Tageskommentar Rohstoffe: Sojarally zieht Raps mit nach oben


Mit kräftigen Kursgewinnen hat der Sojakomplex in Chicago neue Wettermarkt-Akzente gesetzt. Die Regenfälle in Argentinien sind kleiner ausgefallen, als erwartet. Auch die Rapspreise profitierten mit deutlichen Kursgewinnen von den festen Sojabohnen. Weizen und Mais gaben ihre Notizgewinne nach freundlichem Start dagegen wieder ab schlossen schwächer. Rohöl hält sich auf hohem Niveau.
 
Weizen: Der freundliche Start der Weizenfutures an der Matif wurde von der Chicagoer Parkettbörse abrupt beendet. Nach einem Plus von bis zu 3 €/t gab es Börsenschluss in Paris ein leichtes Minus für die vorderen Termine. Großbritannien hat aufgrund seiner miserablen Weizenernte einen erheblichen Zukaufbedarf Importbedarf und hat im Laufe der Kampagne bereits 1,3 Mio. t Weizen aus Drittländern oder der EU eingeführt. Im Dezember war Deutschland mit 107.000 t der größte Weizenlieferant in das Vereinigte Königreich.
 
In Chicago gab Weizen seine Gewinne vom vorangegangenen Handelstag wieder komplett ab. Nasses Wetter in den Plains und die Aussicht auf weitere Niederschläge in den kommenden 10 Tagen setzten den Rahmen.  Kritische Stimmen, dass die Böden im US-Weizengürtel weiterhin ein erhebliches Feuchtigkeitsdefizit haben, blieben ungehört. Selbst die sehr guten wöchentlichen US-Exportanmeldungen von 824.006 t kamen nicht gegen die bärische Tagesstimmung an. Die umfangreichen Exportverladungen in den USA sind allerdings Anzeichen dafür, dass der der Stellenwert des US-Weizens an den internationalen Märkten weiter zunimmt. Auch der  Verkauf von 750.000 t Futterweizen durch Indien drückte unterschwellig auf die Notierungen.  
 
Mais: Mais gibt derzeit wenig her. Die gedrückten Weizenkurse und schwache US-Exportverladungen von nur 241.000 t drückten die Chicagoer Maisnotierungen wieder unter die Marke von sieben US-$/Bushel. Von der Bohnenrallye konnte Mais nicht profitieren. Der Wettermarkt fokussiert sich ausschließlich auf die Sojabohnen, obwohl auch in Argentinien Mais und Sojabohnen nebeneinander wachsen.
An der Matif drehten sich die Maiskurse mit schwächeren Weizen ins Minus und schlossen mit leichten Notizverlusten.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex legte in Chicago eine rasante Rally hin. Die Bohnen-und die Schrotnotierungen zogen 17 US-$/t und mehr an. An dem Feiertag in den USA hatten die Händler und Fonds reichlich Zeit, die Wetterkarten in Südamerika zu studieren. Übers Wochenende hat es in Argentinien weniger geregnet, als erwartet und in den Kerngebieten des argentinischen Sojabohnenanbaus befinden sich die Pflanzen in der Phase der Schotenfüllung. Oilworld setzte der bullischen Stimmung noch einen drauf, indem es seine Schätzung für die argentinische Sojabohnenernte um 2 Mio. t auf 50 Mio. t nach unten korrigierte. Damit ziehen die Hamburger Analysten am gleichen Strang wie die Getreidebörse in Buenos Aires, die ebenfalls nur von einer Bohnenernte von um die 50 Mio. t ausgeht.
 
In Brasilien gibt es weiterhin Ernteverzögerung, doch 15 bis 20 Prozent der Bohnen sollen bereits vom Feld sein. Der Verladestau in den brasilianischen Häfen hält an, während Exportverladungen in den USA richtig brummen. Das USDA hat wöchentlichen Exportanmeldungen von 1,1 Mio. t bekannt gegeben. Davon vereinnahmt China allein 62 Prozent für sich.
 
Raps: Die Rapskurse an der Matif nahmen die Steilvorlage vom Sojakomplex dankend an und schlossen für den Mai 6,50 €/t fester. Auch für die neue Ernte gab es deutlichere Kursgewinne. In Winnipeg das gleiche Spiel, das Ergebnis fiel sogar noch höher aus als in Paris. Canola-Raps legte bis zu 15 Can-$/t zu.
  
Rohöl: Nach schwachem Start drehten die Rohölnotierungen trotz festeren Aktienmärkten noch in den grünen Bereich. WTI führte den Stimmungswechsel an, denn die Seaway-Pipeline vom US-Andienungsort Cushing zum Raffinerien am Golf kann mit höherer Leistung transportieren. Zuvor hatten Unsicherheit über den Wahlausgang in Italien und Mahnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) für Druck gesorgt. Die IEA warnt davor, dass die globale Konjunkturentwicklung unter den hohen Rohölpreisen leiden könnte. (St)
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