Tageskommentar Rohstoffe: Sojakomplex stützt die anderen Märkte


Feste Sojabohnennotierungen in Chicago beeinflussten auch die Kurse für Mais und Weizen positiv. Die Chicagoer Weizenpreise profitierten zusätzlich von Shortabdeckungen. An der Matif notierte Weizen durchwachsen. Raps stand zwischenzeitlich unter starkem Preisdruck, konnten sich aber mit anziehenden Bohnennotierungen erholen. Rohöl gab erstmals seit acht Tagen wieder nach.

Weizen: An der Chicagoer Börse legten die Weizenkurse zu. Der Einfluss der festen Sojabohnen und erneute Shortabdeckungen brachten die Kurse nach oben. Die spekulativen Fondsgesellschaften haben innerhalb kurzer Zeit an der Chicagoer Börse wieder netto Shortpositionen in Rekordhöhe aufgebaut. Die offenen Positionen haben sich in den vergangen beiden Tagen reduziert. Glattstellungen wirken sich in einer solchen Konstellation normalerweise kurzfristig Preis-stabilisierend aus.
An der Matif konnten sich die Mai-Notierungen erst mit der Eröffnung der Chicagoer Börse aus dem roten Bereich ins Plus drehen. Der Frontmonat schloss allerdings erneut etwas schwächer. Die EU-Kommission rechnet für die EU mit einer kommenden Weizenernte von 132 Mio. t. Dies wäre ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
 
Mais: Auch Mais profitierte vom festen Sojakomplex und schloss mit kleinen Kursgewinnen für die alte Ernte. Die vom USDA prognostizierte starke Ausdehnung des US-Maisanbaus löste schon größere Liquidationen bei den Chicagoer Maisfutures aus. So nahmen die offenen Positionen in den beiden vorangegangenen Tagen um fast 4 Prozent ab, ohne dass es Druck auf die Maisnotierungen gab.
An der Matif notierte Mais erneut etwas schwächer.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex dominierte das Chicagoer Börsenparkett mit Kursgewinnen von über 5 US-$/t für Sojabohnen und rund 8 US-$/t für Sojaschrot. Die Bohnennotierungen in Chicago haben den höchsten Stand seit fünf Monaten erreicht und lagen mit umgerechnet 475 US-$/t nur noch knapp unter der Marke von 13 US-$/Bushel. Die guten Exportaussichten für Sojabohnen und die kleineren Ernten in Südamerika halten den Markt auf Trab. Private Schätzungen prognostizierten für Brasilien eine Sojabohnenernte von 68 Mio. t. Dies sind 4 Mio. t weniger als die USDA Schätzung und die brasilianische Sojabohnenernte könnte danach 7,5 Mio. t kleiner als im Vorjahr ausfallen.
 
Raps: Die Rapskurse an der Matif standen zunächst unter starkem Druck und fielen in der Spitze bis zu 8 €/t ins Minus. Die Verluste reduzierten sich zwar, doch die Sitzung fand weitgehend unter roten Vorzeichen statt. Erst mit der Öffnung der Chicagoer Börse und festeren Sojabohnennotierungen konnte sich Raps erholen und notierte bei Börsenschluss für die alte Ernte 1,75 €/t fester. Schwächere Rohölnotierungen könnten zwar für Druck gesorgt haben, doch der stärkste Einfluss dürfte erneut von Gewinnmitnahmen gekommen sein. Möglicherweise ist auch Börsentechnik in die Turbulenzen eingeflossen, denn die offenen Positionen waren am Wochenende überraschend deutlich angestiegen.
Im Winnipeg sonnte sich Canola-Raps im Schein der Sojabohnen und legte deutlicher zu.
 
Rohöl: Erstmals nach acht Tagen gaben die Rohölnotierungen nach. Der Kursrückgang von bis zu 1,30 US-$/Barrel hielt sich allerdings in Grenzen. Ein etwas festerer US-Dollarkurs und Warnungen des Internationalen Währungsfonds unterbrachen kurzfristig die Rohölrallye. Der IWF warnte davor, dass sich die hohen Rohölpreise bei fragilen Finanzmärkten negativ auf das globale Wirtschaftswachstum niederschlagen würden. Beim G20-Treffen am Wochenende blieb zudem die Aufstockung des Rettungspakets für Griechenland ungeklärt. Auch dies soll sich negativ auf Rohöl niedergeschlagen haben. Nach Einschätzung der Commerzbank ist der kräftige Preisanstieg der Vorwoche maßgeblich auf spekulative Finanzanleger zurückzuführen. (St)
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