aus China verhalfen zum einen festeren Wochenstart.
Heute Morgen stehen die Zeichen in Chicago wieder auf grün. Die elektronische Börse sieht alle Agrarfutures im positiven Bereich.

Weizen: Der Märzweizen schickte die Märkte am Freitag in negatives Territorium. Kansas City und Chicago sahen zweistellige Verluste. Gewinnmitnahmen führten zu einer Korrektur der Preise. Der US-Weizen ringt um Exportmöglichkeiten. Die Tender für Syrien und Jordanien sind noch nicht erledigt. Japans Landwirtschaftsministerium kaufte knapp 150.000 t Futterweizen aus den USA und Australien. Auf der anderen Seite liefert der Wetterbericht mit niedrigen Niederschlägen für die westlichen Plains Unterstützung für den Weizen. Langfristig hat die Trockenheit einen Einfluss auf die Weizenpreise, kurzfristig limitieren die fehlenden Exporte die Gewinne. In Paris lehnte sich der Weizen an diese Entwicklung an und schloss für den Januar mit einem Verlust von 4,25 €/t, für den November auch mit 4,50 €/t.

Mais: Gewinnmitnahmen zwei Tage nacheinander schwächten auch den Mais in Chicago. Glattstellungen zum Wochen- und Monatsende hatten ebenfalls Einfluss. Globale Versorgungsängste sollten eigentlich solide Argumente für eine festere Tendenz liefern. Allein die Exportnachfrage bleibt enttäuschend und limitiert ein Aufwärtspotential für kurzfristige Termine. Die Wettervorhersagen für Argentinien bleiben zu nass. Dies kann zu Verspätungen bei der Aussaat führen. Bei anhaltender Feuchte gehen Analysten davon aus, dass Fläche, die für Mais vorgesehen war, mit Sojabohnen bestellt werden könnte. Dies könnte sich wiederum befestigend auf den Maispreis auswirken. Im Paris erlebte der Mais für vordere Termine ebenfalls eine Schwächetendenz. Ab Ende 2013 war wieder eine positive Tendenz angesagt.

Sojakomplex: Der Sojakomplex schloss uneinheitlich zum Wochenende. Die Sojabohne sah zum Ende der Sitzung negative Vorzeichen, konnte sich aber im Laufe des Tages von ihrem Tiefpunkt wieder erholen. Schrot sah moderate Gewinne, während Öl wiederum schwächer gestimmt war. Externe Märkte und bessere Witterungsverhältnisse für die Sojabohne in Südamerika grenzten die Möglichkeiten der Bullen ein. Dennoch limitierten die gute Exportnachfrage für Bohnen und der Ölverkauf mögliche Kursverluste. Die weiterhin gute Nachfrage nach Bohnen aus China könnte eine Abwärtsbewegung in den kommenden Wochen verhindern, verspricht aber auch eine hohe Volatilität der Preise.

Raps: Raps in Paris musste zum Wochenende noch einmal deutlichere Verluste einstecken. Der Februar 2013 gab 5,50 €/t nach und schloss mit 476,75 €/t. Die Verluste für Canola in Winnipeg fielen etwas moderater aus.

Rohöl: Positive US-Konjunkturdaten üben ihren Einfluss auf das Rohöl aus. Bereits der Freitag stand unter einem festeren Eindruck. Heute Morgen legen die Chinesen mit besseren Wirtschaftszahlen nach. Rohöl startet mit leichten Gewinnen in die Handelswoche. (dg)
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