Tageskommentar Rohstoffe: Sojakomplex setzt Konsolidierung fort


Ungeachtet der großen südamerikanischen Sojabohnenernte halten sich die Sojanotierungen auf einem vergleichweisen hohen Niveau. Die Kurse für Sojabohnen und Sojaschrot zogen leicht an. Weizen kam an der Chicagoer Börse etwas unter Druck und auch in Paris gab der Frontmonat leicht nach. Die Maisnotierungen in Chicago schwächten sich leicht ab. Die neuen USDA-Zahlen haben die Börsennotierungen nicht signifikant beeinflusst. Die Rapskurse an der Matif korrigierten etwas nach unten. Rohöl hält sich bei Schwankungen auf hohem Niveau.
 
Weizen: Die Weizennotierungen an der Matif gaben für Mai etwas nach, konnten sich aber für die neue Ernte halten. Das Umsatzvolumen in Paris war zuletzt beachtlich, denn in den beiden Vortagen wurden rund 25.000 Kontrakte oder umgerechnet 1,25 Mio. t gehandelt. Die offenen Positionen für Mai nehmen zwar etwas ab, doch im Frontmonat steht noch ein erhebliches Kontraktvolumen zur Bereinigung an.
Der neue USDA-Report geht für die EU von unveränderten Endbeständen von 17 Mio. t aus. Die globalen Endbestände wurden geringfügig zurückgenommen, ändern aber an der guten Versorgung nichts. Das Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch von weltweit 30 Prozent unterstreicht die reichliche Versorgung der alten Ernte. Auch in den USA ist die  Versorgung mehr als komfortabel. Obwohl die US-Endbestände im Report etwas zurückgenommen wurden, werden sie zum Ende der Saison immer noch bei 43 Prozent der letztjährigen Erntemenge liegen. Die Notierungen an der Chicagoer Börse gaben in Folge von Gewinnmitnahmen etwas nach.
 
Mais: Die Anhebung der Mais-Endbestände von 2 Mio. t für die laufende US-Saison war etwas weniger, als im Markt erwartet wurde. Zusammen mit den größeren Maisernten in Brasilien und Südafrika werden die globalen Endbestände bei Mais um 4 Mio. t höher ausfallen als vor einem Monat erwartet. Signifikante Reaktionen der Chicagoer Börse auf die neuen Zahlen blieben aus. Die leichten Notizverluste für Mais dürften eher aus den guten Aussichten für die US-Maisaussaat resultieren. China will zur Entlastung der eigenen Märkte 1 Mio. t Mais aus der strategischen Reserve für den Binnenmarkt freigegeben.
An der Matif notierte Mais nach den stetigen Preisanstiegen der Vortage etwas schwächer.
 
Sojakomplex: Die Sojabohnen- und Schrotnotierungen an der Chicagoer Börse halten sich auf recht hohem Niveau. Der gesamte Sojakomplex zog moderat an. Der USDA-Report wurde als neutral bis freundlich bewertet, denn der erwartete Anstieg der Endbestände blieb aus. Die um 2,5 Mio. t angehobenen größeren Sojabohnenernte in Argentinien und Brasilien ließen die Börse in Chicago unbeeindruckt. Die großen südamerikanischen Ernten könnten eingepreist sein und ein Einbruch der Börsennotierungen ist zurzeit nicht in Sicht. Die globalen Endbestände an Sojabohnen werden in dieser Saison mit 63 Mio. t allerdings auf ein neues Rekordniveau anwachsen.
 
Raps: Die Rapskurse an der Matif bleiben stabil. Sie korrigierten bei zwischenzeitlich etwas schwächeren Rohölnotierungen geringfügig nach unten. Die Notizverluste von 1 €/t für Mai und 0,25 €/t für die neue Ernte sind kaum der Rede wert. Nach dem Anstieg der neuerntigen Rapspreise hat sich der Spread zwischen alter und neuer Ernte auf nur noch 10 €/t verringert. Von den  Überhangsbeständen in der EU werden bis zum Anschluss an die neue Ernte allein 1,3 bis 1,4 Mio. t benötigt. Eine unterdurchschnittliche Rapsernte oder Ernteausfälle könnten die Versorgung in der neuen Saison sogar knapp werden lassen, befürchten Händler.  
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen halten sich bei leichten Preisschwankungen auf hohem Niveau und bei 85 US-$/Barrel. Konjunkturoptimismus wird als Grund für die hohen Rohölpreise angeführt. (St)
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