Tageskommentar Rohstoffe: Späte Gewinne beim Sojakomplex


23.9.2009 Der US-Dollarkurs markierte ein Jahrestief und unterstützte die Agrarnotierungen an der Chicagoer Börse. Mais führte die Aufwärtsbewegung an, der Sojakomplex punktete mit späten Gewinnen. Raps konnte von der Entwicklung nicht mehr profitieren und schloss etwas schwächer. Weizen an der Matif hält die Kurse im Plus.
 
Weizen: Die Weizenkurse an der Chicagoer Börse waren knapp gehalten und nur ein schwacher US-Dollarkurs verhinderte weitere Notizverluste. Die schleppenden US-Weizenexporte und die großen globalen Weizenvorräte drücken unverändert auf die Stimmung. Nach den vorangegangenen Notizverlusten und dem schwachen Dollarkurs war amerikanischen Weizen umgerechnet etwa 8 €/t billiger als der Matif-Weizen. Die US-Sommerweizenernte ist zu 85% abgeschlossen. Bei guten Erträgen fallen die Proteinwerte etwas schwächer aus.
An der Matif konnten sich die Weizenpreise im hellgrünen Bereich halten, das Geschäft war mit fast 13.000 Kontrakten sehr lebhaft und lässt bei den ruhigen Kassamärkten auf etwas mehr spekulatives Interesse schließen. Die offenen Positionen haben etwas zugenommen. Die europäischen Exporte werden durch einen festen Euro erschwert, der am Dienstag mit 1,4822 US-$/€  zwischenzeitlich ein neues Jahreshoch erreichte.
 
Mais: Mais war am Dienstag Marktführer auf dem Chicagoer Börseparkett und legte eine kleine Rallye hin. Der schwache US-Dollarkurs und festere Rohölpreise halfen dabei. Die Gefahr von möglichen Frostschäden ist für die US-Maisernte noch latent da, doch inzwischen sollen 80 Prozent der Maisbestände die ‚Zahnreife’ erreicht haben und nicht mehr anfällig sein. Allerdings wurde für die kommende Woche von privaten Wetterstationen kühleres bis frostiges Wetter prognostiziert.
Die Maisnotierungen in Paris nahmen die Vorgaben Chicagos auf und schlossen mit einem leichten Plus.
 
Sojakomplex: Nach einer schwankenden Sitzung schloss der Sojakomplex mithilfe des schwachen Dollars und festerer Rohölnotierungen im Plus. Die Kurse standen zwischenzeitlich etwas unter Druck, als im Zuge von Spread-Geschäften Mais gekauft und Sojabohnen verkauft wurden. Die späten Kursgewinne könnten aber auch aus privaten kühleren Wetterprognosen für die kommende Woche resultieren. Die Wetterdiskussionen ist noch nicht ausgestanden und es sieht so aus, als würden die ‚Bullen’ den Forst regelrecht herbeisehnen.
 
Raps: Der europäische Rapsmarkt gibt wenig Positives her. Die Kurse gaben bis 1,75 €/t nach. Sie wagten sich nur kurzfristig aus der Deckung, als sich die Rohölpreise anschicken, die Verluste des Vortages wieder wettzumachen. Von den festeren Schlusskursen der Chicagoer Sojabohnen konnte Raps nicht mehr profitieren. Schwächeren Vorgaben aus Chicago bieten heute Morgen bieten kaum Chancen, dass der Raps etwas gutmachen könnte.
Die Canola-Notierungen in Winnipeg schlossen für November mit einem leichten Plus von 1,20 Can-$/t. Exportnachfrage aus China und vergleichsweise feste Kassamarktpreise stützten die kanadischen Rapspreise. (St)
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