Tageskommentar Rohstoffe: Sojakomplex zeigt Zeichen von Schwäche

Die Weizennotierungen an der Matif haben sich für die alte Ernte befestigt. In Chicago schloss Weizen unter umgekehrten Vorzeichen. Die US-Maisnotierungen gaben deutlicher nach. Der Sojakomplex zeigt Zeichen von Schwäche und scheint sich einer Konsolidierungsphase zu nähern. Die Rapsnotierungen gaben für die neue Ernte mit schwachen Sojabohnen etwas nach. Rohöl notierte nach gestiegenen US-Lagerbeständen schwächer.
 
Weizen: Die Weizennotierungen an der Matif zogen für die alte Ernte 3 €/t an. Für die neue Ernte gab es kleinere Notizverluste. Gestützt wurden die Notierungen durch die niedrigere Ernteschätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes für die deutsche Weizenernte. Der DRV erwartet nur eine deutsche Weizenernte von 21,5 Mio. t die damit kleiner als im Vorjahr ausfallen wird. Polen signalisiert nach den größeren Auswinterungsschäden Importbedarf für Weizen in der kommenden Saison. In Frankreich besteht noch kein Überblick darüber, inwieweit die Niederschläge größere Linderung bei den Trockenheits-gestressten Beständen gebracht haben. An der Matif haben sich die offenen Positionen bei Weizen nach den jüngsten technischen Bereinigungen deutlich abgebaut.
 
In Chicago gaben die Weizenkurse etwas nach. Die bessere Bonitierung für die Winterweizenbestände in den USA wirkte nach. Auch der zügige Start in die Sommerweizen-Saison belastete. Hinzu kam ein negativer Einfluss durch die stärker gefallenen Maisnotierungen und schwachen Sojabohnenkurse.
Jordanien hat 50.000 t Weizen gekauft. Iran hat sich mit 75.000 t Futterweizen aus Osterei eingedeckt.
 
Mais: Die Maiskurse gaben in Chicago nach Verkaufsaktivitäten der Fonds bis zu 6 US-$/t nach. Die schwächeren externen Einflüsse und eine gedrückte Stimmung bei fast allen Commodities sowie rückläufige Rohölnotierungen schlugen sich in den niedrigen Maisnotierungen nieder.
In Paris notierte Mais vorne mit einer Nullnummer. Die offenen Positionen haben sich etwas erhöht.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex zeigte Anzeichen einer Konsolidierung. Die Bohnenkurse gaben mehr als 6 US-$/t nach, für Sojaschrot fielen die Kursverluste etwas kleiner aus. Die Fonds sorgten mit long-Liquidationen für Preisdruck, der durch schwächere Commodities und gedrückten externen Einflüsse noch verstärkt wurde. Der Markt gilt zudem als überverkauft und das Rekordvolumen offenen Positionen drückten auf die Stimmung. Seit Anfang März bis zur Wochenmitte haben die offenen Positionen allein für Sojabohnen in Chicago um rund 300.000 Kontrakte zugelegt.
 
Raps: Die Rapskurse gerieten mit den schwachen Sojabohnenkurse ebenfalls unter Druck und gaben bis zu 2,75 €/t nach. Der Deutsche Raiffeisenverband rechnet zwar mit einer etwas besseren Rapsernte für Deutschland als im Vorjahr, doch seine Prognose von 4,3 Mio. t lässt nur eine unterdurchschnittliche Ernte erwarten. Sie liegt schon niedriger, als die Oilworld-Schätzung. Die offenen Positionen für Raps an der Matif haben in den Vortagen rapide abgenommen. Möglicherweise steht dies schon im Zusammenhang mit dem in Kürze auslaufenden Frontmonat Mai.
Winnipeg stand stärker unter die Fuchtel des Sojakomplexes und die Canola-Kurse gaben weitaus deutlicher als in Paris nach.
 
Rohöl: Die WTI-Rohölkurse verloren rund 1,50 US-$/t und standen ganz im Zeichen angestiegener US-Lagerbestände. Die Rohöl-Bestände in den USA haben sich in der Vorwoche um 3,9 Mio. Barrel erhöht, Benzin und Destillate stiegen in der Summe um 6,8 Mio. Barrel. In US-Andienungsmonat Cushings sind die Rohölbestände auf 369 Mio. Barrel und auf den höchsten Stand seit Ende Mai 2011 angewachsen. Brent Crude Öl notierte mit gedrückten Aktienmärkten ebenfalls schwächer. (St)
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