Tageskommentar Rohstoffe: Sojapreise weiter auf dem Rückzug


Die Warenterminbörsen sind weiter von einer schwachen Grundtendenz gekennzeichnet. Bei den Weizennotierungen an der Chicagoer Börse deutet sich trotz  minimalen Notizverlusten eine Konsolidierung an. Mais profitierte mit leichten Kursgewinnen von einer technischen Gegenreaktion. Die Sojapreise bleiben unter Druck. An der Matif hielten sich die Weizenkurse im grünen Bereich und auch für Raps gab es Notizgewinne.
 
Weizen: In Chicago konnten die Weizenkurse ihre Tagesgewinne zwar nicht bis zum Börsenschluss halten, doch bei minimalen Verlusten deutet sich eine Konsolidierung der Weizenfutures an. Der Markt gilt als überverkauft. Das reichliche Weizenangebot in den USA und weltweit dürfte allerdings wenig fundamentales Aufwärtspotenzial bieten.
An der Matif hielten sich die freundlicheren Weizenkurse bis zum Börsenschluss.
 
Mais: Die etwas höhere US-Aktienkurse und zwischenzeitlich festere Rohölpreise verhalfen Mais in Chicago zu leichten Kursgewinnen. Nach den vorangegangenen Verlusten kam es zu einer technischen Gegenreaktion. Der Druck auf die Preise scheint abzunehmen, denn in der Vorwoche wurde ein erhebliches Kontraktvolumen von den Spekulanten in Richtung kommerzielle Akteure umgeschichtet. Dies lässt nach Ansicht von Börsenhändlern Unterstützung für Mais erwarten.
An der Matif ließen sich die Maisnotierungen nicht ganz halten.
 
Sojakomplex: Die Talfahrt der Sojapreise setzt sich fort, der ganze Sojakomplex stand unter Druck. Die Bohnen- und Schrotnotierungen verloren in ihren Frontmonaten bis zu 4 US-$/t. Damit fielen die Sojabohnenpreise auf ein Dreieinhalb-Monatstief, die Schrotpreise auf Zwei-Monatstief. Die Fonds waren auf der Verkäuferseite und es wird gemutmaßt, dass die Spekulanten ihr Short-Engagement verstärken.
Die Aussichten für die brasilianische Sojabohnenernte sind weiterhin ausgezeichnet. In Argentinien wird es allerdings wieder heiß und trocken und den Sojabohnen steht eine kritische Phase bevor.
 
Raps: An der Matif schloss der Ende der Woche auslaufende Fronttermin Februar zwar mit einem leichten Minus, doch für Mai und die neue Ernte gab es moderate Kursgewinne von 1,25 bis 1,75 €/t. Zwischenzeitlich sah es sogar nach einer kleinen Rallye aus. Ob sich die Tendenz bei den rückläufigen Sojakomplex und gedrückten Rohölpreise hatten lässt, bleibt fraglich.
Die Canola-Notierungen in Winnipeg mussten am Wochenanfang bereits den schwächeren Sojanotierungen Tribut zollen.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen konnten sich nur kurzfristig erholen. Heute Morgen sind die Notizgewinne des Vortrags bereits wieder aufgezehrt und die Talfahrt scheint weiterzugehen. Der Ansicht von Analysten lassen die gestraffte Geldpolitik Chinas und die Bankenpläne des US-Präsidenten Obama vorerst weiter Druck auf die Rohölpreise erwarten. (St)
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