Tageskommentar Rohstoffe: Sojaschrotnotierungen ziehen kräftig an


Der Sojakomplex unterstrich seine Ausnahmestellung mit kräftigen Kursgewinnen. Die Sojaschrotnotierungen zogen sogar im zweistelligen Bereich an. Raps profitierte vom festeren Sojakomplex ebenfalls mit kleineren Notizgewinnen. Die übrigen Terminmärkte blieben ohne größere Anregungen. Weizen notierte an der Matif für die neue Ernte etwas fester. In Chicago beendeten die Weizennotierungen die Sitzung mit einem schwächeren Unterton. Die Maiskurse gaben etwas nach. Rohöl notierte uneinheitlich.
 
Weizen: Die Weizenkurse für die neue Ernte konnten in Paris sich nach Kursgewinnen bis zu 1,75 €/t etwas befestigen. Die alte Ernte notierte nur geringfügig schwächer. Toepfer International hat die Schätzung für die europäische Weizenernte gegenüber dem Vormonat deutlich und auf 125,1 Mio. t zurückgenommen. Für Deutschland sieht das Handelshaus die kommende Weizenernte bei 22,2 Mio. t und damit kleiner als im Vorjahr. Es geht davon aus, dass in Deutschland rund 200.000 ha Winterweizenfläche umgebrochen werden mussten. An der Matif findet im Zuge des Kürze auslaufenden Maikontraktes ein stärkerer Abbau der offenen Positionen statt.
  
An der Chicagoer Börse schlossen die Weizennotierungen deutlich unter ihren Tageshochs und beendeten die Sitzung mit einem schwächeren Unterton. Die offenen Positionen bei den Chicagoer Weizenfutures haben sich in vergangenen Tagen vermehrt abgebaut.
 
Kanada wird seine Weizenanbaufläche inklusive Durum voraussichtlich um 13 Prozent ausweiten. Dies ist mehr, als erwartet wurde. Die FAO rechnet mit erheblich kleineren Weizenernten in der Schwarzmeerregion. Die Organisation geht davon aus, dass die Weizenernte in der Ukraine mit 14,0 Mio. t das Vorjahresergebnis um 37 Prozent verfehlen wird. Für Kasachstan zeichnen sich nach der Prognose ein Minus von 36 Prozent und eine Weizenernte von 14,5 Mio. t ab. In Russland sieht es nach der Einschätzung der FAO dagegen besser aus. Dort könnte die Weizenernte mit 56,8 Mio. t sogar noch etwas größer als im Vorjahr ausfallen.  
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago schlossen ebenfalls deutlich unter ihren Tageshochs. Zunächst konnten sie noch von chinesischen Maiskäufen in den USA profitieren. Später fielen sie nach Gewinnmitnahmen ins Minus. Schätzungen von Börsenhändlern zufolge soll China in der Vorwoche etwa 650.000 t Mais in den USA gekauft haben. Es wird zudem vermutet, dass ein privates Exportgeschäft über 480.000 t an eine unbekannte Destination nach China gegangen sein könnte. Die Maisaussaat in den USA verzögert sich durch das kalte Wetter, denn für die kommenden zehn Tage sind noch kühle Temperaturen vorhergesagt. Damit relativieren sich die Erwartungen an eine frühe US-Maisernte zusehends.
An der Matif konnten sich die Maisnotierungen für die vorderen Termine behaupten.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex zieht weiter an. Für Sojabohnen stiegen die Kurse um fast 9 US-$/t an. Für Sojaschrot fielen die Notizgewinne mit einem Plus von 13,50 US-$/t sogar noch kräftiger aus. Die Sojabohnenernten in Südamerika schrumpfen zusehends. Das Hamburger Analystenhaus Oilworld hat seine Schätzung für die argentinische Sojabohnenernte auf nur noch 42,5 Mio. t nach unten korrigiert. In Argentinien besteht bei Minustemperaturen zudem Gefahr von Frostschäden bei den Bohnen. Die gedrückten Ernteaussichten in Argentinien schlagen sich bereits in fehlenden Terminofferten für argentinisches Sojaschrot ab August nieder. In Brasilien ist die Sojabohnenernte dagegen weit gehend abgeschlossen und die Verladungen von Sojabohnen verlaufen zügig. Im Laufe dieses Monats sollen sie auf 5 Mio. t ansteigen.
 
Raps: Der feste Sojakomplex schlug sich in den Rapsnotierungen nur moderat nieder. Die alte Ernte notiert 2,25 €/t hat fester. Toepfer International erwartet für die EU nur noch eine Rapsernte von 18 Mio. t. Für Deutschland taxierte es die kommende Rapsernte auf 4,6 Mio. t. Die Auswinterungsschäden in Deutschland sollen sich nach Einschätzungen des Hamburger Handelshauses mit 30.000 ha in Grenzen gehalten haben.
 
In Winnipeg zogen die Canola-Notierungen mehr als 5 Can-$/t an. Der Sojakomplex dominierte, zumal die Anbauschätzung von Statistics Canada keine allzu großen Überraschungen brachte. Die Canola-Flächen in Kanada werden voraussichtlich um 8 Prozent auf den höchsten Stand aller Zeiten anwachsen und bieten bei entsprechenden Witterungsbedingungen Aussicht auf einer Rekordernte. Damit könnte Kanada etwas zur Entspannung der knappen globalen Rapsbilanz beitragen.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen schlossen uneinheitlich. Leichten Notizgewinnen bei WTI-Öl standen ähnlich Notizverluste bei Brent Crude-Öl gegenüber. (St)
stats