Tageskommentar Rohstoffe: Stimmung am Terminmarkt dreht sich ins Plus

Die Stimmung an den Terminmärkten hat im Tagesverlauf von schwach auf freundlich gewechselt. Die Weizenkurse konnten sich hüben wie drüben nach schwachem Start in den grünen Bereich drehen. Mais schloss dagegen noch etwas schwächer. Auch Sojabohnen schlossen mit grünen Vorzeichen. Sie lösten damit eine Initialzündung bei Raps aus. Rohöl blieb ohne neue Impulse. Die vorbörslichen Vorgaben aus Chicago sind heute Morgen neutral bis fester.
 
Weizen: Nach schwachem Start und Notizverlusten bis knapp 5 €/t konnten die Weizennotierungen der Matif noch den Spieß umdrehen. Als in Chicago die Weizennotierungen auf Grün drehten, wechselten auch die Vorzeichen an der Matif ihre Farbe. Die Termine der alten Ernte schlossen in Paris gut behauptet.
In Chicago konnte sich Weizen von schwachen Vorzeichen lösen und notierte etwas freundlicher. Gerüchte, dass sich Brasilien und Russland für US-Weizen interessieren, wirkten sich positiv auf die Kurse aus. Im südlichen Weizengürtel der USA hat es zwar geregnet, doch die Niederschläge reichen für eine nachhaltige Erholung der gestressten Bestände bei weitem nicht aus.

Das französischen Getreideamt AgriMer geht in dieser Kampagne von einer 3 Prozent größeren Weizenanbaufläche für die EU aus. Die größten Anstiege hat es für Polen und Rumänien mit einem Plus von 10 bzw. 9 Prozent ausgemacht. Für Deutschland schätzt AgriMer ein Plus von 3 Prozent, für Frankreich von 2 Prozent. Für Großbritannien erwartet es aufgrund des nassen Herbstes dagegen ein Minus von 11 Prozent. Die FAO hat ebenfalls eine Schätzung für die europäische Weizenanbaufläche herausgegeben. Sie rechnet mit einem Anstieg von 4 bis 5 Prozent.
  
Mais: Die Maiskurse in Chicago schlossen zwar für die vorderen Termine noch etwas schwächer, konnten aber ihre Verluste zumindest minimieren. Die Nachrichtenlage blieb dünn, nur die etwas höheren wöchentlichen US-Produktionszahlen für Ethanol  gaben minimales her.
In Paris konnten sich Mais bis Börsenschluss erholen und drehten ein Minus von 5 €/t in eine neutrale Notierungen um. Das Handelsvolumen hat sich in Vortagen wieder belebt.
 
Sojakomplex: Nach einem auf und ab beendeten die Sojabohnen ihre Sitzung in Chicago mit einem leichten Zugewinn. Schrot notierte dagegen schwächer und musste Spreads gegen festes Sojaöl Tribut zollen. Das Wetter in Südbrasilien soll sich vorteilhafter entwickeln, aber im wichtigsten brasilianische Anbaugebiet Mato Grosso gibt es weiterhin Unterbrechungen bei der Bohnenernte. Für Argentinien sind die Wetteraussichten widersprüchlich. Aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes in dieser Woche fehlen neue Meldungen von der Exportfront.
 
Raps: Die Rapsfutures in Paris erlebten eine etwas denkwürdige Sitzung mit Berg und Talfahrten. Einem Minus von 6 €/t gegen Mittag stand ein Plus von 4,25 €/t bei Börsenschluss für die alte Ernte gegenüber. Richtig Stimmung kam aber erst auf, als sich die Sojabohnen ins Plus drehten. Die Aktivitäten an der Matif waren lebhaft. Am physischen Markt sorgten die Schwankungen für Irritationen und blockierten den Handel. Unterstützt wurden die festen Matif Notierungen auch von den Kursgewinnen von Canola-Raps an der Börse in Winnipeg. Die schwachen Palmölnotierungen wurden ausgeblendet.
 
Rohöl: Behauptet beendete Brent Crude Öl den Tageshandel. WTI-Öl gab dagegen etwas nach. Eine gestiegene US-Ölproduktion drückte auf die WTI-Notierungen. Die Verbrauchsprognosen für das laufende Jahr geben kein einheitliches Bild. Während die Opec am Vortag ihre Prognose für die globale Rohölnachfrage leicht angehoben hat, rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) dagegen mit einer rückläufigen Nachfrageentwicklung. Die US-Energiebehörde wiederum erwartet im laufenden Kalenderjahr einen Anstieg der weltweiten Ölnachfrage. (St)
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