Tageskommentar Rohstoffe: Sojakomplex legt erneut zu

Die Weizennotierungen schlossen uneinheitlich. In Chicago gab es ein leichtes Minus, denn Russland will vorerst keine Exportbeschränkungen für Getreide einführen. An der Matif notierte Weizen dagegen im grünen Bereich. Mais notierte in Chicago etwas fester. Der Sojakomplex legte nach Stimmungskäufen deutlicher zu. Raps hielt seine Aufwärtsbewegung bei. Rohöl zog kräftiger an.
 
Weizen: In Chicago gaben die Weizenkurse etwas nach. Die Meldung, dass Russland seine Exportziele für Getreide um 2 bis 3 Mio. t auf 27 Mio. t heraufgesetzt hat, nahm Hitze aus dem Weizenmarkt. Händler hatten zuletzt mit Restriktionen der russischen Exporte in den kommenden Monaten gerechnet. Russland sieht angesichts der großen letztjährigen Getreideernte von 94 Mio. t kein Grund für Exportbeschränkungen. An der Chicagoer Börse scheint sich zudem die Meinung durchzusetzen, dass die möglichen Auswinterungsschäden trotz der anhaltenden Kältewelle in Europa eingepreist sein könnten.
An der Matif konnten sich die Weizenkurse von einer temporären Schwäche erholen und schlossen mit leichten Kursgewinnen von bis zu 1,50 €/t für den Frontmonat März.
 
Mais: Mais blieb ohne Anregungen und konnte sich in einem überverkauften Chicagoer Markt mit leichten Kursgewinnen gut behaupten. Festere Aktienmärkte und anziehende Rohölnotierungen gaben Unterstützung, spekulative Verkäufe ließen keine höheren Kursgewinne zu. Die offenen Positionen steigen in Chicago weiter an. Der US-amerikanische Landwirtschaftsattache hat die argentinische Maisernte auf 21,8 Mio. t taxiert und damit deutlicher unten korrigiert. Die Zahl liegt in Linie mit der  Schätzung der Getreidebörse Buenos Aires. Die Prognose für die mexikanische Maisernte wurde vom USDA-Botschafter auf 18,4 und etwa 2 Mio. t niedriger als im Vormonat geschätzt.
An der Matif notierte Mais nur knapp behauptet. Aufgrund der unterschiedlichen Kursentwicklung der Vortage wird Mais in Paris nun 10 €/t billiger als Weizen notiert.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex profitierte von einer besseren Stimmung nach Sojabohnenkäufen Chinas und Europa in den USA. Ein überverkaufter Markt und technische Signale ließen die Sojabohnen- und Sojaschrotnotierungen fast 6 US-$/t im Plus schließen. Die günstigeren Wetteraussichten für die südamerikanische Sojabohnenernte blieben ohne Einfluss.
 
Raps: Raps bleibt weiterhin in einer Aufwärtsbewegung. Die Kursgewinne für die neue Ernte fielen mit einem Plus von bis zu 3 €/t stärker aus als für die alte Ernte aus. Darin schlagen sich die Befürchtungen über Auswinterungsschäden nieder. Auch der festere Sojakomplex und die gestiegenen Rohölnotierungen gaben positive Preisimpulse.
In Winnipeg notierte Canola-Raps ebenfalls etwas freundlicher.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen zogen deutlicher an. Brent Crude-Öl legte 2,50 €/t  und WTI-Rohöl knapp 1,50 US-$/t zu. Bessere Arbeitsmarktdaten aus den USA und ein gestiegener US-Einkaufsmanagerindex waren die Auslöser bei WTI-Öl. Bei Brent Crude-Öl wurde nach neuen Drohungen aus dem Iran und Berichten über einen möglichen israelischen Militärschlag gegen den Iran die Risikoprämien angehoben. (St)
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