Tageskommentar Rohstoffe: Sojanotierungen halten sich


Die Weizennotierungen an der Matif und der Chicagoer Börse zeigten leichte Schwächen. Auch US-Mais konnte die Kurse nicht ganz halten. Der Sojakomplex wurde durch die etwas enge Bilanz für alterntige Sojabohnen gestützt. Raps verteidigte sein Niveau mit leichten Kursgewinnen. Die Rohölpreise gaben etwas nach.
 
Weizen: Die Stimmung bei Weizen hat sich erst einmal abkühlt. An der Matif gab es mit einem Minus von 0,75 €/t für die November und Januar leichte Notizverluste. Die Novembernotierung hielt sich aber über 160 €/t. Der Handel war nach den sehr großen Umsätzen der Vorwoche deutlich ruhiger. Auch in Chicago gab es leichte Notizverluste für den Weizen.
Die Chicagoer Kurse dürften in den kommenden Wochen verstärkt von den globalen Weizenernten beeinflusst werden. Die USA selbst haben keine Probleme, denn die Winterweizenernte ist zu 63 Prozent abgeschlossen, die Erträge sind gut und es zeichnen sich zusätzliche Überschüsse ab. Die katastrophalen russischen Weizenernten an der Wolga und am Ural lassen künftig aber niedrigere globalen Ernteschätzungen erwarten.
 
Mais: In Chicago haben die Maisnotierungen ihre leichte Korrekturphase mit moderaten Notizverlusten fortgesetzt. Rückläufige Rohölnotierungen brachten etwas Druck. Der Schlüssel für die weitere Preisentwicklung bleibt das Wetter, doch zurzeit sieht es für den US-Mais gut aus. China klagt  allerdings über Trockenheit in den nordöstlichen Maisanbaugebieten, denn die jüngsten Niederschläge brachten nur wenig Entspannung.  
An der Matif hielten sich die Maiskurse gut, der November legte 1 €/t zu.
 
Sojakomplex: Die Sojanotierungen zeigen sich von ihrer stabilen Seite. Die etwas engen alterntigen US-Sojabohnenbestände geben Unterstützung. Die alte Ernte legte leicht zu, die neue Kampagne gab etwas nach. Die Differenz von der alterntigen Julinotierung zum November der neuen Ernte ist bei Sojabohnen auf etwa 30 US-$/t angewachsen. Bei Sojaschrot liegt die Differenzgilt zwischen Juli und Dezember sogar bei 41 US-$/t.
Unterstützung zeichnet sich für den Sojakomplex durch die Bohnenkäufe Chinas ab. In der Vorwoche hatte China noch einmal über 240.000 t US-Bohnen für die alte Ernte gekauft. Offiziellen Aussagen zufolge hat China im Juni mit 6,4 Mio. t einen neuen Einfuhrrekord für Sojabohnen aufgestellt und will auch im Juli 5 Mio. t und im August 4,5 Mio. t Bohnen importieren. Für die weiteren Monate werden chinesische Importe zwischen 3,5 und 4,0 Mio. t monatlich erwartet.
 
Raps: Mit leichten Notizgewinnen haben die Rapsnotierungen an der Matif ihr Niveau behauptet. Schwächere Rohölnotierungen drückten kurzfristig etwas auf die Kurse. Bis zum Einsetzen der Rapsernte in Westeuropa lassen sich ohne externe Einflüsse kaum größere Bewegungen erwarten.
In Kanada gab es leichte Notizgewinne für Canola-Raps. Die Wetterbedingungen für die Canola-Saaten bleiben schwierig, denn nach der vorangegangenen extremen Nässe soll es nun sehr heiß in Westkanada werden.
 
Rohöl: Ein etwas festerer US-Dollarkurs und Gewinnmitnahmen nach den Preisanstiegen der Vortage brachten die Rohölnotierungen wieder in die Defensive. Die Kurse fielen unter 75 US-$/t. Laut einer Analyse der Commerzbank sollen die spekulativen Finanzanleger ihr Engagement in den Rohöl-Futures auf das niedrigste Niveau seit knapp einem Jahr reduziert haben. (St)
 
stats