Tageskommentar Rohstoffe: Sojanotierungen leiden unter Wettermarkt

Aussichten auf ergiebigere Regenfälle in Argentinien und eine breit basierte Commodity-Schwäche haben den Sojakomplex unter Druck gesetzt. Sowohl Sojabohnen als auch Sojaschrot gaben deutlich nach. Die schwächeren Bohnenkurse und die Wettermeldungen für Südamerika ließen auch den Mais schwächer schließen. Weizen gab in Chicago nach. An der Matif konnten sich die Weizennotierungen und Raps trotz der gedrückten Kurse in Übersee halten. Rohöl notierte etwas schwächer.

Weizen: In Chicago wurde Weizen durch schwächere Maisnotierungen und einen etwas festeren US-Dollarkurs belastet und schloss mit moderaten Kursverlusten. Befürchtungen über Kälteschäden der Weizenbestände in Russland und der Ukraine hielten die Notizverluste in Grenzen. Die Fonds an der Chicagoer Börse halten zudem an ihren großen Netto-Shortpositionen fest und haben ihr Short-Engagement in der Vorwoche nur wenig reduziert.
In Paris schloss der Weizen mit einer Nullnummer auf fast allen Termin. Auch an den europäischen Märkten könnte sich die Aussicht auf sibirische Kälte und Befürchtungen über mögliche Auswinterungsschäden stabilisierend auf die Weizennotierungen auswirken.

Mais: Die günstigeren Wetteraussichten für die südamerikanische Maisernte ließen den Mais in Chicago mit Kursverlusten von 4 US-$/t schließen. Für Argentinien werden mehrere Regensysteme in den kommenden Wochen erwartet. Der Einbruch der Sojabohnen, etwas schwächere Aktienmärkte und gedrückte Rohölkurse färbten ebenfalls ab. Die US-Exportanmeldungen fielen mit 577.000 t zudem unterdurchschnittlich aus. Die spekulativen Fondsgesellschaften haben in der Vorwoche ihre netto-Long-Positionen um 15.000 Kontrakte reduziert.
An der Matif bewegte sich Mais im neutralen Bereich.

Sojakomplex:
Der Sojakomplex musste kräftig Federn lassen. Die Sojabohnenkurse gaben mehr als 12 US-$/t und Sojaschrot um die 10 US-$/t nach. Ein Wettermarkt mit umgekehrten Vorzeichen war der Auslöser. In Argentinien soll sich nach weiteren Regenfällen eine deutliche Entspannung der Wasserversorgung bei den Sojabohnen abzeichnen. Südbrasilien bleibt vorerst noch eine trockene Ecke, doch gegen Ende der Woche sind auch dort Regenfälle in Sicht. In Nordbrasilien herrscht dagegen Erntewetter. Die sehr guten wöchentlichen US-Exportverladungen von 1,1 Mio. t konnten die schwache Stimmung angesichts der breit basierten Commodity-Schwäche nicht drehen.

Raps: Raps ließ sich vom schwachen Sojamarkt nicht ins Bockshorn jagen. Die Reaktionen beschränkten sich darauf, dass sich die zwischenzeitlich 3 €/t höheren Mai-Notierungen bei Börsenschluss ein leichtes Minus drehten. Der Frontmonat Februar schloss mit technischen Kursgewinnen von 3 €/t und hat den Spread gegenüber dem Folgetermin Mai auf 26 €/t ausgebaut. Heute ist der letzte Handelstag für den Februar-Kontrakt. Nach den Kursverläufen der Vormonate ist kaum zu erwarten, dass sich die Preisdifferenz gegenüber dem Mai erheblich reduzieren wird.
In Winnipeg notierte Canola-Raps unter der Fuchtel des Sojakomplexes 7 Can-$/t  schwächer.

Rohöl: Rohöl blieb bei kleineren Schwankungen in einer Seitwärtsbewegung. Am Vortag gaben die Kurse mit einem etwas festeren US-Dollarkurs, schwächeren Aktienmärkten und Unsicherheit über die Euro-Krise etwas nach. (St)
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